VHS-Debatte im Konstanzer Gemeinderat für Donnerstag angekündigt

„Aktuelle Probleme der VHS“ stehen auf der Tagesordnung – Finanzielle Entwicklung erst 2012 wieder Thema

Konstanz. Am Freitag verschickte die Stadt Konstanz die Tagesordnung zu der nächsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 15. Dezember 2011. Weiterhin steht der Tagesordnungspunkt „Aktuelle Probleme bei der VHS“ auf der Tagesordnung. In der vergangenen Woche war das Thema VHS-Finanzierung vertagt worden.

VHS-Finanz-Debatte erst im Juni 2012

Der Haupt- und Finanzausschuss hat allerdings in seiner Sitzung am 6. Dezember beschlossen, das Thema „Finanzielle Entwicklung der VHS“ erst im Juni 2012 zu beraten. Dieser Termin mache aus zwei Gründen Sinn: zum einen liege bis dahin das Ergebnis der Prüfung der Gemeindeprüfungsanstalt vor. Zum anderen könnten zu diesem Termin erste Zahlen über die Entwicklung der VHS im ersten Halbjahr 2012 vorgelegt werden. „Diese Zahlen bilden die notwendige Grundlage, um den Zuschussbedarf der Einrichtung und ihre weitere Entwicklung zu diskutieren“, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.

Sechsstelliger Betrag fehlt

Die regionale Volkshochschule Konstanz-Singen benötigt, wie berichtet, frisches Geld. Sollten sich die Mitglieder, der Landkreis Konstanz und die Städte Konstanz, Singen und Stockach, weigern, den sechsstelligen Betrag zu zahlen, wäre die Bildungseinrichtung Mitte 2012 zahlungsunfähig. Die Mitglieder des Konstanz Haupt- und Finanzausschusses haben das Geld vorerst unter Vorbehalt bereit gestellt.

Kündigungen und andere Querelen

In die Schlagzeilen gebracht haben die VHS aber nicht nur die finanziellen Sorgen der Bildungseinrichtung. Auch personelle Querelen und Kündigungen ziehen sich wie ein roter Faden durch die vergangenen Monate. Zuletzt traf es Reinhard Zahn. Der noch während seiner Probezeit entlassene Konstanzer VHS-Chef Reinhard Zahn hat Klage gegen die Kündigung eingereicht. Der Termin beim Arbeitsgericht in Radolfzell ist für Dienstag, 20. Dezember, angesetzt. Unzufrieden mit der aktuellen Situation sind auch die Dozenten. Einige verdienten bisher ihren gesamten Lebensunterhalt an der VHS. Neuerdings sollten sie aber weniger Kurse geben, sich weitere Standbeine neben der VHS suchen und die Dozenten bekommen ihr Geld auch jeweils erst nach mehreren Monaten am Ende des Semesters. Das Motiv für die Schlechterstellung der Dozenten sei die Angst der VHS-Verantwortlichen vor Scheinselbständigkeit gewesen, berichteten Dozenten. Sie waren in persönlichen Gesprächen auf die Neuerungen hingewiesen worden. Der Ton der Vorstandsmitglieder gegenüber den betroffenen Dozenten wurde von den Betroffenen als „harsch“ empfunden.

Wochenlang auf Debatte gewartet

Mitte November hatten die Mitglieder des Kulturausschusses des Konstanzer Gemeinderats beschlossen, dass die Querelen in der Volkshochschule Konstanz-Singen am Donnerstag kommender Woche Thema in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung sind. Bislang stehen sie als 14. Punkt auf der Tagesordnung der Sitzung, die am 15. Dezember um 16 Uhr beginnt.

Ein Kommentar to “VHS-Debatte im Konstanzer Gemeinderat für Donnerstag angekündigt”

  1. dk
    11. Dezember 2011 at 22:50 #

    Das Thema ist Zeugnis für den geschätzten Bodensee-Humor: ein Landkreis bildet einen Verein und wünscht sich möglichst viele „Kunden“ seines Einzugsbereiches. Wie in Schützenvereinen üblich stellt sich auch hier ein repräsentativer Politiker unentgeltlich ehrenamtlich zur Verfügung,

    Irgendwann merkt man, dass die kaufmännische Organisation etwas unterentwickelt ist für ein Unternehmen dieser Grössenordnung und sucht medial einen Verantwortlichen: die Jura-Fans lesen in der Vereinssatzung nach und entdecken, dass der „repräsentative Politiker“ plötzlich eigentlich verantwortlicher Manager eines grösseren Zweigstellen-Unternehmens sein sollte.

    Wenn man bedenkt, dass sich „normale“ kleine Vereine sich viel Gedanken über die „steuerliche Gemeinnützigkeit“ und wegen Konfliktstellen (z.B. Einnahmen durch Feste, Werbung usw) besondere Konstrukte mit Steuerberatern zwecks Eindeutigkeit austüfteln, sollte die Gemeindeordnung nicht nur das einzige Buch für Politiker sein.

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