Taximord am Bodensee: Anklage voraussichtlich wegen Mordes und versuchten Mordes

Mutmaßlicher Taximörder möglicherweise in Russland in Haft

Friedrichshafen/Konstanz (wak) Der mutmaßliche Taximörder von Hagnau könnte bereits in Russland straffällig geworden sein. Das deutete der Sprecher der Polizeidirektion Friedrichshafen, Markus Sauter, gestern gegenüber See-Online an. Neue Informationen gebe es aber nicht. Der mutmaßliche Mörder hielt sich von 2007 bis Anfang Juni diesen Jahres mit hoher Wahrscheinlichkeit in Russland auf. Sauter sagte, verlässliche Angaben darüber, ob der 28-Jährige vor seiner Widereinreise nach Deutschland in Russland Verbrechen beging und, falls ja, welche Taten er in Russland begangen hat, gebe es momentan nicht.

Polizei arbeitet noch am Bewegungsprofil

Der Polizeisprecher sagte weiter, die Sonderkommission, die Beamten der Polizeidirektionen Konstanz und Friedrichshafen nach den brutalen Verbrechen an zwei Taxifahrerinnen gebildet hatten, ermittle weiter. Offenbar sind die Beamten derzeit noch immer dabei ein Bewegungsprofil des Tatverdächtigen zu erstellen. Der mutmaßliche Mörder, der in Untersuchungshaft sitzt, schweigt beharrlich weiter. Die Motive jenes Mannes, der im Juni zunächst eine 44-Jährige Frau in Singen brutal vergewaltigte und lebensgefährlich verletzte und am Tag danach eine 32 Jahre alte Taxifahrerin aus Friedrichshafen in Hagnau mit einem Messe tötete, sind weiterhin unklar. Zunächst gingen die Ermittler davon aus, dass der mutmaßliche Mörder auf Rat seines Anwalts möglicherweise sein Schweigen brechen könnte. Das passierte aber bisher noch nicht.

Pflichtverteidiger aus Konstanz

Verteidiger des mutmaßlichen Mörders ist der Konstanzer Rechtsanwalt Klaus Frank. Frank, der gestern und heute leider für See-Online nicht zu sprechen war, hat die Pflichtverteidigung des Tatverdächtigen übernommen. Gegen den mutmaßlichen Mörder könnte noch in diesem Jahr Anklage erhoben werden. Das berichtete heute der SWR. Bei einer Pressekonferenz nach der Verhaftung des Tatverdächtigen in Hagnau hatte ein Konstanzer Staatsanwalt erklärt, der Mann werde des versuchten Mordes im Singener Fall und des Mordes im Hagnauer Fall beschuldigt. Das Tatmerkmal der Heimtücke sei erfüllt, so der Staatsanwalt damals. Die in Hagnau ermordete Taxifahrerin hinterließ zwei Kinder im Grundschulalter.

Aufenthaltsorte zwischen 2007 und 2010 unbekannt

Bei der Pressekonferenz kurz nach der Festnahme des Mannes in Brandenburg hatte die Konstanzer Staatsanwaltschaft auch einige wenige Informationen zur Biografie des Tatverdächtigen preis gegeben.Ursprünglich stammte der mutmaßliche Mörder, der deutscher Staatsbürger ist, aus Sibirien. Zehn Jahre lang besuchte der Tatverdächtige dort eine Schule, die er mit einem mittleren Bildungsabschluss verließ. Im Jahr 2000 wanderte er mit seinen Großeltern nach Deutschland aus. 2003 kam er nach Singen. Ein Konstanzer Staatsanwalt bezeichnete den Russlanddeutschen als „notorischen Kleinkriminellen“. Am 3. Dezember 2006 ging der mutmaßliche Mörder im Streit mit einem Taschenmesser auf einen Mann los. Dieser zog aber später die Anzeige zurück. 2007 hatte sich die Spur des mutmaßlichen Mörders verloren. Von 2007 bis Anfang Juni hielt sich der mutmaßliche Mörder, der in Deutschland keinen festen Wohnsitz mehr hatte, offenbar in Russland auf. Das berichtete der Konstanzer Staatsanwalt bei der Pressekonferenz in Hagnau. Möglicherweise saß der Tatverdächtige in dieser Zeit auch in einem russischen Gefängnis.

Foto: Archiv See-Online

Ein Kommentar to “Taximord am Bodensee: Anklage voraussichtlich wegen Mordes und versuchten Mordes”

  1. dk
    7. Juli 2010 at 20:44 #

    ### Mutmaßlicher Taximörder möglicherweise in Russland in Haft

    Die Entwicklung vom kleinen Dieb zum brutalen Schwerstverbrecher wäre durch eine max. Haftdauer von 3-4 Jahren in RU nicht erklärt, sofern er nicht vorzeitig fliehen konnte (unrealistisch).

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