Verein „Mastenfreies Wohngebiet“ in Konstanz gegründet

Neue Litzelstetter Mobilfunkverein angeblich nicht gegen Handys

Konstanz. Fast jeder fünfte Internetnutzer in Deutschland geht mittlerweile per Mobiltelefon online. Das sind rund neun Millionen Menschen. Die Zahl der Handy-Surfer hat sich damit in einem Jahr verdoppelt.  In Konstanz-Litzelstetten hat sich jetzt der Verein „Mastenfreies Wohngebiet“ gegründet. Es werde beabsichtigt, ihn in das Vereinsregister Konstanz eintragen und Gemeinnützigkeit anerkennen zu lassen. Der Verein sei nicht gegen Mobiltelefone aber gegen Mobilfunksendeanlagen im Dorf.

Alternative zu „Strahlungsarmes Leben!“

Der Verein ist aus einer Initiative der beiden ehemaligen Sprecher der Bürgergemeinschaft „Strahlungsarmes Leben!“ entstanden. Diese setzt nach dem Rückzug von Irene Mohn und Dennis Riehle ihre Arbeit fort und existiert damit parallel zum neu gegründeten Verein weiter. Der Verein will sich jedoch nicht als Konkurrenz für die Bürgergemeinschaft sehen, da die Arbeitsweisen sich unterscheiden werden.

Sendemasten raus aus dem Dorf

In den Vorstand wurden gewählt: Irene Mohn (Vorsitzende), Dennis Riehle (stellvertretender Vorsitzender), Jürgen Puchta (Schriftführer), Brigitte Wind (Schatzmeisterin) und Konrad Gensig (fachkundiger Beauftragter). „Mastenfreies Wohngebiet“ will sich im Gegensatz zur Bürgergemeinschaft auf das Ziel der Verlagerung von Mobilfunksendeanlagen nach außerhalb der Wohnbebauung einsetzen. Zudem lege man Wert auf eine sachliche, angemessene und umsichtige Information der Bevölkerung: „Wir können und wollen das Handy nicht abschaffen. Und doch halten es der Verein für notwendig, über eventuelle gesundheitliche Risiken aufzuklären, die elektromagnetische Strahlung verursachen könne. Dabei geht es nicht darum, Angst zu schüren oder technische Details vermitteln zu wollen.

Aktionen geplant

Der Verein ist langfristig ausgelegt. „Wir können nicht damit rechnen, dass die Masten innerhalb der nächsten Jahre komplett verschwinden. Auch besteht immer wieder die Möglichkeit, dass die Anbieter weitere Antennen innerhalb der Ortsmitte platzieren wollen. Deshalb müssen wir wachsam sein. Aktionen wie Unterschriftensammlungen, Informationsabende oder Politikergespräche sind bedeutend, um die Sensibilität für die Thematik zu wecken. Wenn unsere Ziele nicht nur Wunschdenken bleiben sollen, dann ist ein gemeinsamer Einsatz von Betroffenen und Interessierten unumgänglich, die Verantwortung für sich und andere übernehmen wollen“, ist sich Irene Mohn sicher.

Masten angeblich Schandfleck

Auch wenn der Verein seinen Schwerpunkt in Konstanz-Litzelstetten haben werde, sei er gewillt, mit anderen Initiativen und Verbänden zu kooperieren – und gleichzeitig auch Ansprechpartner für weitere Gemeinden zu sein. „Litzelstetten steht zwar in der besonderen Problematik von zahlreichen Sendeanlagen gleichzeitig betroffen zu sein, doch die Belastung ist auch in anderen Dörfern gegeben. Landschaftlich gesehen markieren die Masten einen Schandfleck in jedem Ort; elektrosensible Personen müssen aber mit noch viel größeren Herausforderungen umgehen. Daher ist es wichtig, dass wir uns zusammenschließen. Nur so kann Protest effektiv sein“, meint Riehle.

Foto: Kigoo Images PIXELIO www.pixelio.de

 

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.