Tanja Gönner an Konstanzer B 33 Baustelle: „Jetzt brauchen wir den Ausbau Südwest“

Besuch der Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Verkehr sendet Signal nach Berlin aus

Konstanz. Ein Signal nach Berlin hat die baden-württembergische Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner mit ihrem Besuch der B 33 Baustelle in Konstanz ausgesandt. Das Land finanziert mit zwölf Millionen Euro die komplette Planung der B 33 vor. Dieses Versprechen hat Tanja Gönner am Donnerstagnachmittag in Konstanz wiederholt. „Wir werden nicht nachlassen“, sagte Gönner, die das Bundesstraßenprojekt am Bodensee für dringlich hält. Normalerweise beginnt die Werkplanung erst, wenn der Bund das Geld gibt. Wäre heute Baubeginn und würden die Straßenbauer aus zwei Richtungen gleichzeitig bauen, würde es noch zehn Jahre dauern, bis die letzte Lücke zwischen Konstanz und Allensbach geschlossen wäre.

Fertige Pläne mit Signalwirkung für Berlin

Zwölf Millionen Euro für die Planung der B 33 ist ein Batzen. Das Budget für Planungen ist in Baden-Württemberg gedeckelt und im ganzen Land gibt es jährlich nur 37,5 Millionen Euro. Gönner sagte, das Land habe sich zu diesem ungewöhnlichen Schritt entschlossen, „damit’s nicht an der Planung scheitert“. Dass auf der Strecke zwischen Allensbach und Konstanz weiter gebaut werden kann, heißt das aber noch lange nicht. Die Spardiskussion auf Bundesebene bremst den Weiterbau. Sämtliche Fernstraßenprojekte sind mehrfach überzeichnet. „Wir warten seit 30 Jahren“, sagte ein Allensbacher an der Baustelle. Mehr als mit den Menschen vor Ort sprechen, mit den Bürgermeistern Helmut Kennerknecht aus Allensbach und Wolfgang Zoll von der Reichenau, mit Konstanzer Stadträten und Ortsvorstehern reden, kann aber auch Tanja Gönner nicht. Einen Geldscheißer hat die Umwelt- und Verkehrsministerin nicht. Hätte die B 33 nicht vom Sonderprogramm Maut-Überschüsse profitiert, wäre bisher überhaupt nicht weiter gebaut worden.

Letzte Ausfahrt Konstanz

Zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Andreas Hoffmann (CDU) und dem Bundestagsabgeordneten Andreas Jung (CDU) stand die Ministerin vor dem zitronengrünen Baubüro Rede und Antwort. Eingeladen hatten die Konstanzer CDU und die Bürgergemeinschaft Fürstenberg Wollmatingen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Konstanzer Gemeinderat, Alexander Fecker, sieht es so: „Derzeit sorgt das Nadelöhr von Allensbach bis Konstanz für untragbare Staus und Behinderungen, die massiv die Umwelt belasten.“ Und weiter: „Zudem treiben die langen Fahrzeiten für Unternehmen die Kosten für Transporte in die Höhe. Diese Straße ist auch die Zufahrt zur schweizerischen Autobahn in Richtung Zürich“, hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende im Konstanzer Gemeinderat, Alexander Fecker, gerade erst an die Ministerin geschrieben. „Konstanz hat nur diese eine Zufahrt“, sagte Fecker vor der Bauhütte noch einmal.

Keine Entlastung, solange ein Meter fehlt

Helmut Kennerknecht wiederholte mehrfach denselben Satz: „Erst, wenn der letzte Meter gebaut ist, ist Konstanz entlastet.“ Andreas Hoffmann sagte: „In der Region ist die B 33 die wichtigste Straße.“ Dass die Westtangente gebaut werde, sei gut, weil sie Wollmatingen entlaste. Statt täglich 24.000 Autos werden nur noch 8000 bis 10.000 durch Wollmatingen rollen. Doch auch die Westtangente braucht die B 33. Jetzt sei es wichtig, dass die letzten 12,5 Kilometer gebaut würden. Kosten werden diese 12,5 Kilometer samt Tunnels 145 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der B 33 Abschnitt von der Deutsch-Schweizer-Grenze bis zum Flugplatz kostete 85 Millionen Euro. „Was für Stuttgart Stuttgart 21 ist, ist für uns die B 33“, unterstrich Hoffmann die Bedeutung des Straßenbauprojkets, Nur einen einzigen Unterschied gebe es. „Wir wollen“, so Hoffmann. Gönner sagte, Baden-Württemberg habe immer den Aufbau Ost unterstützt. „Jetzt brauchen wir den Ausbau Südwest“, so die Ministerin. „Wir als Land tun, was wir können.“ Der Bund aber müsse bezahlen.

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