Studierende wehren sich gegen teureres Busfahren

Uni-AStA fordert Unterstützung des Konstanzer Gemeinderats ein

Konstanz (wak) Die Studierenden der Universität bleiben bei ihrem Nein zu höheren Preisen für das Studententicket. Die Stadtwerke möchten den Preis fürs Busfahren erhöhen. Mit steigende Lebenshaltungskosten, hohen Mieten in Konstanz und Studiengebühren begründet der AStA der Universität die unnachgiebige Haltung der Studenten. Die Studentenvertreter appellieren zugleich an den Gemeinderat der Stadt, das Anliegen der Studenten zu unterstützen. Dass in Konstanz Millionen für ein Konzert- und Kongresshaus ausgegeben werden sollen, gleichzeitig aber die Preise für den öffentlichen Personennahverkehr für Studenten in der Universitätsstadt steigen, wollen sie nicht hinnehmen. Dass tatsächlich kein direkter Zusammenhang zwischen der Finanzierung eines Konzerthauses und Busfahrpreisen besteht, kümmert die Studenten erst einmal nicht.

Vor Fasnacht fiel die Entscheidung

Die Studierenden der Universität hatten sich in der Woche vor Fasnacht in einer Urabstimmung mit einer Mehrheit von 80 Prozent und 92 Prozente gegen die beiden von den Stadtwerke Konstan vorgeschlagenen Preiserhöhungen ausgesprochen. Vorgesehen waren entweder den Studiticketpreis etwas moderater zu erhöhen, dafür aber einen höheren Solidarbeitrag von allen Studenten zu verlangen oder aber umgekehrt. See-Online.info berichtete. http://www.aktuelles-bodensee.de/2010/02/12/studiticket-steckt-in-sackgasse/.

AStA verweigert Zustimmung zu Stadtwerke-Vorschlägen

„Dieses Votum ist für den AStA bindend. Einem Studiticketvertrag zu den bisher angebotenen Konditionen wird er daher nicht zustimmen“, so Fabian Parsch vom AStA der Universität. Selbstverständlich könne auch das Studiticket nicht auf alle Zeiten von Preiserhöhungen verschont bleiben. „Die Stadtwerke haben jedoch als städtisches Unternehmen nicht nur die Rendite und den Jahresabschluss, sondern insbesondere auch soziale Aspekte zu betrachten“, erklärte Parsch. „Die Lebenshaltungskosten für Studierende sind in den letzten Jahren stark gestiegen.“

Argument Konzert- und Kongresshaus

Gerade in Konstanz als Stadt mit überdurchschnittlich teurem Wohnraum seien die Studierenden auf ein kostengünstiges Infrastrukturangebot angewiesen. „Der AStA sieht hier die Stadt (und damit auch die städtischen Unternehmen) in der Pflicht“, heißt es in einer Erklärung des AStA. Denn eine selbsternannte „Stadt der Wissenschaften“ müsse auch dafür Sorge tragen, dass für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Zeiten von Studiengebühren und Mietpreiserhöhungen das Studium bezahlbar bleibe. Eine Stadt, die sich dieser Aufgabe aus finanziellen Gründen nicht gewachsen sehe, mache sich unglaubwürdig, wenn sie zeitgleich das Millionenprojekt „Konzert- und Kongresshaus“ propagiere.

Jetzt soll der Gemeinderat helfen

„Einen Vergleich zwischen Studiticket und Schülerticket lehnt der AStA grundsätzlich ab, da er schon allein aufgrund des Solidaritätsbeitrags, den alle Studierenden bezahlen müssen, einer sachlichen Grundlage entbehrt“, so Parsch. Aus Gesprächen mit einigen Stadträten und Aufsichtsräten der Stadtwerke werde deutlich, dass auch hier der Vorschlag der Stadtwerke auf Ablehnung stößt. Der AStA würde sich, so erklären die Studentenvertreter freuen, „wenn sich auch der restliche Gemeinderat der Verantwortung, der aus dem Titel ,Universitätsstadt‘ erwachse, bewusst würde und die Stadtwerke dabei unterstützen würde, auf die Studierenden zuzugehen.“. Die Erklärung des AStA endet mit dem ein bisschen ironisch klingenden Satz: „In diesem Sinne freut sich der AStA wir uns auf weiterhin konstruktive Verhandlungen mit den Stadtwerken.“ Wie bereits berichtet, hatte sich bereits auch eine Mehrheit der Studenten für Proteste ausgesprochen. Die dürften aber frühestens stattfinden, wenn die vorlesungsfreie Zeit an der Universität beendet ist. Derzeit sind Semesterferien.

Foto: wak

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