Verlässlichkeit ist der wunde Punkt

Studie der Zeppelin Universität: Kunden vertrauen Telekommunikationsbranche

Friedrichshafen (red) Die Telekommunikationsbranche hat trotz der jüngsten Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung nicht an Vertrauen bei ihren Kunden eingebüßt. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchungen des „MRI Vertrauensbarometers Deutschland“ der Zeppelin Universität (ZU) Friedrichshafen und dem Internationalen Centrum für Franchising und Cooperation (F&C) der Universität Münster. Die vertrauenswürdigsten Unternehmen sind laut Studie aus Kundensicht T-Mobile, Vodafone und O2. Nur knapp 32 Prozent der Befragten geben allerdings an, sich allgemein auf Telekommunikationsanbieter verlassen zu können.

„Vertrauensbarometer Deutschland“ – die Untersuchung

Für das „Vertrauensbarometer Deutschland“ wurden deutschlandweit rund 750 zufällig ausgewählte Privatkunden von Telekommunikationsanbietern telefonisch befragt. Untersucht wurden dabei auch einzelne Unternehmen wie die Deutsche Telekom, Arcor (Vodafone zugehörig), 1&1, Alice, Versatel, Vodafone, O2, Unitymedia, Kabel Deutschland, The Phone House, Tele 2, E-Plus, T-Mobile (Deutsche Telekom zugehörig) und Mobilcom-Debitel.

Bevölkerung vertraut Anbietern mehr als Banken

Etwa 26 Prozent der Befragten sprachen der Telekommunikationsbranche grundsätzlich ihr Vertrauen aus. Diese Werte bewegen sich damit in etwa auf dem Niveau der ZU-Studie zur Mobilfunksparte von vor einem Jahr. Zum Vergleich: Die durch die Finanzkrise schwer gebeutelte Bankenbranche hingegen kam zuletzt auf einen Vertrauenswert von gerade einmal 13 Prozent, die Versicherungsbranche auf 20 Prozent.

Fragezeichen bei Ehrlichkeit und Verlässlichkeit

In eher schlechtem Licht stehen die Telekommunikationsunternehmen allerdings in punkto Ehrlichkeit da: Der Aussage, „Telekommunikationsunternehmen sind die ehrlichsten Unternehmen, die ich kenne“, stimmen gerade einmal neun Prozent der Befragten zu. Als weniger ehrlich gelten bei den Verbrauchern nur Unternehmen der Banken- und der Versicherungsbranche mit jeweils sechs Prozent. Ein ähnlich negatives Bild ergibt sich beim Thema Verlässlichkeit: Lediglich knapp 32 Prozent der Befragten geben an, sich allgemein auf Telekommunikationsanbieter verlassen zu können. In der Bankenbranche waren dies zuletzt 24 Prozent, in der Versicherungsbranche 30 Prozent.

Kein Vertrauensverlust wegen Debatte über Vorratsdatenspeicherung

„Die aktuellen Werte der Telekommunikationsbranche sind ein wenig besser als von uns erwartet. Die durchaus kritische Diskussion um die Vorratsspeicherung ließ uns eine schlechtere Bewertung befürchten“, kommentiert Professor Dr. Peter Kenning, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing an der Zeppelin Universität. „Die Branche kann mit diesem Ergebnis keinesfalls zufrieden sein, sondern sollte handeln. In den Gesprächen, die wir führen, wird deutlich, dass einige Unternehmen das Problem erkannt haben. Wir sind gespannt, welche Maßnahmen ergriffen werden. Wir werden die Entwicklung jedenfalls weiter beobachten und kommentieren“, ergänzt Tim Eberhardt, Geschäftsführer des MRI.

Informationen über „Kundenvertrauen“

Das 2003 gegründete „Münster Research Institute“ (MRI) mit Sitz in Wettringen, Münsterland, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Öffentlichkeit und Unternehmen effizient mit aktuellen Informationen unter anderem zum Thema „Kundenvertrauen“ zu versorgen. Dabei arbeitet das MRI eng mit führenden wissenschaftlichen Forschungsinstituten und Universitäten wie der Zeppelin Universität und dem F&C der Universität Münster zusammen.

Telekommunikationsanbieter und Soziale Netzwerke

Schlechter dürfte es mit dem Vertrauen gegenüber Sozialen Netzwerken bestellt sein. Erst in dieser Woche hat die Stiftung Warentest Sozialen Netzwerken gravierende Mängel beim Datenschutz bescheinigt. Jeder vierte Deutsche nutzt bereits ein soziales Netzwerk wie Facebook. Bei Jüngeren ist die Zahl noch höher.

Foto: Rainer Sturm PIXELIO

www.pixelio.de

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