Uraufführung von „Welt 3.0 – Maschinerie Hilfe“ in Konstanz

Konstanzer Theatermann Thomas Spieckermann wirbt um Sponsoren für Afrika-Partnerschaft

Konstanz. Die Uraufführung von „Welt 3.0 – Maschinerie Hilfe“ markiert den Schlusspunkt einer dreijährige Zusammenarbeit zwischen dem Theater Konstanz und Nanzikambe Arts aus Malawi. Mit dem gemeinsamen Stück, das am Freitagabend in der Spiegelhalle uraufgeführt worden ist, wäre das Projekt „Crossing Borders – von See zu See“ zu Ende. Gefördert worden ist es von der Kulturstiftung des Bundes, die nun ausläuft. Das Theater Konstanz, das auch nach Togo partnerschaftliche Verbindungen hat, hofft aber auf eine Fortsetzung. Voraussetzung ist es, dass das Theater neue Förderer findet. Thomas Spieckermann ist bereits als Handlungsreisender in Sachen Budget unterwegs.

Gemischte Welt 3.0

Die Uraufführung von „Welt 3.0 – Maschinerie Hilfe“ ist geglückt. Die Väter des Stückes, Clemens Bechtel, Thoko Kapiri, Misheck Mzumara und Thomas Spieckermann haben allen Grund zur Freude. Die Aufführung in Englisch, Deutsch und Chichewa mit deutschen Übertiteln war ein Experiment. Ermöglicht hatte es der Fonds „Wanderlust“ der Kulturstiftung des Bundes. Regie führten Clemens Bechtel und Thoko Kapiri. Für die Ausstattung zeichnet Till Kuhnert und für die Dramaturgie Thomas Spieckermann verantwortlich. Auf der Bühne spielen Mit Dipo Katimba, Otoolie Masanza, Julia Philippi, Susi Wirth; Noah Bulambo, Thomas Ecke, Michael J. Müller, Jeremiah Mwaungulu und Misheck Mzumara.

Schlusspunkt der geförderten Partnerschaft

Das Stück stellt das große Abschlussprojekt der dreijährigen Zusammenarbeit der Theater Konstanz und Nanzikambe Arts in Blantyre, Malawi, auf der Grundlage des Projekts „Crossing Borders – von See zu See“ dar, das von der Kulturstiftung des Bundes im Fonds „Wanderlust“ mit 150.000 Euro und vom Goethe-Institut gefördert worden ist. In einer weltweit einmaligen Kooperation ist die Aufführung von einem gemischten Ensemble aus afrikanischen und deutschen Schauspielern, Regisseuren und Autoren aus beiden Ländern realisiert worden. Es soll nicht das Ende sein. „Wir versuchen Wege zu finden, dass es weiter geht“, sagte Thomas Spieckermann. Um Geld zu akquirieren betreibt das Theater Lobbyarbeit. Das Thema sei zu wichtig, um es allein der Politik zu überlassen, sagte Spieckermann über die Zusammenarbeit mit Afrika.

Entwicklungshilfe als Thema

Im Zentrum des Stückes, das noch mehrmals zu sehen ist, steht das Thema Entwicklungshilfe, das in Form einer fiktiven Handlung aus deutscher und afrikanischer Perspektive beleuchtet wird. Szenen spielen sowohl in Deutschland im Büro einer Entwicklungshilfegesellschaft, die sich mit dem Akquirieren von Spenden, der Evaluation und Durchführung von Entwicklungshilfeprojekten beschäftigt, als auch in einem Dorf in Malawi, in dem genau diese Projekte realisiert werden. Es geht auch um Geld und Korruption und darum, was den Unterschied zwischen Afrikanern und Deutschen ausmacht. Clemens Bechtel sagte, das Ensemble wohne gerade in einer WG zusammen für ihn spiele es im Alltag keine Rolle, ob er mit Afrikanern oder Deutschen zusammen arbeite und lebe. Er empfinde mehr Gemeinsamkeiten mit afrikanischen Schauspielern als mit Deutschen, die nichts mit dem Theater verbinde.

Afrikaner erstaunt über freie Stoffwahl

Der Text ist auf der Grundlage extensiver Recherchen im Entwicklungshilfebereich entstanden. Die Autoren haben eine Fülle von Interviews sowohl in Deutschland als auch in Malawi mit NGOs geführt und auf insgesamt drei Reisen nach Malawi Material für die Ausarbeitung der Szenen gesammelt. Sie beschäftigten sich mit einer Fischfarm, die zwischenzeitlich wieder aufgegeben worden ist, mit einem Brunnen-Projekt und schließlich der Energiegewinnung durch Wasserkraft in einem Bergmassiv, mit der sieben Dörfer mit Strom versorgt werden können. Dieses Projekt sei „Blaupause“ fürs Stück gewesen. Neu war für die afrikanischen Partner vor allem auch, dass es keine Vorgaben durch die Sponsoren gegeben hat. Normalerweise geben in Afrika die Geldgeber die Stoffe vor. Öffentlich wird das Theater in Malawi nicht gefördert. Geld gibt es dann zum Beispiel für ein Stück über Verhütung oder Aids-Prävention.

Von Konstanz nach Malawi

„Welt 3.0 – Maschinerie Hilfe“ wird zunächst in Konstanz gespielt und tourt anschließend durch Malawi; es wird somit in allen großen Städten des afrikanischen Landes zu sehen sein: Lilongwe, Blantyre, Zomba, Mzuzu sowie an weiteren Spielorten. Insgesamt 14 Mal ist es in Konstanz zu sehen. Gespielt wird in einem festen Theater, in der Spiegehalle. Dann erst tourt das Ensemble durch Malawi. In Afrika spielen die Akteure unter freiem Himmel oder auf mobilen Bühnen in Hallen.Weitere Termine in Konstanz sind: 13.06., 16.06., 23.06., 24.06., 26.06., 30.06., 03.07., 04.07., 05.07., 07.07.12 um 20 Uhr; 12.06., 14.06., 22.06., 29.06.12 um 19.30 Uhr; 01.07.12 um 18 Uhr; 27.06.12 um 15 Uhr;

Information und Reservierung unter 07531/900 150 oder theaterkasse@stadt.konstanz.de

 

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