Tötungsdelikt in Konstanzer Innenstadt war Beziehungstat

Mutmaßlicher Täter und Opfer stammten ursprünglich aus arabischem Raum

Konstanz. Bei der Bluttat in der Konstanzer Innenstadt am Samstagabend handelte es sich offenbar um eine Beziehungstat. Darüber informierten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montagnachmittag in einer Pressekonferenz.

Treffen in der Fußgängerzone

Wie es zu dem Tötungsdelikt gekommen ist, ist noch vollkommen unklar. Fest steht bisher, dass der mutmaßliche Täter früher mit der jungen Frau befreundet war, die am Samstagabend in Begleitung des späteren Opfers in der Konstanzer Fußgängerzone unterwegs war. Ob sich das Opfer und der mutmaßliche Täter zufällig getroffen haben, lasse sich derzeit nicht mit Bestimmtheit sagen.

Einziger Stich war tödlich

Gegen 20.30 Uhr kam es aber in der Konstanzer Fußgängerzone zu einer Begegnung. Nach einem verbalen Streit stach der jüngere Mann einmal wahrscheinlich mit einem Messer auf den 26-Jährigen ein. Die Tatwaffe ist verschwunden. Die Obduktion des getöteten Mannes ergab, dass der mutmaßliche Täter mit seinem Stich mehrere Blutgefäße durchtrennte. Das Opfer starb nicht am hohen Blutverlust, sondern an einer Sauerstoffanreicherung im Herzen, wo bei der Obduktion „aufgeschäumtes Blut“ gefunden worden sei.

Identität des Tatverdächtigen unegklärt

Sicher ist, bei beiden Männern handelte es sich um Asylbewerber oder Geduldete. Sie sollen aus dem arabischen Raum stammen. 2010 kamen sie nach Konstanz. Das Opfer wohnte in Allensbach und der mutmaßliche Täter in Konstanz. Der Polizei ist bisher weder die genaue Identität des Tatverdächtigen noch seine Staatsangehörigkeit bekannt. Der Mann gab anscheinend verschiedene Namen an und ist unter mehreren „alias Personalien“ bekannt. Die junge Frau ist in Konstanz geboren, trägt aber einen italienischen Namen.

Festnahme auf Parkplatz

Festgenommen worden ist der mutmaßliche Täter am Sonntagabend gegen 23.40 Uhr auf einem Parkplatz an der A 81. Polizei und Autobahnpolizei kontrollierten gezielt das Auto, in dem der mutmaßliche Täter zusammen mit einem Mann und einer Frau saß. Im Einsatz waren während der Fahndung auch das Landeskriminalamt sowie ein Mobiles Einsatzkommando. Die Ermittler stellten mit Hilfe einer Telefonüberwachung den Aufenthaltsort des Mannes fest.

Augenzeugen kamen aus Kirche

Offenbar haben mehrere Zeugen die Tat oder den Täter, der nach der Tat vom Tatort flüchtete, beobachtet. Eine größere Gruppe von Menschen hatte offenbar ein Konzert in der Dreifaltigkeitskirche besucht und gerade die Kirche verlassen, als es in der Fußgängerzone zu dem tödlich endenden Zusammentreffen kam. Mehrere Passanten versuchten noch erste Hilfe zu leisten. Der 26-Jährige verstarb aber noch am Tatort. Noch am Sonntagnachmittag waren die Blutspuren direkt vor dem Eingang eines Modegeschäfts zu sehen.

Ermittlungen wegen Totschlags

Am Montagnachmittag verhörten Polizeibeamten mit Hilfe eines Dolmetschers den mutmaßlichen Täter, gegen den wegen Totschlags ermittelt wird. Der Mann sprach einen Dialekt oder Jargon, der sich keiner genauen Sprache zuordnen lässt. Das sagte Oberstaatsanwalt Christoph Hettenbach.

2 Kommentare to “Tötungsdelikt in Konstanzer Innenstadt war Beziehungstat”

  1. Petra
    6. März 2012 at 12:44 #

    PS:

    “Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.”
    (Thomas Mann)

  2. wak
    6. März 2012 at 12:59 #

    @ Petra Ja, zwei Kommentare zu diesem Beitrag habe ich nicht freigegeben, sondern in Spam verschoben. Ich möchte keine fremdenfeindlichen Kommentare auf meinem Blog. Dazu stehe ich.

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