Überlinger Feuerwehr rettet trächtige Kuh aus Jauchegrube des Landtagsabgeordneten und der Oberbürgermeisterin

Nebuhad wäre beinahe in Güllegrube ertrunken – Oberbürgermeisterin rubbelte gerettete Kuh noch trocken

Überlingen/Bodenseekreis. Eine spektakuläre Tierrettung hatte die Freiwillige Feuerwehr Überlingen auf dem Bio-Bauernhof des Landtagsabgeordneten Martin Hahn (Bündnis 90/Die Grünen), auf dem auch die Überlinger Oberbürgermeisterin Sabine Becker wohnt,  in den frühen Morgenstunden des Dienstags zu meistern. Das berichtete die Feuerwehr. Mitarbeiter des Hofes hatten entdeckt, dass eine acht Jahre alte, im sechsten Monat trächtige Kuh über eine schmale Öffnung in eine unterirdische Güllegrube gestürzt war. Die Mitarbeiter erkannten rasch die Brisanz der Lage und die Schwierigkeit einer Rettung und alarmierten die Feuerwehr.

Notruf wegen Kuh in der Güllegrube

Sowohl die Abteilung Bonndorf der Freiwilligen Feuerwehr Überlingen unter Leitung ihres Kommandanten Friedhelm Massong als auch der diensthabende Löschzug der Kernstadtwehr unter Leitung von Brandmeister Christian Gorber rückten nach Eingang des Notrufs mit mehreren Großfahrzeugen zu dem in Walpertsweiler gelegenen Helchenhof aus. Als die Feuerwehr am Einsatzort eintraf, bot sich ihr eine komplizierte und dramatische Lage, denn die Kuh mit Namen Nebuhad drohte bereits in der drei Meter tiefen Grube zu ertrinken und war gut zwei Meter von dem rettenden Schacht abgetrieben. Zudem bestand die Gefahr, dass Retter und Tier durch die beim Gärprozess entstehenden Gase vergiftet werden, berichtet Christian Gorber.

Kuh am Lasso und mit Kran aus Grube gezogen

Noch während sich ein Trupp mit Wathosen und schwerem Atemschutz zum Einstieg ausrüstete, wurde ein Be- und Entlüftungsgerät installiert, um die Grube mit Frischluft zu versorgen. Einem Atemschutzgeräteträger gelang es dann im Inneren der Grube mit einer Art Lasso dann, ein Seil um die Hörner der Kuh zu schlingen. Mit vereinten Kräften gelang es den Wehrleuten damit, die Kuh durch die morastige Gülle unter die Schachtöffnung zu bugsieren und den Kopf an der Oberfläche zu halten. Weil die sehr kleine Schachtöffnung keine andere Rettungsmöglichkeit zuließ, wurde dem Tier dann eine Bandschlinge angelegt, an der sie Kopf voraus über einen Kran der Feuerwehr aus der Grube gezogen und an den bereitstehenden Tierarzt Dr. med. vet. Gottlieb Scherrer zur medizinischen Erstversorgung übergeben wurde.

Oberbürgermeisterin unterstütze Feuerwehr bei Kuhrettung

Die oberste Dienstherrin der Überlinger Feuerwehr, Oberbürgermeisterin Sabine Becker, verfolgte und unterstützte den Rettungseinsatz von der ersten Minute an. Becker ist mit dem Hofbesitzer und Abgeordneten Hahn liiert und wohnt selbst auf dem Gehöft.

Kuh bekam Infusionen

Soweit bislang erkennbar hat das Tier den Unfall bis auf eine Unterkühlung, die vom Tierarzt mit Decken und warmen Infusionen behandelt wurde, gut überstanden. Die Oberbürgermeisterin half nach eigener Aussage beim trocken Rubbeln des Tieres. Etwa eine halbe Stunde nach ihrer Rettung, die Feuerwehr war noch vor Ort mit der Reinigung ihrer Gerätschaften beschäftigt, erhob sich Nebuhad und trottete begleitet von anderen Kühen, von selbst wieder in den Stall so Christian Gorber, Brandmeister in Überlingen und Kreisfeuerwehrpressesprecher.

Foto: Freiwillige Feuerwehr Überlingen

 

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