Todesfahrt der ermordeten Taxifahrerin nach Hagnau

Sonderkommision „Taxi“ ermittelt nach dem Mord im Bodenseekreis

Friedrichshafen/Hagnau (wak) Auf Hochtouren laufen die Ermittlungen der Polizei nach dem Mord an einer 32-jährigen Taxifahrerin aus Friedrichshafen. Der noch unbekannte Täter hatte am Mittwochvormittag der Frau gegen 11.45 Uhr auf dem Parkplatz des Strandbades in Hagnau tödliche Verletzungen durch Messerstiche in den Hals beigebracht. Die Polizei warnt die Bevölkerung vor dem gefährlichen Täter und bittet darum, keine Anhalter mitzunehmen.

Todesfahrt begann am Mittwoch um 9 Uhr in Friedrichshafen

Die bisherigen Ermittlungen der Polizei haben ergeben, dass der unbekannte Täter am Mittwochmorgen gegen 9 Uhr am Stadtbahnhof in Friedrichshafen in das Taxi seines Opfers gestiegen war. Möglicherweise hielt sich der Mann schon geraume Zeit zuvor im Bahnhifsbereich auf. Von der 32-Jährigen ließ sich der mutmaßliche Täter in dem Taxi, einem schwarzen VW-Bus (T 5) mit gelber Aufschrift, auf die Insel Mainau fahren.

Taxi auf der Autofähre Konstanz-Meersburg

Um 11 Uhr befand sich das Fahrzeug auf der in Konstanz ablegenden Autofähre, die um 11.15 Uhr fahrplanmäßig in Meersburg anlegte. Von dort führte die Fahrt offensichtlich nach Hagnau, wo die Taxifahrerin von dem unbekannten Täter im Taxi niedergestochen wurde. Den genauen Tatablauf müssen die weiteren Ermittlungen der Kriminalpolizei und der Gerichtsmedizin, die im Auftrag der Staatsanwaltschaft Konstanz eingeschaltet wurde, ergeben.

Niederländische Radtouristen sprachen mit mutmaßlichem Mörder

Während der Großfahndung nach dem flüchtigen Gewalttäter, an der Kräfte der Bereitschaftspolizei Göppingen, der Bundespolizei, des Zolls sowie zwei Polizeihubschrauber beteiligt waren, ging ein erster konkreter Hinweis aus der Bevölkerung ein. Vier niederländische Radtouristen waren in Friedrichshafen-Fischbach vom mutmaßlichen Täter angesprochen und nach dem Weg in den Friedrichshafener Stadtteil Manzell gefragt worden. „Den Zeugen war aufgefallen, dass die Hose des Mannes Blut- oder Schmutzantragungen aufwies“, berichtet Polizeisprecher Wolfgang Hoffmann. Anschließend entfernte sich der Unbekannte mit einem silberfarbenen Herrenfahrrad in Richtung Friedrichshafen. Offenbar war der Mörder nach dem Verbrechen auf dem Bodenseeradweg unterwegs, den jedes Jahr mehr als 200.000 Fahrradfahrer befahren und der von Hagnau über Immenstaad nach Friedrichshafen führt.

Von brutalen Verbrecher fehlt noch jede Spur

Trotz der intensiven Fahndung fehlt von dem Flüchtigen bislang jede Spur. Die Zeugen beschrieben den Mann, der einen etwas ungepflegten Eindruck machte, wie folgt: 20 bis 25 Jahre alt, etwa 180 Zentimeter groß, sehr schlank, auffallend helle Hautfarbe, dunkelblondes, kurzes Haar, sprach gebrochen deutsch. Er trug Jeans, ein kurzärmliges, schwarzes Hemd, schwarze, spitz zulaufende Schuhe, eine schwarze Basecap und führte eine schwarze Tasche (ähnlich Laptop-Tasche) mit einer Schnalle und Trageriemen mit sich.

Sonderkommision „Taxi“ ermittelt im Mordfall

Die Polizei bittet Personen, die Hinweise zur Identität oder dem derzeitigen Aufenthaltsort des mutmaßlichen Mörders und Vergewaltigers geben können, sich mit der zur Aufklärung des Verbrechens eingerichteten Sonderkommision „Taxi“, Telefon 07541/2029, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. Die Polizei warnt noch einmal vor der Gefährlichkeit des Täters und rät davon ab, Anhalter mitzunehmen.

Bildzeitung spekuliert über den Beginn einer Mordserie am Bodensee:

http://www.bild.de/BILD/news/2010/06/10/taxi-ripper-bodensee/polizei-rechnet-mit-weiteren-morden.html

Focus zum selben Thema:

http://www.focus.de/panorama/welt/baden-wuerttemberg-soko-taxi-befuerchtet-weitere-morde_aid_517835.html

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