Überlinger Oberbürgermeisterin hält Dreikönigs(trunk)rede

Polit-Prominenz beim traditionellen Überlinger Dreikönigstrunk – Wenig Blicke in die Zukunft

Überlingen. Die Stadt Überlingen hatte geladen. Die Honoratioren aus Überlingen und dem Bodenseekreis kamen. Nur die Sternsinger fehlten ausnahmsweise zu Beginn. Der Dreikönigstrunk 2011 begann deswegen anders als üblich mit der Rede der Oberbürgermeisterin Sabine Becker. Die Sternsinger kamen dann später. 

Who ist Who trifft sich

Traditionell trifft sich am Vorabend des Dreikönigstags das Who ist Who des Bodenseekreises im historischen Überlinger Ratssaal. Unter ihnen war am Mittwochabend Landrat Lothar Wölfle genauso wie die drei Landtagsabgeordneten aus dem Bodenseekreis Ulrich Müller (CDU), Norbert Zeller (SPD) und Hans-Peter Wetzel (FDP), Bundestagsabgeordneter Lothar Riebsamen (CDU), Salems Bürgermeister Manfred Härle oder Meersburgs Bürgermeister Martin Brütsch, Vertreter der Überlinger Wirtschaft und der Banken, verdiente Bürger wie dieses Mal auch Bernhard Scholz, der schon mehr als hundert Mal Blut spendete, und Alt-OB Reinhard Ebersbach.

Oberbürgermeisterin über Realpolitik

Traditionell schauen die Überlinger Oberbürgermeister bei ihrer Dreikönigsrede auf das vergangene Jahr zurück und wagen einen Blick in die Zukunft. Wegen ihres Programmatischen Inhalts ist die Rede in früheren Jahren stets mit großer Spannung erwartet worden. In diesem Jahr war aber einiges ein bisschen anders: Die Sternsinger hatten Verspätung, und Oberbürgermeisterin Sabine Becker sprach – abweichend von der Tradition – mehr über Realpolitik als über ihre großen Zukunftspläne für die Stadt. Statt Perspektivischem widmete sich Sabine Becker zu Beginn eines wirtschaftlich schwierigen Jahres Themen wie der Haushaltskonsolidierung, der Arbeit der Sparkommission, der Ausweisung von Gewerbeflächen und sie versprach zeitnahe Verbesserungen beim innerstädtischen Verkehr. Nachdem der Bürgerbeteiligungsprozess beendet ist, entscheide der Gemeinderat. Sabine Becker sprach von weniger Großbussen oder der B31alt als Stadtring.

Appell an Stuttgart

In Richtung Stuttgart hatte Sabine Becker in ihrer Dreikönigsrede eine klare Botschaft. Sie sagte, Baden-Württemberg höre nicht am Autobahnende bei Stockach und am Ulmer Bahnhof auf. Sie forderte die Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn. An Ministerpräsident Stefan Mappus habe sie einen Brief geschrieben, in dem sie auf die Dringlichkeit des Weiterbaus der B 31 hingewiesen habe. Sie appellierte an die Abgeordneten nachzuhaken. Bis zur Landesgartenschau 2020 erhofft sich die Oberbürgermeisterin eine neue, ausgebaute Überlingen entlastende Bundesstraße.

Landesgartenschau als Chance

Weiter sagte die Oberbürgermeisterin, dass sich Überlingen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stets weiterentwickelt habe. Die Stadtgräben und Teile des Stadtgartens sind entstanden, als sich die Stadt in einer wirtschaftlich schwierigen Situation befunden habe. Auch jetzt müsse sich Überlingen weiterentwickeln. Die Landesgartenschau 2020 sei im Jahr des 1250-jährigen Stadtjubiläums eine große Chance. Die Erfahrungen in anderen Städten wie Heidenheim oder Villingen-Schwenningen hätten sie ermutigt. In der kommenden Woche werde der Gemeinderat voraussichtlich die Durchführung eines Realisierungswettbewerbs beschließen. Damit wären Pflöcke eingeschlagen. Die Oberbürgermeistern sagte: „Verkehr und Landesgartenschau stehen nicht in Konkurrenz zur Kleinkindbetreuung.“

Die vollständige Rede der Oberbürgermeisterin im Wortlaut, der mündliche Vortrag wich leicht von der Vorlage ab:

Dreikönigstrunkrede-2011 OB Sabine Becker

Bilder des Abends:

Ein Kommentar to “Überlinger Oberbürgermeisterin hält Dreikönigs(trunk)rede”

  1. dk
    6. Januar 2011 at 16:38 #

    Als Konstanzer stellt sich bei solchen Bildern jetzt immer auch die Vertrauensfrage: wieviel trauen Sie der mittelalterlichen Bausubstanz zu? Meistens gibt es ja keine Statik-Unterlagen bzw. Berechnungen der „Baumeister“.

    Auch freut man sich über gelegentliche Unschärfen bei Nahaufnahmen (bis 20 m Entfernung) von Fotos. Vor Jahren erhielt man eine Digitalkamera geschenkt, die wegen technischer Fragen liegen blieb. Der Bruder erklärte vor Tagen einige Begriffe und mit Automatik ist man inzwischen auf der Kurzdistanz „fast wettbewerbsfähig“ geworden.

    In der Weit-Distanz ist es toll, wenn man von Wallhausen nach Überlingen blickt und mit Zoom den See als Teich vermutet; dann braucht es noch eine Panorama-Sicht, um die Grösse des Bodensees zu würdigen.
    Oder vom Liggeringer Hausberg mit den Augen zum erahnten Radolfzell oder Hohentwiel blicken und auf dem Foto später dann sogar die Umrisse der Häuser und Burgbauten unscharf erkennen.
    Dann fühlt man sich wie ein Adler, der kleine Mäuse von oben erkennen kann: Brillenfarben wie „schwarz, rot, gelb-blau, grün, u.a.“ wirken langweilig.

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