Subkurier erschienen: Titelgeschichte Bürgermeisterwahl in Konstanz

Konstanzer Rathaus debattiert über Nicht-Wähler

Konstanzer Rathaus debattiert über Nicht-WählerDer Subkurier, der Postillion der Freien Grünen Liste Konstanz, widmet sich in seiner neuen Ausgabe dem Thema Karrieren von Frauen in Konstanz. Autorin Dorothea Jacobs-Krahnen, die Mitglied der Fraktion der Freien Grünen Liste ist, bringt es auf den Punkt: Frauen können im Konstanzer Rathaus nichts werden. Anlass für die Berichterstattung ist die Wahl von Andreas Osner zum Nachfolger von Claus Boldt und damit zum neuen Bürgermeister. Mit ihrer Wahrnehmung steht Dorothee Jacobs-Krahnen offenbar nicht alleine da.

 Frauen in Konstanz unerwünscht

„Frauen unerwünscht-Rolle rückwärts im Gemeinderat“, schreibt die Stadträtin. Dann zitiert sie ausgerechnet Andreas Oser, der schrieb: „Machen wir uns nichts vor: Das größte Manko des deutschen kommunalpolitischen Personals ist eigentlich nicht so sehr die gewisse Einseitigkeit der vertretenen Berufe, sondern der viel zu geringe Frauenanteil.“ Das ist O-Ton Dr. Andreas Osner und es ist so nachzulesen im Web.

Fazit einer Stadträtin

Auch in Konstanz müsse man sich mittlerweile der bitteren Realität stellen, dass Frauen derzeit trotz hervorragender Qualifikation keine Chancen haben, Führungspositionen zu erreichen, schreibt Dorothee Jacobs-Krahnen. Die Stadträtin weiter: „Wir erinnern uns. Nach dem unrühmlichen Abgang des Intendanten Florian Riem wurde Madeleine Häusler zur Interimsintendantin gewählt. Madeleine Häusler studierte Musik-, Theater- und Literaturwissenschaften sowie Kunstgeschichte, war Musikdramaturgin, im Konzertmanagement und Geschäftsführerin. Sie machte sich schnell mit der schwierigen Lage des Orchesters vor Ort vertraut, ergriff Sofortmaßnahmen, um größeren Schaden vom Orchester abzuwenden und wählte durchaus offene Worte in den Ausschüssen.“ Gewählt wurde schließlich ein Mann.

Kompetenz zählt nicht

Bei Wahl einer Boldt-Nachfolgerin oder eines Boldt-Nachfolgers habe die FGL als größte Fraktion auf ihr Vorschlagsrecht verzichtet. „Qualifikation, Führungs- und Kommunalerfahrung sollten bei der Wahl den Ausschlag geben“, schreibt Dorothee Jacobs-Krahnen. Zwei kompetente Frauen hätten sich beworben, den Zuschlag aber bekam wieder ein Mann, Andreas Oser eben, der keinerlei kommunalpolitische Erfahrung habe, stellt die Rätin fest. Ihr Fazit: „Das ist bitter und ein Schlag ins Gesicht von qualifizierten, engagierten Frauen, die ihr fachliches Können vor Ort bereits unter Beweis gestellt haben.“

Rückblick OB-Wahl 2012

Auch bei der Konstanzer OB-Wahl im vergangenen Jahr hatten sich zwei Frauen beworben – gewählt worden ist auch damals ein Mann. Seither war in der Stadt immer wieder zu hören, dass Konstanz angeblich noch nicht reif für eine Frau im Rathaus sei. In einer weltoffenen Hochschulstadt ist das eigentlich kaum vorstellbar.

Vielleicht kamen die beiden Frauen bei der Oberbürgermeisterwahl 2012 auch nur nicht zum Zuge, weil die eine zu dogmatisch (City-Maut) und die andere womöglich zu großbürgerlich und nicht ausreichend authentisch wirkte. Zu denken gibt aber die Tatsache, dass in der CDU-Fraktion im Konstanzer Gemeinderat der Frauenanteil bei null liegt.

Hier geht es zur Seite der Freien Grünen Liste und direkt zum Subkurier

Ein Kommentar to “Subkurier erschienen: Titelgeschichte Bürgermeisterwahl in Konstanz”

  1. Sabine
    23. April 2013 at 21:55 #

    Hallo seeonline,

    vielen Dank für den Bericht. Ich kann dem nur zustimmen. Frauen in Führungspositionen ab Bürgermeister sind in der Stadt Konstanz chancenlos. Scheinbar geht es bei solchen Wahlen nicht um Fachkompetenz!

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