Tognum zieht Konsequenzen nach Verdachtsfall in Asien

Vorstandsmitglied Peter Kneipp in gegenseitigem Einvernehmen mit sofortiger Wirkung freigestellt

Friedrichshafen. Tognum-Vorstandsmitglied Peter Kneipp ist, wie Tognum am Freitag mitteilte, in „gegenseitigem Einvernehmen mit sofortiger Wirkung freigestellt“ worden. Hintergrund: Bei MTU Asia hat es möglicherweise irreguläre Zahlungen gegeben. Das Unternehmenverwies auf eine „Null-Toleranz-Politik“ im Hinblick auf Korruption und Bestechung. Mittlerweile beschäftigt der Fall auch die Staatsanwaltschaft in Ravensburg – Tognum hatte die Staatsanwaltschaft selbst eingeschaltet.

Tognum arbeitet mit Staatsanwaltschaft zusammen

Tognum teilte mit, das Unternehmen haben „erste entschlossene Konsequenzen“ aus der laufenden Compliance-Untersuchung (Untersuchungen darüber, ob gesetzliche Bestimmungen eingehalten worden sind) bezüglich möglicher irregulärer Zahlungen der Tochtergesellschaft MTU Asia gezogen. Tognum hatte eine unabhängige Untersuchung im Februar 2011 in Auftrag geben, nachdem sie einen externen Hinweis erhalten hatte. Die vorläufigen Ergebnisse der Untersuchung wurden, so heißt es in der Mitteilung vom Freitag weiter, dem Aufsichtsrat vorgelegt und führten zu den „angekündigten Maßnahmen“. Tognum hatte darüber hinaus bereits die Staatsanwaltschaft Ravensburg über die Erkenntnisse aus seiner internen Untersuchung informiert und den Behörden eine „vollumfängliche Zusammenarbeit“ bei möglichen Folgeuntersuchungen zugesichert. Das teilte Tognum mit.

Null-Toleranz im Hinblick auf Korruption und Bestechung

Aufsichtsrat und Vorstand von Tognum verfolgten gemeinsam eine strikte Null-Toleranz-Politik im Hinblick auf Korruption und Bestechung jeder Art. Der neue Aufsichtsrat mit Mitgliedern der Hauptaktionäre Daimler und Rolls-Royce werde zusammen mit dem Vorstand die Klärung der Vorfälle mit höchster Priorität und Sorgfalt vorantreiben und gegebenenfalls weitere konkrete Maßnahmen ergreifen, um zukünftige Verfehlungen zu vermeiden, heißt es in der Mitteilung vom Freitag weiter. Um eine Verankerung der „höchsten Verhaltens-Standards“ über die gesamte Organisation hinweg sicherzustellen, habe Tognum eine sofortige umfangreiche und unabhängige Untersuchung des Compliance-Systems und dessen Effektivität beauftragt.

Affäre erreicht Vorstandsmitglied

Der Aufsichtsrat und Peter Kneipp, Mitglied des Vorstands und ehemals zuständig für MTU Asia, hätten gemeinsam beschlossen, dass Kneipp seine Aufgaben ruhen lässt. Peter Kneipp sei an einer schnellen und lückenlosen Aufklärung des Sachverhaltes gelegen, auch im Interesse von Tognum. Er werde deshalb die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft voll unterstützen. Der Aufsichtsrat habe Peter Kneipp mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben freigestellt.

Die Aufgaben von Peter Kneipp werde der Tognum CEO Joachim Coers ab sofort übernehmen.

Foto: Tognum

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