Verletzes Opfer flüchtet durch Gärten ins Paradies

17-Jähriger am Konstanzer Schänzle brutal zusammengeschlagen

Konstanz (wak) Eine neue Dimension hat die Gewalt unter Jugendlichen in Konstanz erreicht. Das zumindest ist die Einschätzung der Polizei. Offenbar grundlos ist, wie erst jetzt bekannt wurde, ein 17-Jähriger unter der neuen Rheinbrücke brutal zusammengeschlagen worden.

Schänzle neuer Treffpunkt

Nach der Seestraße und dem Herosé-Areal, die in den vergangenen Jahren Treffpunkte Jugendlicher waren, hat sich laut Polizei seit Sommer 2009 das linksrheinisch an den Seerhein anschließende Areal im Bereich bis zur Neuen Rheinbrücke, das Schänzle, als Treffpunkt für Jugendliche herausgebildet. Lärm und Glasscherben, Glas- und Alkoholverbote und Sachbeschädigungen haben die Polizei bisher beschäftigt.

Provokation mit dem Ziel Opfer zu schlagen

Vor etwa zwei Wochen aber eskalierte die Gewalt. Am 14. Mai gegen 22.30 Uhr wurde ein junger Mann, der zunächst zusammen mit einem anderen jungen Erwachsenen unterwegs war, bei der Neuen Rheinbrücke offenbar von zwei etwa gleichaltrigen Jugendlichen angesprochen. Die beiden mutmaßlichen Täter provozierten ihr späteres Opfer nach Auskunft der Polizei mit dem Ziel es zu schlagen.

Tritte gegen 17-Jährigen

Als sich der 17-Jährige gegen Faustschläge wehrte, kamen laute weitere sechs bis sieben weitere Jugendliche und Heranwachsende hinzu, die ihm aber nicht geholfen haben. Laut Polizei gehörten sie offenbar zu den beiden Agressoren. Der Angegriffene versuchte zu fliehen, wurde aber direkt unter der neuen Rheinbrücke von mindestens 20 Jugendlichen und Heranwachsenden eingekreist und von einem jungen Mann aufgefordert, mit diesem eine Schlägerei Mann gegen Mann auszutragen.

Opfer flüchtete durch Gärten ins Wohngebiet

Das Opfer wurde von mehreren Anwesenden mit Fäusten ins Gesicht geschlagen und durch einen Fußtritt zu Fall gebracht. Der 17-Jährige wurde dann auf dem Boden liegend von der gesamten etwa 20-köpfigen Gruppe mit Fußtritten und Faustschlägen traktiert. „Es gelang ihm jedoch dennoch aufzukommen und über den Schänzle-Sportplatz und mehrere Gärten im Paradies zu flüchten“, so einer Sprecher der Polizei. Hierbei sei er von der Personengruppe verfolgt worden. Bei der Verfolgung sollen Schlagstöcke und Nietengürtel mitgeführt worden sein.

Polizei appelliert an Zivilcourage unbeteiligter Jugendlicher

Die Polizei spricht von „gangmäßigen“ Strukturen. Sie forderte Zivilcourage von Unbeteiligten. Solche Personen wie die brutalen Schläger zu separieren, sei für die anderen Jugendlichen sicherlich auf Dauer der bessere Weg, so der Polizeisprecher weiter. Die Polizei weist in diesem Zusammenhang auf die Aktion Tu-Was hin. Mehr Infos gibt’s unter http://www.polizei-beratung.de.

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