Taximörder vom Bodensee jetzt auch rechtskräftig verurteilt

Jetzt doch keine Revision im Taximord-Prozess – Nebenklägerin zog Revision zurück

Vermummter Angeklagter im TaximordprozessKonstanz. Das Urteil der Schwurgerichtskammer in Sachen Taximord ist inzwischen rechtskräftig. Das teilte das Konstanzer Landgericht mit. Die von der Nebenklägerin eingelegte Revision sei mit Schriftsatz vom 14. März zurückgenommen worden.

Es bleibt dabei: Angeklagter vermindert schuldfähig

Der mutmaßliche Taximörder vom Bodensee war Anfang Februar zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe und Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik verurteilt worden. An seiner Schuld bestand kein Zweifel. Der Angeklagte galt aber als vermindert schuldfähig. Andrej W. nahm die Verkündung des Strafmaßes damals entgegen, ohne eine menschliche Regung zu zeigen.

Nebenklägerin wollte zuerst Haft statt Psychiatrie

Nachdem die Fotografen den Gerichtssaal verlassen hatten, war auch die im Rollstuhl sitzenden Singener Taxifahrerin in den Saal gekommen. Sie saß neben ihrer Anwältin. Strafverteidigerin Christine Thurau, die Anwältin des Singener Opfers, sagte zuvor in einem eindringlichen Plädoyer gesagt: „Wir haben hier einen Serienmörder gestoppt.“ Für sie stand außer Frage, dass der Angeklagte voll schuldfähig war. Systematisch habe der Angeklagte auf die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus hingearbeitet. Sein Mandant sei „schwer psychisch krank“, hatte dagegen Pflichtverteidiger Klaus Frank entgegnet und für die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik plädiert. Dem hatte das Gericht entsprochen.

Urteil zunächst nicht rechtskräftig

Der Vorsitzende Richter Jürgen Bischoff sagte, es habe kein anderes Ereignis gegeben, das die Menschen am Bodensee so in Angst und Schrecken versetzt habe wie die Verbrechen am 8. und 9. Juni 2010 in Singen und Hagnau. Für den Richter stand außer Frage, dass der nun Verurteilte zwei Taxifahrerinnen töten wollte, um sich an ihnen zu vergehen. Das Urteil war zunächst noch nicht rechtskräftig, weil die Nebenklägerin Revision ankündigte.

Foto: Archiv wak

 

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