Urabstimmung über Studi-Ticket

Konstanzer Studententicket könnte vor dem Aus stehen

Konstanz (wak) An der Universität stimmen die Studierenden in einer Urabstimmung am 8., 9. und 10. Februar über das Studiticket ab. Die Studierenden wehren sich gegen eine Verteuerung des Studententickets um 37 Prozent. Die Studierenden der HTWG entscheiden sich erst im April. Theoretisch könnte, sollten sich die Beteiligten nicht einigen, das Studiticket zum Auslaufmodell werden.

Die Vorschläge der Stadtwerke

Die Stadtwerke haben zwei Vorschläge gemacht wie die neuen höheren Preise aussehen könnten. Erste Variante: Alle Uni-Studenten bezahlen einen Solidarbeitrag von 15 Euro (HTWG-Studenten 12,50 Euro) und Ticket kostet 52 Euro pro Semester. Zweite Variante: Unistudenten zahlen einen Solidarbeitrag von 12,50 Euro (HTWG-Studenten 10 Euro) und das Ticket kostet 59 Euro. Die HTWG-Studenten wollen nur einen geringeren Solidarbeitrag zahlen, da sie aufgrund der Lage der Hochschule mitten in der Stadt die Busse weniger häufig nutzen als Studenten der Campus Universität auf dem Gießberg. Egal welcher Variante die Studierenden zustimmen sollten – ab 19 Uhr könnten auch weiterhin alle Studenten kostenlos mit dem Bus fahren. Sollte es keine Einigung geben, könnte das Nein der Studenten aber offenbar sogar das Aus fürs Studententicket bedeuten.

Altes Studticket läuft Ende des Sommersemesters aus

Die Stadtwerke Konstanz haben den Studiticketvertrag gekündigt, so dass er zum Ende des Sommersemesters ausläuft. „Es besteht also dringender Handlungsbedarf“, schreibt Studentenvertreter Fabian Parsch. Jetzt sollen erst einmal die Studierenden entscheiden. Die Studierenden können bei beiden Optionen jeweils Ja/Nein/Enthaltung ankreuzen. Sie entscheiden damit auch, ob überhaupt ein neuer Studiticketvertrag geschlossen werden soll. Sollte keine Vertragsoption mehr Ja- als Nein-Stimmen bekommen, will der Asta keinen neuen Studiticketvertrag mit den Stadtwerken abschließen.

Preis für Studiticket stieg bisher nur geringfügig

Für die Stadtwerke andererseits steht fest: Immer mehr Studenten nutzen immer häufiger die Busse der Stadtwerke. Derzeit fahren rund 7.000 Konstanzer Studenten für 38 Euro sechs Monate lang mit allen Bussen der Stadtwerke Konstanz und mit der Fähre.  „Über die hohe Nachfrage des Studi-Tickets freuen wir uns sehr, es zeigt wie attraktiv unser Angebot ist“, erklärt Stadtwerke Geschäftsführer Konrad Frommer. Der Preis entspreche jedoch in keiner Weise mehr den gestiegenen Kosten für die Leistungen des Busbetriebes und dem Tarifsystem insgesamt. Seit Abschluss des Studi-Ticket-Vertrages im Jahr 2003 haben sich die Beförderungszahlen stetig erhöht, so Frommer. Die Kapazitäten für die Linien 4 und 9 mussten mehrfach ausgeweitet werden und zu Stoßzeiten bedienen die Stadtwerke die Linie 9 mit zusätzlichen Gelenkfahrzeugen. Um zukünftig einen angemessenen Ausgleich für die erbrachten Leistungen zu erhalten, hätten die Stadtwerke im Herbst 2009 der zum Wintersemester 2010/11 anstehenden Verlängerung der Vereinbarung mit dem Studentenwerk Seezeit nicht zugestimmt. Die Stadtwerke haben nach eigenen Angaben nun ihr Angebot vorgelegt: Variante 1 beinhaltet einen geringeren Verkaufspreis, aber einen höheren Solidarbeitrag. Variante 2 hat einen höheren Verkaufspreis, aber einen geringeren Solidarbeitrag. Letzteren zahlen Studenten auch schon bisher: Alle Studenten sind zwangsweise mit einem halbjährlichen Solidarbeitrag von 9,70 Euro dabei. Als Gegenleistung hierfür können auch Studenten ohne Studi-Ticket ab 19 Uhr die Busse der Stadtwerke Konstanz kostenlos nutzen. In Zukunft würde das Studi-Ticket laut Stadtwerke um etwa drei bis vier Euro pro Monat teurer. „Wir sehen dies als ein wirklich gutes Angebot an und würden uns sehr freuen, wenn eine neue Kooperation zur Zufriedenheit der Studenten zustande kommt“, so Konrad Frommer, Geschäftsführer der Stadtwerke Konstanz.

Studentenkritik an überfüllten Bussen und Geltungsbereich des Tickets

„Wir sehen die Sache selbstverständlich etwas anders“, so Parsch. „Noch immer gibt es Tage, an denen so mancher um 10 Uhr aufgrund überfüllter Busse entweder Platzangstprobleme bekommt, oder aber gar nicht erst in den Bus reinpasst.“ Und was den Vergleich mit anderen Unistädten angehe, sei das Konstanzer Angebot nicht nur konkurrenzlos günstig, wie die Stadtwerke sagen,  sondern auch konkurrenzlos mickrig: In Karlsruhe gebe es einen durchgehenden Nachtverkehr in alle Stadtteile ohne Zuschlag, in Konstanz gibt es nur zwei Nachtschwärmerbusse, die nicht mal im Studiticket enthalten seien. In Tübigen gelte das Studiticket bis nach Horb und Sigmaringen. „Mit dem Konstanzer Studiticket darf man nicht mal per Seehas bis zur Reichenau (ZPR) fahren“, so Parsch. Geltungsgebiet des Konstanzer Studitickets seien 67 Quadratkilometer. Geltungsgebiet des Karlsruher Studitickets seien 3.500 Quadratkilometer. „Die ,radikale Option‘ ist jederzeit, dass wir keinen neuen Studiticketvertrag mit den Stadtwerken schließen“, so Parsch. Dies hätte zur Konsequenz, dass es im WS 2010/11 kein Studiticket mehr gäbe, das auf einem Solidarbeitrag basiert. Sollten die Stadtwerke trotzdem eines anbieten, wäre es mit Sicherheit teurer als alle Varianten, über die die Studenten abstimmen.

Den Beitrag von Fabian Parsch gibt’s unter

http://www.asta.uni-konstanz.de/wp/

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