Togolesischer Regisseur Ramsès Alfa inszeniert in Konstanz

Regisseur und Schauspieler aus Togo zu Gast – Kafkas Ein Bericht für eine Akademie und Becketts Warten auf Godot

Konstanz. Afrika in weiter Ferne so nah, heißt das Motto der Theaterspielzeit 2011/2012 in Konstanz. Zu Gast ist in den kommenden Tagen eine Theatertruppe aus Togo. Auf die Bühne bringen die Togolesen „Ein Bericht für eine Akademie“ von Franz Kafka und „Warten auf Godot“ (En attendant Godot) von Samuel Beckett. Beide Stücke hat der togolesische Regisseur Ramsès Alfa inszeniert. Gefördert wird die deutsch-togolesische Begegnung von der „Aktion Afrika – Kulturdialog auf Augenhöhe“, die das auswärtige Amt unterstützt. 

Es war einmal in Afrika

Togo ist ein Staat in Westafrika, am Golf von Guinea gelegen, grenzt an Ghana im Westen, Benin im Osten und Burkina Faso im Norden. Hauptstadt und Regierungssitz ist Lomé. Nach dort hatte es zuletzt den Konstanzer Intendanten Christoph Nix und dessen Sohn Johannes verschlagen. Vor zwei Jahren spielten sie in „Warten auf Godot“ mit. Jetzt ist das Stück in Konstanz zu sehen. Christoph Nix Rolle spielt in der Wiederaufnahme der in Konstanz beliebte Schauspieler Heimo Scheurer, der sich in der vergangenen Spielzeit mit König Lear in den Ruhestand verabschiedet hat.

Der Regisseur Ramsès Alfa

Ramsès Alfa, geboren 1968, ist Autor, Schauspieler und Regisseur aus dem afrikanischen Togo, wo es weder Theaterschulen noch offizielle Theater gibt. Er studierte an der Philologischen Fakultät der Université de Lomé Geschichte. Mit Ramsès Alfa verbindet das Theater Konstanz eine langjährige Zusammenarbeit. In Kooperation mit seiner Compagnie Louxor de Lomé entstand zuletzt „Warten auf Godot“ mit einem gemischten togoisch-deutschen Ensemble. Die Vorstellungen sind im jetzt im November 2011 am Theater Konstanz zu sehen.

Warten auf Godot

Das Stück von Samuel Beckett wird in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln als Gastspiel von La Compagnie Louxor de Lomé, Togo, aufgeführt. Zu sehen sind Elemawusi Marc Agbedjidji, Bawelima Dessa Ganda, Johannes Nix, Heimo Scheurer und Nakpane Yawanké. Die erste Vorstellung ist am Dienstag, 8. November 2011 um 20 Uhr in der Werkstatt.

Über die Inszenierung

„Warten auf Godot“ ist einer der wichtigsten Theatertexte des 20. Jahrhunderts. Das Stück drückt das Lebensgefühl ganzer Generationen aus, beschreibt das menschliche Dasein in seiner existenziellen Sinnlosigkeit und war der Gründungstext eines neuen Stils der Theatergeschichte: des Theaters des Absurden. Wladimir und Estragon warten auf einer Landstraße scheinbar sinnlos auf Godot und treffen auf den Landbesitzer Pozzo und seinen Diener Lucky. Wladimir und Estragon werden von afrikanischen Schauspielern gespielt, während der Gutsherr Pozzo von Heimo Scheurer gespielt wird. Das Stück wird so zu einer Parabel über Weiß und Schwarz, Afrika und Europa, erste und dritte Welt.

Ein Bericht für eine Akademie

In der Inszenierung des Kafka-Stückes von Ramsès Alfa spielt der Konstanzer Schauspieler Johannes Merz. Zu sehen ist die Wiederaufnahme schon morgen, Donnerstag 3.November 2011, um 20 Uhr in der Werkstatt. „Ich wiederhole: es verlockte mich nicht, die Menschen nachzuahmen; ich ahmte nach, weil ich einen Ausweg suchte…“, heißt es im Stück.

Über das Stück

Ein Affe wird nach Europa gebracht, um dort verkauft und dressiert zu werden. Im engen Schiffskäfig unter Deck wird ihm klar, dass ihn nur eines retten kann: Er muss sich anpassen. So lernt er rauchen, Schnaps trinken und schließlich auch sprechen. Äußerlich ein Tier geblieben, hält er nun vor der Akademie einen Vortrag über sein „affisches Vorleben“ und seine Menschwerdung. Eine Parabel auf die Beengtheit der menschlichen Gesellschaft sowie den Wunsch nach einer diffus definierten Freiheit und Anerkennung, dem Kampf zwischen Natur und Kultur in jedem von uns.

Karten und Termine

Den Spielplan des Theaters Konstanz finden die Zuschauer online auf der Website des Konstanzer Theaters  Im Internet können Theatebesucher auch gleich ihre Plätze reservieren und Karten kaufen. Karten gibt es außerdem unter theaterkasse@stadt.konstanz.de.

Foto: Stadttheater Konstanz

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