Tatort Hegau-Tower in Singen: Wer hat das Puma-Fell gesehen?

Fata Morgana oder Katzenfell an der Wand? – Büro des Hauptzolls im Fokus

Singen. Dealer, Schmuggler, Schweizer, ein Bodensee-„Tatort“ im Fernsehen, grüne Ausfuhrzettel und angeblich ein Puma-Fell an der Wand. Im Bodensee-„Tatort“ kam am vergangenen Sonntag ein Zollbeamter zu Tode. Realität und Fiktion scheinen an der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz dicht beieinander zu liegen oder gar zu verschwimmen. Jetzt meldeten sich auch noch Zeugen, die ausgerechnet hinter einem Fenster des Hegau-Towers in Singen ein Puma-Fell hängen gesehen haben wollen. Das betreffende Büro gehöre zum Hauptzollamt, so die Hinweisgeber. Klara Blum und Kai Perlmann – bitte ermitteln Sie!

Tatort deutsch-schweizerische Grenze

Am vergangenen Sonntag hat im „Tatort“ eine Zollbeamtin einen Zollbeamten gemeuchelt. Der Zöllner saß erschossen in seinem Auto. Im richtigen Leben fürchten sich Zollbeamten im Kreis Konstanz, weil sie an der deutsch-schweizerischen Grenze zwischen Waldshut und Konstanz alleine Dienst tun sollen statt zu zweit. Mulmig wird es Beamten, wenn sie an ein Verbrechen denken, dass sich 1998 ebenfalls im richtigen Leben am mittlerweile für Autos geschlossenen Grenzübergang Klein-Venedig in Konstanz ereignete. Damals erschoss ein Schmuggler, der Waffen und Munition im Auto hatte, einen deutschen Zollbeamten und dessen Schweizer Kollegen.

Zollbeamte wollen nicht alleine Dienst tun

Kein Verständnis haben Zollbeamten denn auch für Hauptzollamtsleiter Udo Kohlschreiber, der nun Zollbeamten zu bestimmten Zeiten alleine an der Grenze Dienst tun lassen möchte. Im „Tatort“ waren sie immer zu zweit und hatten auch noch den Diensthund „Money“ bei sich. Anscheinend sollen die betreffenden Beamten – anders als die im „Tatort“ – auch keine Schmuggler fassen. Die Zollbeamten sollen mutmaßlich nur nett zu Schweizern sein, die einen Stempel benötigen, um sich die Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen zu können. Die deutschen Zollbeamten sollen dem Vernehmen nach in ihrem Häuschen sitzen und stempeln und stempeln. Wenn doch einmal ein Schmuggler unter den Einkäufern mit ihren grünen Zetteln ist, sei eine zweite Streife in zehn Minuten am Grenzübergang.

Viele grüne Zettel

Angeblich stemple der Zoll mehrere Millionen Ausfuhrzettel jedes Jahr ab. Statt mehrere Tausend Kontrollen täglich seien deshalb nur viel,viel weniger möglich, heißt es. Der Konstanzer Theaterintendant Christoph Nix, der am vergangenen Sonntagabend im „Tatort“ einen ertappten Schmuggler spielte, dürfte also mit seinem Geldpaket im richtigen Leben unbehelligt über die Grenze kommen, vorausgesetzt, diese Angabe stimmt. Verbürgt zu sein scheint, dass Hauptzollamtsleiter Udo Kohlschreiber bei den Zollbeamten auch wegen des Einzeldienstes an der Grenze nicht sonderlich beliebt ist.

Über den Puma

Der Puma ist eine Katzenart, die in Nord- und Südamerika lebt. Das Fell ist kurz, dicht und einfarbig. Manchmal ist es gelbbraun bis rötlichbraun und manchmal silbergrau. Die Schwanzspitze ist dunkel. Pumas waren früher über den größten Teil Nord- und Südamerikas verbreitet. Mittlerweile stehen Pumas unter Artenschutz. Weltweit soll es weniger als 50.000 erwachsene Tiere geben.

Fata Morgana in Singen

Wer sich ein Puma-Fell anschauen möchte, könnte einmal bei den Zöllnern der Artenschutzgruppe am Flughafen Frankfurt/Main nachfragen. Sie haben, seit das Washingtoner Artenschutzabkommen gilt, eine gutbestückte Asservatenkammer mit beschlagnahmten Fundstücken wie einem ausgestopfter Baby-Grizzlybär, einem ausgestopften Puma und auch einer Sammlung an Fellen. Angeblich hätten Bahnreisende, so heißt es, aber nicht nur in der Frankfurter Asservatenkammer, sondern auch vom Singener Bahnhof, vom Gleis fünf aus ebenfalls ein Puma-Fell sehen können. Es habe in einem Büro im Hegau-Tower an der Wand gehangen. Im Gebäude residiert, wie eine kleine Recherche ergab, ausgerechnet das Hauptzollamt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit dürfte es sich deswegen auch nur um eine Luftspiegelung, also um eine Fata Morgana gehandelt haben. Oder will ein ertappter Schmuggler den Zoll anschwärzen? Klara Blum und Kai Perlmann sollten der Sache, wenn sie zum nächsten Mal am Bodensee ermitteln, unbedingt nachgehen. Sachdienliche Hinweise in der Zwischenzeit bitte in die Kommentarspalte.

Foto: privat/Fassade des Hegau-Towers

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