Taximörder-Anwalt: Bluttaten noch nicht reflektiert

Mutmaßlicher Mörder sitzt in Hohenasperg ein – Pflichtverteidiger besucht Mandanten einmal im Monat

Klaus Frank Pflichtverteidiger des mutmaßlichen TaximördersKonstanz. Als Klaus Frank, Pflichtverteidiger des mutmaßlichen Taximörders vom Bodensee, öffentlich sagte, er rechne mit Sicherungsverwahrung für seinen Mandanten, sollte der Angeklagte verurteilt werden, sorgte die Äußerung auch für Empörung. Klaus Frank sagte: „Ich bin nicht sein Freund.“ Er sei vom Gericht bestellt worden. Seine Aufgabe sei es dafür zu sorgen, dass sein Mandant fair behandelt werde. Genau das werde er tun.

Prozessbeginn am 11. Januar

Wer sich über seine Äußerung zu Thema Sicherungsverwahrung aufrege, habe keine Ahnung vom Recht, sagte der Konstanzer Anwalt, der demnächst ein begehrter Ansprechpartner der Medien sein dürfte. Am 11. Januar beginnt vor dem Konstanzer Landgericht der Prozess gegen den mutmaßlichen Taximörder vom Bodensee. Auf der Anklagebank sitzen wird ein Russlanddeutscher, der kein Einkommen oder Vermögen hat und sich deshalb auch keinen eigenen Anwalt oder gar Starverteidiger leisten könnte.

Zwei brutale Verbrechen

Der Mann hatte in Singen eine Taxifahrerin entführt und schwerst verletzt, bevor er einen Tag später eine zweite Taxifahrerin in Hagnau mit einem Messer erstach. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der zum Tatzeitpunkt 28-Jährige beiden Frauen mit der Absicht, sie zu töten und sie zu berauben, mit einem Messer in den Hals gestochen hat. Außerdem habe der mutmaßliche Mörder sexuelle Motive gehabt. Das Singener Opfer überlebte schwer verletzt und ist seitdem teilweise gelähmt. Die andere aus Friedrichshafen stammende Frau verstarb noch am Tatort. DNA-Spuren führten, nachdem der brutale Täter die Bodensee-Region in Angst und Schrecken versetzt hatte, zur Identifizierung und Verhaftung des zunächst flüchtigen Angeschuldigten.Die Taten passierten im Juni.

Angeklagter begreift Taten noch nicht

Pflichtverteidiger Klaus Frank kommuniziert mit seinem Mandanten mit Hilfe eines Dolmetschers. Er gehe davon aus, dass der mutmaßliche Taximörder möglicherweise psychisch krank sei. Frank sagte: „Ich glaube nicht, dass er seine Taten schon reflektiert hat.“ Ob der in Hohenasperg Einsitzende Scham empfindet oder vollkommen gefühlskalt ist, vermag der Verteidiger nicht zu beurteilen.

Sehr gut ermittelt

Aus rechtsstaatlichen Gründen sei er zum Pflichtverteidiger bestellt worden. Es sei sehr gut ermittelt worden. Rein fachlich sei das Strafverfahren für ihn eine „tolle Sache“, auch wenn die Ereignisse menschlich grausam waren. Einmal pro Monat besuche er seinen Mandanten in Hohenasperg. Der Schriftverkehr sei in russischer Sprache.

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.