Streik der SÜDKURIER-Mitarbeiter geht weiter

Belegschaft chartert Bus und verteilt Streikzeitung im Verbreitungsgebiet

Konstanz. Ja, sie streiken noch. Der Konstanzer Kreisverband des Deutschen Journalistenverbands (DJV) teilte mit, dass das Medienhaus SÜDKURIER in Konstanz auch heute weiter bestreikt werde. Gestern hatten sich Streikende trotz Regens vor dem Gebäude versammelt. Heute möchten die Mitarbeiter Leser im Verbreitungsgebiet des SÜDKURIER auf ihr Anliegen aufmerksam machen.

Streik bis Freitag

Teile der Belegschaft seien erneut im Warnstreik – dieses Mal dauere der Streik bis einschließlich Freitag. Das teilte der DJV Kreisverband mit. Die streikenden Mitarbeiter lehnen die von der Geschäftsführung angebotenen Einzelverträge, die jeder Mitarbeiter individuell mit der Geschäftsführung aushandeln und unterschreiben müsste, ab und fordern die Aufnahme von Gesprächen über einen Haustarifvertrag. Rund 50 bis 60  Streikende, darunter 40 aus der Redaktion, versammelten am gestrigen Mittwoch vor der Südkurier-Zentrale in der Max-Stromeyer-Straße, um gegen die unnachgiebige Haltung der Geschäftsführung zu demonstrieren.

Leser merken wenig

Die Leser bemerkten von dem Streik kaum etwas. Streikbrecher seien, wie ein Journalist erklärte, bei einem früheren Streik von einem stellvertretenden Chefredakteur mit Eis belohnt worden. Auffallen dürfte Lesern allerdings, wenn es streikbedingt Ausgaben geben sollte, in denen sie statt mit aktueller Berichterstattung und Hintergründen versorgt zu werden, mit ellenlangen, zweiseitigen, redundanten Beiträgen über die Funktionsweise von Dübeln und die Logistik des Lagos informiert werden. Altgediente Redakteure schüttelten, als diese Beiträge in ein- und derselben Ausgabe erschienen sind, nur den Kopf.

Streikzeitung einziges Kommunikationsmittel

Die Streikenden stellten am Mittwoch auch ihre Streikzeitung vor. Mit Hilfe des Printprodukts möchten Redakteure, Verlagsangestellte und Drucker die Leser auf die prekäre Lage aufmerksam machen, in der sich die Reaktionen befinden. Verteilt werden soll die Zeitung vor allem an Leser, um sie über die Hintergründe des Ausstands aufzuklären. Im SÜDKURIER selbst ist – anders als in anderen Zeitungen – bisher kein redaktioneller Beitrag erschienen, in dem die Redaktion ihre Situation hätte schildern können. Vor allem Redakteuren drohen dramatische finanzielle Einbußen.

Am heutigen Donnerstag gehen die Mitarbeiter von der Max-Stromeyer-Straße aus auf Tour durch das Verbreitungsgebiet der Zeitung. Die Regionalzeitung erscheint am Bodensee, am Hochrhein, auf der Baar und im Schwarzwald – Lokalausgaben werden in Friedrichshafen und Überlingen, Waldshut und Bad-Säckingen sowie in Villingen-Schwenningen oder in  Titisee-Neustadt produziert. Abfahrt war für 9 Uhr angekündigt.

Foto: DJV Kreisverband Konstanz

Ein Kommentar to “Streik der SÜDKURIER-Mitarbeiter geht weiter”

  1. dk
    14. Juli 2011 at 17:13 #

    Wird im Artikel auch die Situation des Online-Journalisten beklagt? Man erhält Einblicke über Webworking und ein exotisches Arbeitsmodell.

    webinale Keynote – Das digitale Paradies und seine Sklaven
    http://entwickler.com/itr/news/psecom,id,57640,nodeid,82.html

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