Ton der Bürgerinitiative Chili bis Sambal Oelek scharf

WOGE ZaNeLi macht bei Verkehrsmoderation mit

Überlingen (wak) Die WOGE ZaNeLi hat angekündigt, sich am Moderationsprozess zur Lösung des Verkehrsproblems zu beteiligen. Die Bürgerinitiative zeigt sich aber auch widerborstig und unversöhnlich. Durch die neue Verkehrsführung seien Bewohner ehemals ruhiger Wohnstraßen zu „Opfern“ gemacht worden, heißt es. Die „Täter“ seien eine Minorität im „Dorf“, die sich mit Hilfe der Stadtverwaltung durchsetzte.

WOGE ZaNeLi beteiligt sich

Wörtlich heißt es in einer Mitteilung der WOGE ZaNeLi: „Der Aufruf zur Bürgerbeteiligung an maßgeblichen Verkehrsentscheiden in Überlingen weckt bei uns viel Interesse und Hoffnung. Zwei Jahre lang haben wir auf ehrliche Bürgerbeteiligung gewartet und gegen viele Widerstände mehr Demokratie angemahnt. Die neue OB-Zusage, dass die Diskussion nicht bei den umstrittenen Verkehrs-Ist-Positionen, sondern neutral ,vor dem Sündenfall 2008′ beginnen soll, ist mutig, aber unbedingt erforderlich und für uns eine große Motivation. Wir beteiligen uns daher gerne, denn nach dieser verfahrenen Situation muss es nun endlich besser werden! Unabhängig davon sollten jedoch einfache Maßnahmen zur Verkehrsreduzierung kurzfristig umgesetzt werden.“

Von „Opfern“ und „Tätern“

Einen Wermutstropfen in der „Süßspeise“ habe die WOGE ZaNeLi allerdings festgestellt und möchte diesen „offen ansprechen“: Frau OB Becker rede von den „Jahren der unversöhnlichen Auseinandersetzung“, so die WOGE ZaNeLi. „Diese Behauptung ist in unseren Augen sowohl falsch wie auch irreführend. Hier werden die Täter, die die Auseinandersetzung zu verantworten haben und ihre Opfer über einen Kamm geschoren“, so die Bürgerinitiative. „Richtig ist, dass es in 2008 einer (Täter-) Minorität im ,Dorf‘ mithilfe der Stadt gelang, die Landes- und Gewerbestraßen von über 50% des Verkehrsaufkommens zu entlasten. Der entsorgte ,Verkehrsmüll‘ wurde danach den Bewohnern (Opfer) der angrenzenden Reinen Wohngebiete gnadenlos und kaltlächelnd vor der Haustür abgeladen“, argumentiert die WOGE ZaNeLi. Weiter heißt es: „Frau Becker, bitte bleiben Sie bei der Wahrheit und vermischen Sie hier nicht Ursache und Wirkung!“

WOGE ZaNeLi pocht auf Immissionswerte

Es solle nach Aussage der Oberbürgermeisterin „doch neues Vertrauen entstehen“. Und weiter: „Gehen wir noch einmal zurück zur positiven Sicht der Dinge: Die Stadt könne damit „rechnen“, dass die WOGE ZaNeLi sie bei der Suche nach Verkehrsoptimierung konstruktiv unterstütze. „Innerhalb eines eng abgesteckten Zeitraums und solange die Einhaltung gesetzlicher Richtlinien (Immissionswerte) eine klare Vorgabe bei der Neuplanung ist“, erklärt die WOGE ZaNeLi.

Foto: derLord PIXELIO

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3 Kommentare to “Ton der Bürgerinitiative Chili bis Sambal Oelek scharf”

  1. Erika Ressler, Überlingen
    9. April 2010 at 13:44 #

    Überlinger Haifisch-Becken
    Man kennt sie überall, die Immobilien-Haie und Kredit-Haie. Seit 2008 gibt es ein Novum:
    Die Überlinger Verkehrshaie. Oft nett anzusehende Raubtiere, unter ihresgleichen friedlich, aber wehe wenn sie losgelassen werden. Dann beißen sie sich die besten Fleischstücke aus den Verkehrslagen heraus, z.B. Geschäftsstraßen, Gewerbestraßen u.a.m. Dort ist es von Stund‘ an ruhig und aufgeräumt (Friedhofstraße im wahrsten
    Sinne des Wortes). Für die abgenagten Reste (den Verkehr) sind dann die Straßen in der Nachbarschaft (die Wohngebiete) als Dauer-Deponie zuständig. Sehr geehrte Frau OB Becker, sind Sie so naiv nicht zu wissen, daß man Raubtiere nicht mit lieben, ermahnenden Worten beeindrucken kann? Wenn Sie im „Südkurier und Hallo Ü“ von unversöhnlichen Kontrahenten sprechen, dann verwechseln Sie Täter und Opfer. Nicht die armen (vom Verkehr) Angefressenen sind die Ursache der Probleme, sondern die Haie!
    Wie kann man Haie lieben, wenn man sich ihrer ständig erwehren muß?
    Erika Ressler, Überlingen

  2. loewe
    9. April 2010 at 18:33 #

    Leben wir eigentlich in einer Banenrepublik?

    Auch die Stadt Überlingen hat sich an Gesetze zu halten, selbst wenn dies für die Stadtverwaltung ungewohnt zu sein scheint. Bei einem neuen Verkehrskonzept müssen selbstverständlich gesetzlich zulässige Lärmwerte eingehalten werden. Frau Becker ist doch Juristin und sollte dies bestens wissen?

  3. St. Pauli
    11. April 2010 at 14:14 #

    Zu loewe und Woge-Zaneli:
    Wenn das stimmt, was Sie sagen, bedeutet das ja, dass die Stadt vorsätzlich eine rechtswidrige Entscheidung getroffen hat und diese trotz zu hoher Emmissionswerte weiterhin aufrecht erhält. Von den Parteien im Rat hört man nach den Wahlen natürlich nichts. Damit machen sich die Stadträte mitschuldig. Da Widersprüche ja offensichtlich nicht beantwortet werden, bleibt nur der Weg über Dienstaufsichtsbeschwerden, der Rechtsweg wegen der Emmissionswerte und Regressforderungen wegen Wertminderung der Häuser.

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