Überproduktion von Wein droht

Aufhebung des EU-Anbaustopps fatal auch für Bodensee Winzer

Bodenseekreis (wak) Auch die Weinbauern am Bodensee fürchten eine noch größere Überproduktion von Wein. Die Winzer haben Angst vor der ungebremsten Erweiterung der Rebflächen. Diese droht, wenn die EU-Kommission, wie geplant, 2015 den Anbaustopp aufhebt. Der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Wetzel unterstützt die Winzer und will von der Landesregierung wissen, wie sie zu einer Freigabe der Rebflächen steht und welche Folgen die Freigabe für die Winzer in Baden und Württemberg hätte.

Weinbauverbände in Baden und Württemberg protestieren

Die Weinbauverbände in Baden und Württemberg lehnen die Aufhebung des Anbaustopps, der seit 1976 gilt, vehement ab. Das tun insgesamt 59 von 60 europäischen Weinbauregionen. Die EU-Kommission lässt sich davon bisher nicht beirren. Und das, obwohl sie seit Jahren eine Überproduktion auf dem europäischen Weinmarkt bemängelt. Jahrelang zahlte die EU sogar Rodungsprämien. Augrund der dadurch erfolgten Stilllegungen von Rebland sowie des Anbaustopps ging die Weinbaufläche in der EU im Zeitraum 1976 bis 2006 von 4,5 Millionen Hektar auf 3,2 Millionen Hektar zurück.

Sorge um Wein-Kulturlandschaft am Bodensee

Wetzel kritisiert: „Und nun will die EU-Kommission den Anbaustopp aufheben, obwohl sie weiterhin von einer Überproduktion an Wein ausgeht. Das verstehe, wer will.“ Besonders bizarr wäre es laut Wetzel, „wenn Winzer, die zuvor Geld für die Rodung von Flächen kassiert haben, künftig Gelder für ihre Erweiterung bekommen.“ Wie auch der Badische Weinbauverband, fürchtet der FDP-Abgeordnete, „dass sich die über Jahrhunderte entwickelte Wein-Kulturlandschaft gerade am Bodensee negativ verändern könnte.“ Außerdem müsse man einen Qualitäts- und Werteverfall befürchten. „Eine Aufhebung des Anbaustopps wäre fatal für die Winzer. Wir dürfen unsere Weinkultur in Baden-Württemberg nicht auf dem Altar absoluter Marktfreiheit opfern“, sagt der Liberale. Wetzel fragt deswegen in Richtung der von Reben umgebenen Landeshauptstadt Stuttgart, wo neben dem Trollinger auch andere großartige Weine ausgebaut werden: „Welchen Gestaltungsrahmen hat die Landesregierung bei der Umsetzung der EU-Vorgaben zur Anbauregelung?“

Fotos: wak, Kellermeister Herbert Senft im Keller des Winzervereins Hagnau und Winzer Heiner Renn

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