Tatort „Wunschdenken“ am Sonntag

Abstimmung mit der Fernbedienung oder der Maus – Neuer Tatort auch als Livestream

Konstanz. Am Sonntag geht der neuer Schweizer Tatortkommissar Reto Flückiger zum ersten Mal in Luzern auf Verbrecherjagd. Die Folge sollte ursprünglich schon im April zu sehen sein. Der Tatort „Wunschdenken“ fiel aber beim Schweizer Fernsehen durch. Die Macher mussten nacharbeiten. Fernsehkritiker, die die Folge vorab gesehen haben, haben aber auch die überarbeitete Fassung verrissen. Ist der Tatort „Wunschdenken“ tatsächlich so schlecht? Tatort-Fans werden die Folge selbst anschauen wollen – Kritiken und Kommentare sind erlaubt. Der Schweizer Blick meint am Tag danach, die Deutschen nörgeln.

Vom Bodensee zum Vierwaldstättersee

Flückiger hat sich von der Schweizer Seepolizei zur Kripo Luzern versetzen lassen. Ganz leicht gefallen ist ihm das nicht – auch nicht dem Schauspieler Stefan Gubser: Er spielte bisher gern mit der Konstanzer Tatortkommissarin Eva Mattes. Am Sonntag wassert Reto Flückiger sein Segelboot auf dem Vierwaldstättersee ein – und Klara Blum und der Bodensee sind erst einmal Geschichte.

Kritiker meinen

„Am Sonntag feiert der Schweizer Tatort auf SF1 endlich Premiere. Der Weg dahin war harzig, der Krimi selber ist es auch“, schreibt 20 Minuten und lässt kein gutes Haar am Schweizer Tatort.

 

„Der falsche Mann für den «Tatort» Der neue Schweizer Krimi hat einen Ermittler ohne Abgründe und ohne Macken: Stefan Gubser fehlt der Charakterkopf“, urteilt die Basler Zeitung.

 

Auch die Österreicher finden den Film nicht gelungen. „Team Schweiz fällt durch. ‚Lachhafte‘ Sexszenen und kein logischer Verlauf – harte Kritik für erste Folge“, heißt es bei News.at.

 

Immerhin: „,Es war toll Stefan Gubser zu küssen’“, titelt der Schweizer Blick. „Nach ,CSI Miami‘ und ‚The Sopranos‘ spielt die Schweizerin Sofia Milos (41) am Sonntag erstmals in einem Schweizer ­Tatort mit. Und sorgt für Aufregung.“ Vor allem Sofia Milos ist vorab aber besonders heftig kritisiert worden.

Der Schweizer Tatort „Wunschdenken“ läuft am Sonntag, 14. August, um 20.05 Uhr auf SF1 und um 20.15 Uhr im Ersten. Außerdem ist er als Livestream in der Mediathek der ARD im Internet zu sehen.

Foto: SWR

2 Kommentare to “Tatort „Wunschdenken“ am Sonntag”

  1. dk
    13. August 2011 at 10:01 #

    Wahrscheinlich macht Hr. Gubser zukünftig öfters Urlaub in der franz. und ital. Schweiz, wird dort Zeuge diverser Verbrechen und kann der einheimischen Polizei helfen oder „auf eigene Faust“ ermitteln.

    Das Thema muss man nicht unbedingt politisch korrekt „mit der Konkordanz in der CH“ begründen, sondern könnte es auch als etwas Werbung für die Tourismusbranche ansehen. Für dt. Zuschauer in nördlicheren Regionen ist auch der etwas italienisch-französche Lebensstil inkl. Architektur und Natur reizvoll: man muss nicht unbedingt den fiktiven Standortwechsel der Mafia von Neapel ins Tessin erfinden.

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    Apropos:
    Im dt. Gesundheitswesen soll inzwischen Multikulti Selbstverständlichkeit und wirtschaftliche Notwendigkeit sein; akzentfreies Deutsch auch. Bei einer jungen Ärztin hat man es erst am Namen bei ihrer Unterschrift gemerkt; bei einigen jungen „mobilen“ Pflegerinnen aus den NeuenBL oder Osteuropa hat man es eher am „gewissen etwas“ gemerkt, was mit „Sex und Crime“ nichts zu tun hat.

    Schade, dass man keinen dt. Tatort auf dem sog. „grünen Band“ (ehem. Todesstreifen) gedreht hat: ein Wessi trifft beim Wandern einen Ossi und erkennt ihn am Dialekt. Das Thema kommt auf 1000 Mauertote. Der Ossi meint, man müsse diese Zahl auf einige Jahrzehnte verteilen und das jedem bekannte Abschreckungsrisiko berücksichtigen. In der DDR wären jedenfalls im Gesundheitswesen keine 15-17 Tds. Personen jährlich durch mangelhafte Pflege verstorben. Für einen Totschlag im Affekt müsste es reichen, obwohl es auf Ossis relativ unglaubwürdig klingen würde.

    Bei einem DDR-Besuch hat ein ca. 8-jähriges Mädchen grössere Verlegenheit durch „banale dumme Fragen“ in einer 4 Augen-Situation verursacht; die Eltern forderten rechtzeitig tätige Mithilfe im Haushalt.
    Als Gast hatte man keine Veranlassung irgendwelche Noten zu verteilen. Wenn man sich dann noch an die korrekte Abwicklung der Einreise bis zur polizeilichen Anmeldung vor Ort erinnert, kann man ein zwangsloses Unwohlsein vor über 10 Jahren bei einem Aufenthalt in den NeuenBL verstehen; es wurde versucht, die 1-2 wöchige Studierunfähigkeit durch Kopfschmerzen mit Alkohol zu betäuben; Komasaufen macht man i.d.R. nur ein einziges Mal (hilft zwar kurzfristig, aber der lange Brechreiz ist beachtlich).

    Es lohnt sich also beim Urlaub in den NeuenBL die Metropolen zu verlassen und das Land kennenzulernen: man kann auch vieles non-verbal sehen, wobei man nicht einmal seine Sonnenbrille absetzen muss. Und die Erfahrung machen: allzu autoritäre Typen oder Selbstdarsteller fühlen sich ziemlich einsam.

  2. nachgebloggt
    29. August 2012 at 07:48 #

    Der Tatort wurde ja einige Monate verschoben weil man sich wohl nicht so einig war auch ich bin hin und her gerissen, ob ich diesen Tatort gut fand oder nicht. Einerseits ist es schön, dass der Tatort die Schweiz erreicht, andererseits ist es als deutscher Zuschauer doch anstrengend den Film über diesen Akzent zu hören.

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