Take Off, Fly In und Come Together auf dem Flugplatz in Konstanz

Konstanzer Landeplatz feiert in zwei Wochen sein 100-jähriges Bestehen

Konstanz (wak) Ein großartiges Wochenende steht dem Konstanzer Flugplatz bevor. Er ist nach Angaben der ansässigen Vereine und Unternehmen der drittälteste in Deutschland. Am Anfang standen die Flugversuche der Aviatiker Ernst Schlegel und Bobby Züst, die mit ihrer selbstgebauten Flugmaschine experimentierten. Heute starten und landen Sportpiloten oder kleinere Chartermaschinen.

Knapp 1000 Meter Landebahn

Träger des Flugplatzes ist die Flughafengesellschaft Konstanz GmbH. Auf dem Der Verkehrslandeplatz Konstanz findet Motor-, Ultraleicht- und Segelflugbetrieb, aber kein Linienverkehr statt. Den gibt es heute nur noch in Zürich und Friedrichshafen, wo Linien- und Urlaubsflieger starten und landen. Die Konstanzer Landebahn ist mit ihren knapp 800 Metern u kurz. Auf dem Flugplatz ansässige Unternehmen und Vereine sind heute die KONAIR Flugbetriebs-GmbH, Ultraleichtflug Konstanz GmbH, Segelfluggruppe Konstanz e. V. und der Club der Flieger.

Drei professionelle Fluglehrer bei KONAIR

Die KONAIR Flugbetriebs-GmbH hat seit diesem Frühjahr den professionellen Flug- und Schulungsbetrieb reaktiviert. Am Start ist ein neues Team mit drei professionellen Fluglehrern und dem Chefpiloten Adrian Held sowie Rudolf Burgstaller, der verantwortlich für Technik und Wartung ist. KONAIR besitzt eine neumotorisierte Piper Warrior PA28-161 sowie eine Beagle Pub 121. Außerdem stehen eine weitere Piper, eine Bücker Jungmann und bei Bedarf auch noch zusätzliche Flugzeuge bereit. Das Unternehmen bereitet Schüler mit theoretischem Fachunterricht darauf vor, den Privatpilotenschein zu machen. Neu bietet das Flugunternehmen Ballonfahrten ab dem Flughafen an.

Historie – 100 Jahre Flugplatz

In den 20-er Jahren war der Konstanzer Verkehrslandeplatz wohl genauso bedeutend wie der Flughafen in Friedrichshafen. 1921 begann der Luftpostverkehr zwischen Konstanz und Stuttgart. 1921 wurde er auf die Strecke nach München ausgeweitet. Im Juni 1922 wurde die Luftverkehrsgesellschaft „Willy Truckenbrodt & Co“ gegründet. Mit Dornier-Flugbooten, die vor dem Stadtgarten am Ufer dümpelten, begann der Wasserflugbetrieb. Mehr als 40.000 Passagiere wurden befördert. 1927, ein Jahr bevor die erste Autofähre nach Meersburg fuhr, wurde die Fluglinie Konstanz – Wien eröffnet. 1931 war ein Windmühlenflugzeug „Gyrokopter“ aus England zu Besuch. Ein Fotograf lichtete es vor der großen Flugzeughalle stehend ab.

Dokumentation mit historischen Fotografien

1937, dem Jahr, in dem auch das Kur und Hallenbad öffnete, wurden alle Luftsportler zwangsweise im Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK) zusammengefasst. Zwei Jahre später, im Juli 1939, stürzte eine Schweizer JU-86 HB-IXA ins Wollmatinger Ried. Flugkapitän, Bordfunker und vier Passagiere starben. Nach dem Krieg dauerte es dann bis 1951, bis die Alliierten Segelflug wieder erlaubten. Erst 1955 wurde das Motorflugverbot wieder aufgehoben. Nachzulesen sind all diese historischen Daten und Fakten in einer von der Flughafen-Gesellschaft herausgegeben von Helge Loschan und Robert Leitner erstellten Dokumentation, die viele Fotos und wenige kurze erklärende Texte enthält. Gedruckt wurde die Festschrift zum Flughafenjubiläum im http://www.digitaldruckhaus.de.

Maschinen mit bis zu zwölf Personen sind das Limit

Stolz sind die Konstanzer, auf deren Flugplatz Maschinen mit bis zu zwölf Personen starten und landen dürfen, darauf, dass bis heute Piloten ausgebildet werden und auch schon die Karriere einiger Lufthansapiloten in Konstanz begann. Etwa 15.000 Starts und Landungen gibt es jedes Jahr. Ob es in einem Jahr mehr oder weniger sind, ist vor allem sehr wetterabhängig. Denn die Graspiste ist oft nass und der Flugverkehr ist in Konstanz ist nur nach Regeln des Sichtflugs möglich. Seit dem Neubau der B 33 ist das Flughafengelände allerdings trockener geworden.

Formationsflüge am Himmel über Konstanz

Vor allem während des Jubiläumswochenendes am Samstag und Sonntag, 19. und 20. Juni, darf sich das Publikum auf ein tolles und spektakuläres Programm auf dem Flughafen freuen, das das Stadtmarketing auf die Beine gestellt hat. Bei der „Aviator’s Party“ mit Jürgen Waideles Band, die bereits am Freitagabend, 18. Juni, stattfindet und bei der der Dresscode „Alles was fliegt“ gilt, gibt es zwei Flugtickets mit der Swiss nach New York zu gewinnen. Am Samstag und Sonntag werden beim Fly-In viele Flugzeuge in Konstanz erwartet. Bei schönem Wetter dürften voraussichtlich bis zu 100 Oldtimer-Maschinen auf dem Flughafen stehen. Zu sehen sind außerdem ein oder sogar zwei Helikopter. Wer mag, kann für 40 Euro zu einem 20-minütigen Rundflug starten. Nur Flüge mit dem Helikopter und Oldtimern sind teurer. Am Himmel wird es Formationsflug und Segelkunstflug zu sehen geben. Geplant ist zudem eine Konstanzer Papierfliegermeisterschaft, bei der jeder Teilnehmer ein DINA 4 Blatt Papier erhält. Sieger ist der Flieger, der am längsten in der Luft schwebt. Der Gewinner bekommt einen Flug nach London. Der Weltrekord liegt momentan bei 49 Sekunden. Am Sonntag um 14 Uhr soll es außerdem einer Oldtimerauktion, eine Versteigerung von Oldtimer-Autos und Zubehör, geben.

Mehr Infos über den Flugplatz unter http://www.flugplatz-konstanz.de/

Das Jubiläumsprogramm im Überblick gibt’s unter http://www.flugplatz-konstanz.de/jubilaeum.html

Konstanz aus der Vogelperspektive: Ein Video zeigt, was auch  Teilnehmer eines Rundflugs am Jubiläumswochenende sehen könnten.


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