Überraschende Wende nach der „Kunstnacht“-Absage in Überlingen

Galeristin Heike Schumacher startet seit Dienstag wieder durch

Überlingen (wak) Die Überlinger Kunstnacht soll überraschend doch stattfinden. Nach vielen Rückfragen und aufgrund von neuen Unterstützern, die sich gemeldet haben, hat sich die Überlinger Galeristin Heike Schumacher entschlossen, noch einmal durchzustarten. Seit heute bemüht sie sich darum, die bereits abgesagte Überlinger Kunstnacht doch noch zu retten. „Ich telefoniere mit Künstlern und Sponsoren und sage ihnen, dass es klappt, wenn die jeweils andere Seite mitzieht“. Die ersten Zusagen für die Kunstnacht, die im September stattfinden soll, hat sie bereits.

Kunstnacht von Anfang an privat organisiert

Wie bereits berichtet, findet die Überlinger Kunstnacht nur alle zwei Jahre statt. Teil der Nacht oder des langen Abends, der oft mehrere Tausend Besucher in Galerien und an ungewöhnliche Ausstellungsorte in Überlingen lockt, ist immer auch ein publikumswirksames Event meist auf der Überlinger Hofstatt. Shuttlebusse brachten die Besucher in der Vergangenheit von Ausstellungsort zu Ausstellungsort. Von Anfang an wurde die Überlinger Kunstnacht privat organisiert und zum größten Teil auch finanziert. Die Stadt beteiligte sich bisher jeweils lediglich mit einem Zuschuss. In diesem Jahr strich die Sparkommission aber die 2000 Euro. Galeristin Schumacher sollte sich an die Kunst- und Kulturstiftung des Bodenseekreises wenden, hieß es. Ansprechpartner wäre der Landrat gewesen. Das passierte versehentlich aber nicht.

Zwei Förderanträge an den Landrat

„Es kann sein, dass ich einen Fehler gemacht habe und mir vielleicht eine E-Mail durchgegangen ist“, sagte Heike Schumacher See-Online zum Thema Förderantrag. Den hatte Heike Schumacher – wie die Stadt richtig feststellte – nicht gestellt. Tatsächlich war die Sache aber sehr viel vertrackter und unübersichtlich. „Ich bekam von Herrn Burger, den Tipp, mich an den Landrat zu wenden“, so Schumacher. Kunstfreund und SPD-Stadtrat Oswald Burger schrieb der Galeristin aus diesem Grund eine Mail. Ansprechen sollte sie den Landrat, so Burger. Doch Lothar Wölfle stand zu diesem Zeitpunkt längst als Sponsor auf Heike Schumachers Liste und sie hatte bereits eine Zusage über 1000 Euro. Bekommen sollte sie Geld vom Zweckverband Oberschwäbischer Elektrizitätswerke (OEW) mit Sitz in Ravensburg – die OEW wirkt durch ihre Kunst- und Kulturförderung. Dass sie Landrat Wölfe noch ein zweites Mal hätte ansprechen sollen, um einen zweiten Antrag – dieses Mal an die Kunst- und Kulturstiftung des Bodenseekreises – zu stellen ging ihr offenbar durch. Von der Kunst- und Kulturstiftung aber sollten genau jene 2000 Euro kommen, die die Stadt in ihrem Sparhaushalt zuvor gestrichen hatte.

Tina Zimmermann sagte wieder zu

„Ich kann nicht mehr zum Einkaufen gehen, ohne auf die Kunstnacht angesprochen zu werden“, sagte Heike Schumacher. Finanzielle Unterstützung habe ihr das Augustinum in Aussicht gestellt und am Dienstagnachmittag wollte Njoschi Weber, „Die Redaktion“, bei ihr vorbei schauen. „Es geht jetzt drunter und drüber“, erzählte Heike Schumacher. Das Hin und Her könnte kaum größer sein. Bereits zugesagt habe ihr wieder die Video-Künstlerin Tina Zimmermann, die in der Kapuzinerkirche eine Performance plant. Die Installation wird ein Hauptact bei der Kunstnacht sein – sofern sie auch tatsächlich stattfindet.

Noch sucht Heike Schumacher weitere Sponsoren. Wer mit einem Betrag ab 500 Euro dabei ist, kommt auch auf den ausführlichen Flyer, den „Ausstellungskatalog“ zur Kunstnacht.

Kontakt: http://www.galerie-ueberlingen.de/

Foto: wak

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