Till Seiler plumpst wegen Freiburger Papstbesuch ins Sommerloch

Konstanzer Bundestagsabgeordneter unterstützt Aktionsbündnis „Freiburg ohne Papst“ – Konstanzer CDU-Stadträte schreiben an Winfried Kretschmann

Konstanz. Weil er das Aktionsbündnis „Freiburg ohne Papst“ unterstützt, stellen die Konstanzer CDU-Stadträte Roger Tscheulin (Fraktionsvorsitzender) und Wolfgang Müller-Fehrenbach (Stellvertreter) den grünen Konstanzer Bundestagsabgeordneten Till Seiler an den Pranger. Sie haben deswegen an den grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann geschrieben. Mitten im Sommerloch kommt so eine Nachricht der Lokalzeitung gerade Recht.

Bündnis „Freiburg ohne Papst“

Am 24. und 25. September will Papst Benedikt XVI Freiburg besuchen. Für die Polizei in Baden-Württemberg bedeutet das Mehrkosten von fünf Millionen Euro. Das berichtete die Badische Zeitung. Im städtischen Haushalt der Stadt Freiburg finden sich 300.000 Euro, die Freiburg für den Papstbesuch ausgeben möchte. Nicht alle Freiburger finden das gut. Das Bündnis „Freiburg ohne Papst“ hat sich formiert. Das Logo des Bündnisses ist ein Kondom über dem Münsterturm. Sprecher der Gruppe der Gegner des Papstbesuchs ist der 71-jährige Sozialarbeiter und Jurist Albrecht Ziervogel.

Mehr als 1.500 Unterschriften gegen Papstbesuch

1.517 Menschen hatten bis Samstagmittag einen Aufruf im Internet unterschrieben. Nicht willkommen ist Papst Benedikt XVI den Unterzeichnern, weil das Kondomverbot des Papstes die Gesundheit von Millionen von Menschen in aller Welt gefährde, der Papst Frauen diskriminiere und ihnen Rechte vorenthalte, seine auf Verboten basierende Sexualmoral zu kirchlich bedingtem Selbsthass führe und seine Ablehnung von Homosexualität grundlegenden Menschenrechten widerspreche. Zu den prominenten Unterzeichnern des Aufrufs gehören Uta Ranke-Heinemann, Theologin und älteste Tochter des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann, Jacques Tilly, Illustrator und Bildhauer, Klaus Theweleit, Literaturwissenschaftler und Kulturtheoretiker, und Ralf König, schwuler katholischer Comic-Zeichner, Lutz van Dijk, Autor und Pädagoge, sowie der Konstanzer grüne Bundestagsabgeordnete und bekennende Homosexuelle Till Seiler.

Mehrere Gruppierungen unterstützen Bündnis

Bündnispartner des Aktionsbündnis „Freiburg ohne Papst“ sind neben anderen die Rosa Hilfe Freiburg e.V., Freiburger Lesbenfilmtage e.V., Radio Dreyeckland Freiburg, habs, Homosexuelle AG Basel, UStA der Pädagogischen Hochschule Freiburg, der Motorradclub Kuhle Wampe Freiburg und auch die Grüne Jugend Baden-Württemberg.

Till Seiler wieder am Pranger

Die CDU-Fraktion im Konstanzer Gemeinderat prangert jetzt öffentlich an, dass Till Seiler das Aktionsbündnis „Freiburg ohne Papst“ unterstützt und schreibt an den grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann unter anderem: „Mit großem Bedauern haben wir die öffentliche Verunglimpfung von Papst Benedikt XVI. durch Ihren Parteifreund Till Seiler MdB zur Kenntnis genommen.“ Der Konstanzer Südkurier hat über die Empörung der konservativen Konstanzer Stadträte berichtet. Erst vor wenigen Wochen hatte die Lokalzeitung den Grünen, der erst kürzlich in den Bundestag nachgerückt ist, wegen einer Äußerung in einer Schülerzeitung an den Pranger gestellt und eine ironisch gemeinte Aussage skandalisiert.

Hier geht es zur Website des Aktionsbündnis „Freiburg ohne Papst“.

9 Kommentare to “Till Seiler plumpst wegen Freiburger Papstbesuch ins Sommerloch”

  1. megatherium
    6. August 2011 at 12:54 #

    Wenn die CDU bellt hat man was richtig gemacht.

  2. Hinterbänkler
    6. August 2011 at 17:36 #

    Also die Herren Roger Tscheulin und Wolfgang Müller-Fehrenbach: Petzen beim Oberlehrer. Das geht ja wohl gar nicht ;-)

  3. Tilmann Breetsch
    7. August 2011 at 09:36 #

    Kritik speziell an der katholischen Kirche wird beklatscht und diejenigen, die sich darüber empören, werden lächerlich gemacht. Kritik am Papst und an der katholischen Kirche kann man ja auch gefahrlos äußern. Der erhabene Kritiker kann sich sogar als besonders aufgeklärt auf die Schulter klopfen lassen. Kritik am Islam hingegen wird umgehend als Islamhass abgestempelt und derjenige der sowas wagt, hat’s fortan schwer: Von den einen wird er rechtsradikal und rassistisch geschumpfen. Von den anderen gerne mit dem Tod bedroht.

  4. dk
    7. August 2011 at 12:07 #

    Das Wort des Jahrzehntes dürfte Teaparty werden und jeder möchte sich angesprochen werden.
    Es vereinfacht Politik noch viel mehr, wenn man nur zwischen Konfrontations- und Kompromiss-Politikern (bzw. Menschen) unterscheidet. (Wissenschaftliche) Modelle sollen Komplexitäten stark vermindern.

  5. Mohrrübenkiller
    7. August 2011 at 12:12 #

    Als evangelische Christ fühle ich mich auch verunglimpft. Eine
    Münster mit einem Kondom übergestülpt?
    Geht es eigentlich noch perverser? Und dann noch der Herr Seiler.
    Früher galt der Spruch. Zuerst vor der eigenen Türe kehren.

    In den Reihen der Grünen gibt es einen Abgeordneten. Volker
    Beck. Bekennender Hinterlader. Und dieser ominöse Abgeordnete
    fordert: Kindersex ist Menschenrecht.

    Geht es eigentlich bei dieser Partei nur noch um Atheisten oder
    Schwule oder Multi – Orientierung?

    Es erfüllt einem mit Ekel wenn man sieht wie ein zukünftiger
    Abgeordneter in Berlin sich so benimmt. Aber warscheinlich ist
    es jetzt so Mode. Der Pöbel kommt nach Berlin.

    Rücktritt. Und zwar sofort. Herr Seiler Sie sind untragbar.

  6. Mohrrübenkiller
    7. August 2011 at 12:36 #

    Hallo Kommentator Herr T. Breetsch!
    Es gibt seit neuestem eine Partei „Die Freiheit“. Hier können Sie
    sich islamkritisch äußern.
    Und wir sind auch nicht rassistisch oder rechtsradikal. Und wenn
    wir von den Grünen kritisiert werden ist dies wie ein Ritterschlag.

    Denken Sie immer daran was Claudia Roth sagte. Deutsche!
    Deutsche sind „Nichtmigranten“. Mehr nicht.
    Pfui Teufel.

  7. Hinterbänkler
    7. August 2011 at 12:54 #

    @Tilmann Breetsch
    Ja, da ist was dran. Aber welche Konsequenz kann man daraus ziehen? Sollen wir die Aufklärung in unserer Gesellschaft zurückdrehen? Oder was wäre eine Alternative?

  8. Frau Elise
    7. August 2011 at 15:56 #

    @Tilmann Könnte damit zu tun haben, dass Islamkritiker in der Regel politische Dumpfbacken sind, denen es nicht um Kritik, sondern um Hetze geht.

  9. Holger
    6. November 2011 at 23:59 #

    Da freuen wir uns aber, dass Tilmann Breetsch eine neue Plattform gefunden hat, um seine Antiislamhasstiraden loszuwerden. Was sagt denn die FDP dazu?

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.