Studententicket muss in der Region Konstanz gelten

CDU und RCDS: Nicht alle Studenten finden Wohnungen in Konstanz – Wohnen an der Seehas-Strecke

Konstanz. Wenn der Doppeljahrgang 2012/2013 an die Hochschulen drängt, wird es in den Universitätsstädten eng. Landesweit sind 20.000 neue Studienplätze entstanden. In Konstanz sind es bis 2012 insgesamt 724 neue Studienplätze. Die CDU und RCDS warnen vor einer größer werdenden studentischen Wohnungsnot. Sie drängen deshalb nicht nur auf die Schaffung neuen Wohnraums, sondern auch auf eine Erweiterung des Studitickets, so dass es für Studierende attraktiver werden könnte auch in Radolfzell oder auf der Reichenaus zu wohnen.

Ohne Seehas-Strecke geht es nicht

„Es erscheint uns nicht sinnvoll einer Vielzahl von Studenten zu sagen, dass es in Konstanz nicht ausreichend Wohnmöglichkeiten gibt und ihnen gleichzeitig kein Angebot zu machen, eine günstige Nahverkehrsverbindung nutzen zu können“, so Romen Link, Landesvorsitzender RCDS Baden-Württemberg und Vorstandsmitglied des des CDU Stadtverbandes Konstanz. „Wir halten die Lösung alles beim alten zu belassen, obwohl offensichtlich ist, dass bis zum nächsten Wintersemester nicht ausreichend Wohnungen fertig gestellt werden können, jedenfalls nicht für den besten Weg.“ Das hatten die Jusos gefordert und dem CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Hoffmann vorgeworfen, nicht genug für das Entstehen neuen Wohnraums zu tun. Romen Link hat sich darüber geärgert.

Doppeljahrgang und Aussetzung der Wehrpflicht

Aufgrund der steigenden Studienanfängerzahlen durch die Aussetzung der Wehrpflicht und die doppelten Abiturjahrgänge in den nächsten Jahren wird sich der Andrang der Studenten auf den Wohnungsmarkt in Konstanz erheblich verstärken.

724 neue Studienplätze bis 2012

Seit 2007 wurde im Rahmen des „Hochschulausbauprogramms 2012“ schrittweise Zahl der Studienplätze an der HTWG und der Universität in Konstanz erhöht. Die letzte Ausbaustufe erfolgt 2012 – insgesamt wurden dann 724 neue Studienplätze eingerichtet. Die Unistadt erwartet einen Andrang von Studienanfängern und eine erhöhte Nachfrage nach Wohnraum. Selbst durch den Ausbau von Studentenwohnheimen und die Bemühungen der Stadt Konstanz, den Wohnungsmarkt durch Wohnungsneubau zu erweitern, lässt sich das Wohnungsproblem aber voraussichtlich nicht lösen. Denn unabhängig von der Studierendenzahl wächst auch die Gesamtbevölkerung in der Stadt.

Konstanzer Bevölkerung wächst

Die Bevölkerung der Stadt Konstanz ist von 1/2000 –1/2010 von 77.756 auf 83.467 Einwohner angestiegen. Dieses Plus von 5711 Personen drängt in den Wohnungsmarkt, hat aber nur bedingt etwas mit den Hochschulen zu tun, denn die stärkste Zunahme mit einem mehr als 50-prozentigen Anteil liegt in der Altersgruppe von 40 bis 65 Jahren.

Seehas-Strecke für Studierende attraktiv machen

Um die Wohnraumsituation zu entspannen gilt es, die gesamte Region Konstanz entlang der Seehas-Strecke für Studierende attraktiv zu machen. Das fordern Andreas Hoffmann, RCDS und Junge Union Konstanz. Dies gehe nur, wenn sich die ÖPNV-Angebote dem Bedarf anpassen und dazu gehört ein kreisweites Studi-Ticket. Thematisiert worden sei dies auch bei Gesprächen des Landtagsabgeordneten Andreas Hoffmann mit Hochschulgruppen der Universität Konstanz. Alle Beteiligten hätten sich für eine Prüfung der Ausweitung des Studententickets ausgesprochen.

Größerer Geltungsbereich des Studi-Tickets

RCDS Landesvorsitzender und Vorstandsmitglied der CDU Konstanz Romen Link sagte: „Folge der Wohnungssituation wird sein, dass viele Studenten außerhalb der Stadt Konstanz wohnen werden. Erforderlich ist dann aber auch eine Ausweitung des Studententickets, wie es in RCDS an der Uni zahlreichen Kreisen in Baden-Württemberg – unter anderem in Tübingen – und in anderen Bundesländern, in denen landesweite Studententickets existieren, bereits üblich ist.“

Andreas Hoffmann unterstützt Idee

Der Landtagsabgeordnete im Kreis Konstanz, Andreas Hoffmann erklärte: „Eine Ausweitung des Studententickets auf die umliegenden Städte oder den Landkreis Konstanz könnte tatsächlich zu einer Verbesserung der Situation beitragen.“ Die beiden Hochschulen in Konstanz sein zu festen Bestandteilen der Stadt geworden und brächten für die Kommune zahlreiche Vorteile, unter anderem Arbeitsplätze und zusätzliche Steuereinnahmen. Die Hochschulen und Landeseinrichtungen beschäftigen in Konstanz über 2.300 Menschen mit einer Gehaltssumme von mehr als 115 Mio Euro pro Jahr.

Landesgeld für mehr Infrastruktur

Die Stadt Konstanz erhalte, neben den Umlagen für jeden Einwohner der Stadt, jedes Jahr einen Sonder-Betrag von etwa 1,5 Mio. EUR vom Land Baden-Württemberg, der durch die zusätzlichen Studienanfänger um weitere 80. 000 EUR steigen wird; Mittel die dazu da sind, den Mehraufwand der Kommune zum Infrastrukturausbau für Studenten auszugleichen, wozu insbesondere auch ein attraktives Nahverkehrsangebot zählt.

Geld für studentischen Wohnungsbau

Vom Studentenwerk und mit Unterstützung des Landes wurden von 2001 – 2009 für Wohnungen und studentische Infrastruktur in Konstanz 43.770.000 Euro investiert. Für die Jahre 2010 – 2013 sind nochmals Investitionen von 19.350.000 Euro vorgesehen. Stadt und WOBAK haben ebenfalls in erheblichem Umfang Wohnraum geschaffen. Derzeit sind in der Stadt von Seezeit, der WOBAK und anderen Bauträgern noch weitere 594 Wohnungen (728 Plätze) in Planung oder im Bau. Das Land hat im Landkreis Konstanz von 2006- 2009 den privaten Wohnungsbau mit 28.600.000 Euro bezuschusst – für den Mietwohnungsbau wurden 14.713.000 Euro zur Verfügung gestellt. Alle Maßnahmen des Wohnungsbau wirken entweder direkt oder indirekt auch auf die studentische Wohnraumsituation. Fachleute bezeichnen dies als „Sickereffekt“, da Umzüge in neue Wohnungen oft Platz für studentische Wohnraumnachfrage schaffen.

CDU-Gemeinderatsfraktion hakt nach

Alarmiert ist auch die CDU im Konstanzer Gemeinderat. In einem Brief an Oberbürgermeister Horst Frank wies der Fraktionsvorsitzende Alexander Fecker darauf hin, dass das Studentenwerk Seezeit die Zahl der Wohnplätze nicht mehr erhöhen könne. Jetzt hofft auch die CDU auf private Bauherren. Sie bat den OB, einmal dazustellen, wie die Stadt studentisches Wohnen unterstützen wolle. Unirektor Ulrich Rüdiger und der Pärsident der HTWG Kai Handel hätten auf die studentische Wohnungsnot hingewiesen.

Foto: wak

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