Tobias Bücklein holt mächtige Männer auf die Konstanzer Showbühne

Bückleinmusiktalkshow mit Nycomed-Chef Gilbert Rademacher und SWR-Unterhaltungs-Chef Rainer Matheis

Konstanz. Wickie und die starken Männer oder Bücklein trifft die Mächtigen. Der Konstanzer Entertainer Tobias Bücklein holt sich bei seiner Bückleinmusiktalkshow am Freitag, 28. Oktober, zwei mächtige Männer auf die Bühne. Der eine ist Gilbert Rademacher, Deutschland-Chef von Nycomed, und der andere Rainer Matheis, Unterhaltungschef beim SWR-Fernsehen. Zu beiden hat Bücklein eine ganz besondere Liaison. Nycomed ist ein mächtiges Unternehmen in Konstanz, die Pharma-Firma ist Sponsor des Talks und macht Bückleins Live-Show erst möglich. Und ins Fernsehen schaffen würde es der Mann, der als Kind am liebsten Rudi Carrell guckte, auch sehr gern.

Hey, hey Wickie hey…

Tobias Bücklein wirkt eher schmächtig als mächtig, sieht nicht aus wie ein Bodybuilder trotz  Bizeps auf dem Flyer und er bestellt auch keinen Energie-Drink, sondern Kaffee und Kuchen. Wickie und die starken Männer. „Nicht stark, mächtig“, sagt Bücklein über das Motto seiner Show. Aktuell wartet er noch auf ein paar zündende Ideen und Geistesblitze.

Nycomed ist mächtiger Sponsor

Gilbert Rademacher, Deutschland-Chef von Nycomed, ist sein Geldgeber. Das vom japanischen Konzern Takeda übernommene Pharmaunternehmen sponsert die Bücklein-Show. Eingeladen hat Bücklein Rademacher, den Westfalen, aber nicht deswegen. Und zugesagt habe Rademacher nicht, weil Nycomed Sponsor sei, sondern eher trotzdem. So sagt es Bücklein. Nein, gehemmt fühle er sich nicht, wenn sein Sponsor im Sessel sitzt.

Bückleins Casting fürs mächtige Fernsehen

Der zweite Gast ist ein Kind des Sees. Rainer Matheis, gebürtiger Konstanzer, ist seit zwölf Jahren Chef der TV-Unterhaltung des SWR. Nicht nur Guido Cantz (Verstehen Sie Spaß?) und Michelle Hunziker (Wetten, dass … ?) verdanken ihm ihren Aufstieg im deutschen Fernsehen, heißt es in Bückleins Vorankündigung. Wer um Himmels Willen ist Guido Cantz? Bücklein zuckt mit den Schultern. Matheis sei nur noch bis Mai der mächtige Mann beim SWR Fernsehen und die Zeit wäre deshalb viel zu knapp, selbst wenn Matheis womöglich Bückleins Fernseh-Talent entdecken sollte.

Mächtige Unterschiede bei Fremd- und Eigenwahrnehmung

Was heißt überhaupt mächtig? „Selber sehen sie es gar nicht so“, sagt Bücklein. Mächtige Männer entscheiden über Karrieren und Zukunftsplanungen und sind selbst gleichzeitig, wie Bücklein sagt, von „Quote und Budget“ abhängig. Fragen über Fragen: Wie viel Mitspracherecht hat Rademacher, wenn es wieder einmal um Umstrukturierungen bei Nycomed geht? Bücklein wird nicht fragen wie ein Wirtschaftsjournalist. Das Thema „mächtige Männer“ sei gar nicht so wichtig – und außerdem ironisch gemeint, sagt der Entertainer. Herrje, Ironie schon in der Überschrift. Wenn das bloß gut geht. Bücklein sagt, er findet die beiden Gäste spannend. Ja, so ist das wohl.

Kein Wirtschaftsgespräch mit Mächtigem

Der Künstler möchte die Zeit, die er mit seinen Gästen verbringt, nicht damit vergeuden über Dinge zu sprechen, die in Büchern stehen. So sagt er es. Schließlich hat Bücklein „schwer zu bekommende“ Talk-Partner auf der Bühne sitzen. Er ist auch ein bisschen stolz darauf, dass er es wieder einmal geschafft hat und seine Wunschkandidaten die Einladung angenommen haben. Vielleicht sprechen Bücklein und Rademacher miteinander auch darüber, warum der Gastgeber bestimmte Fragen gar nicht erst stellen kann. „Der ideale Zuschauer freut sich, wenn es anders kommt als er es erwartet hat“, so Bücklein.

Fernsehen ist mächtig überflüssig

Fernsehunterhaltung, um die es wohl am Rande auch gehen wird, ist ein weites Feld. „Ich schaue ja nicht Fernsehen“, gesteht Bücklein. Er macht gar keinen Hehl daraus, dass er Fernsehen für überflüssig hält. Perfekte Voraussetzungen für einen Talk mit Matheis sind das. Früher habe er Roger Willemsen gemocht oder Alfred Biolek. So geht es vielen – warum will Bücklein da aber ausgerechnet auch noch ins Fernsehen?

200 Plätze nicht nur für Mächtige frei

Doch am 28. Oktober wird er erst einmal wieder live auf der Bühne des Quartierzentrums beim Krankenhaus stehen. „Ich habe noch drei Wochen Zeit“, erzählt Bücklein. Vorgespräche habe er geführt. „Jetzt kommen die Informanten dran“, sagt der Gastgeber, der die Menschen in den Vordergrund stellen möchte. 200 freie Plätze will er an dem Abend mit netten Gästen besetzen. „Wenn ich singe, höre ich wenn sich Leute in der vierten Reihe unterhalten“, erzählt der Entertainer. Als bei der letzten Show über das Grundeinkommen DM-Gründer Götz Werner, während der Musiker sang, den Saal verließ, war Bücklein kurz irritiert. „Ich dachte, was denken die Leute, dass er raus läuft.“

Hohe Erwartungen an allmächtigen Entertainer

Die Fragen, die Bücklein stellt, bespricht er zuvor mit seiner „kleinen Redaktion“. Das helfe dabei, die Fragen besser zuzuspitzen. „Ich habe erst vor zwei Shows damit begonnen.“ Bücklein weiß, dass das Publikum denselben Anspruch an ihn und seine Show hat wie es an eine große Show im Fernsehen hätte, hinter der viel mehr Manpower steht.

Mächtiger Bücklein

Auch wenn Bücklein selbst ein bisschen ein „mächtiger Mann“ ist, wenn er seine Fragen stellt, reich werden Künstler durch ihre Arbeit nicht. Das gelte auch für Menschen, die künstlerisch an öffentlich subventionierten Theatern arbeiten, sagt der Entertainer. Bücklein selbst ist freier Unternehmer. „Was bezahlen, ist auf dem absteigenden Ast“, analysiert Bücklein messerscharf. Wer professionell arbeite, habe es zunehmen schwer, seit so viele Amateure ihre Videoclips auf Youtube hochladen. Die Honorare seien um 20 bis 30 Prozent gesunken.

Mächtige Medien

Wickie und die starken Männer gibt’s längst auch als Kostenlosvideo. Wer ist mächtig? Bücklein lacht: „Die Macht der Medien in Konstanz wäre auch einmal ein Thema“, sagt Bücklein. Ohne die angeblich noch immer mächtigen Medien hätte er es noch schwerer, auf sich aufmerksam zu machen. Er lobt die Tageszeitung, die ihn bisher stets freundlich begleitete. Doch was heißt schon mächtig in Zusammenhang mit Medien. Längst sind die Medien und auch die Honorare der Medienmeute ja selbst abgerutscht.

Mächtig wichtig: Tickets und Termin

Beginn der Bückleinmusiktalkshow am Freitag, 28. Oktober, ist um 20 Uhr, Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf für 17,-/15,-/11,- Euro an der Konstanzer Theaterkasse (Tel. 07531 / 900-150) oder auf der Show-Website . Abendkassenzuschlag 2,- Euro.

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