Vhs Konstanz-Singen zieht nach Krise Konsequenzen

Volkshochschule will Satzung ändern – Jana Mühlstädt-Garczarek soll hauptamtliche Vorstandsvorsitzende werden

Bei Programmvorstellung Aufbruchstimmung an vhs signalisiertKonstanz. Ausgerechnet Jana Mühlstädt-Garczarek, Gesamtleiterin und Direktorin der Volkshochschule Konstanz-Singen e.V., fehlte, als die vhs ihr neues Programm für das kommende Semester vorgestellt hat. Sie war krank. So war es die Sache des Vorstandsvorsitzenden Frank Hämmerle, die Medien – nicht nur über das neue Programm – zu informieren. Nach der Kündigung zweier leitender Verwaltungsmitarbeiter war die vhs im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten. Bei der Programmvorstellung war das nur am Rande ein Thema. Dass die vhs ihre Vereinssatzung ändert, ist aber eine Konsequenz aus der Krise.

Jana Mühlstädt-Garczarek krank gemeldet

Jana Mühlstädt-Garczarek stellte sich den Medien nicht. Landrat Frank Hämmerle, Vorstandsvorsitzender vhs Konstanz-Singen e. V., Helmut Lehner, Leiter Hauptstelle Konstanz und stellvertretender Direktor, sowie Dorothee Jacobs-Krahnen, Leiterin in Singen, und Nikola Ferling, Leiterin in Stockach, verbreiteten Aufbruchstimmung. Sie schauten denn auch erst einmal nicht zurück auf die Vorkommnisse des vergangenen Jahres, sondern blickten in die Zukunft. Sie legten ein attraktives Programm auf den Tisch.

Kündigung aus Mangel an Vertrauen

Schlagzeilen gemacht hatte die vhs im vergangenen Jahr, als Gabi und Reiner Schmid fristlos gekündigt worden waren, nicht nur mit ihren Weiterbildungsangeboten. Weshalb es letztendlich zu den Verwerfungen kam, hat die Öffentlichkeit nie erfahren. Zuletzt hatten sich die Parteien geeinigt, die Arbeitsverhältnisse aufgelöst und Stillschweigen vereinbart, befriedet war die vhs deswegen aber noch nicht. Dozenten wirkten verängstigt. Mindestens ein Dozent hat seinen Abschied genommen, weil er sich eine Zusammenarbeit mit Jana Mühlstädt-Garczarek nicht mehr vorstellen konnte. Der Kündigungsgrund sei „fehlendes Vertrauen“ gewesen, so die Begründung damals. Jana Mühlstädt-Garczarek wurde von Dozentenseite „Klatschäuzigkeit“ vorgeworfen. Viele wollten lieber nicht offen sprechen.

Wie schwerwiegend waren die Verfehlungen

Viele Fragen wurden formuliert und nie beantwortet. Sie lauteten zum Beispiel: Waren die Vorwürfe gegen das Ehepaar Schmid sogar so schwerwiegend, dass man die Staatsanwaltschaft hätte einschalten müssen? Wenn nicht, warum gab es nicht erst einmal Abmahnungen, wie es eigentlich üblich wäre? Warum hat, so fragten Dozenten kritisch nach, Jana Mühlstädt-Garczarek nicht das Gespräch mit den Schmids gesucht, sondern anscheinend Belastungsmaterial gegen beide leitenden Mitarbeiter gesammelt? Antworten auf diese Fragen wird es wohl nicht mehr geben. Das Ehepaar Schmid und Vorstandsvorsitzender Frank Hämmerle äußerten sich öffentlich zu solchen Fragen nicht.

Ansprechpartnerin fehlte bei Medienkonferenz

Gesamtleiterin und Direktorin Jana Mühlstädt-Garczarek war bei der Medienkonferenz, bei der die Fragen hätten noch einmal gestellt werden können, nicht anwesend. So kam es, dass sie am Rande der Vorstellung des neuen Programmes auch nicht zu den Vorkommnissen und der Stimmung an der vhs befragt werden konnte.

Dozentenrat ist akzeptiert

Ohne Folgen blieben die Vorkommnisse aber nicht. Ende November gründeten die Dozenten im 40. Jahr des Bestehens der vhs einen Dozentenrat. Die vhs-Leitung hatte sich damals nicht einmal in der Lage gesehen, den Dozenten ein Kursleiterverzeichnis zur Verfügung zu stellen um damit die Initiative zu unterstützen. So mussten auf verschiedenen Wegen die Anschriften herausgefunden werden. Das war nicht einfach: An der vhs unterrichten mehr als 600 Dozenten. Frank Hämmerle sagte, ein Dozentenrat, der allerdings nicht mit einem Personalrat zu verwechseln sei, sei vernünftig. Die Dozenten seien nahe an den „Kunden“ und der Austausch zwischen Dozenten, Kunden und der vhs sei eine Chance. Hämmerle sprach von einer Win-Win-Situation. Auch der Austausch unter den Dozenten sei wichtig. Letzteres sagte Nikola Ferling.

Vhs strukturiert sich mit neuer Vereinssatzung um

Heraushalten möchte sich Frank Hämmerle in Zukunft aus dem operativen Geschäft. Im Moment halte er noch den Kopf hin und trage als ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender die Verantwortung, so Hämmerle am Rande der Vorstellung des Programms. In Zukunft soll das Jana Mühlstädt-Garczarek tun und als hauptamtliche Vorstandsvorsitzende den Verein führen. Die Mitgliederversammlung, der Frank Hämmerle sowie Vertreter aus Konstanz, Singen und Stockach angehören, kontrollieren dann den hauptamtlichen, fürs operative Geschäft zuständigen Vorstand. Die Situation, dass Vorstand und Mitgliederversammlung identisch sind und „Hämmerle Hämmerle entlastet“ werde es nicht mehr geben. Vorgesehen ist auch eine Art Vertrauens- oder Ombudsmann, der unabhängig sein soll. Im April soll der Kreistag beschließen. Im Mai könnte die neue Satzung schon gelten.

Foto: wak

Ein Kommentar to “Vhs Konstanz-Singen zieht nach Krise Konsequenzen”

  1. Merlin
    29. Juni 2011 at 08:52 #

    Wieso wurde auch Herr Lehner abgesägt?
    Wieso wird da nicht mehr Nachgeforscht was da in der VHS wirklich abläuft.
    Warum werden nach meiner Informationen Dozenten die Kurse gestrichen und Gelder gekürzt?
    Das ganze weitet sich immer mehr aus. Man sollte mal die Mitarbeiter fragen, wie es im Innern der VHS aussieht. Da scheint es mächtigst zu brodeln. Da sollte mal ein Journalist sich kundig machen und er hat die Story schlechthin. Aber da gibts wohl niemand der „Eier“ hat sich gegen Hr. Hämmerle und auch gegen Dorothee Jacobs-Krahnen oder gar gegen Frau Jana Mühlstädt-Garczarek, die wenn man sich mal informiert zu 75% nicht am Arbeitsplatz ist weil Dauerkrank, zu setzten.Irgendwo hat ich mal gelesen das es so aussieht als ob man die alte Mannschaft von Herrn Stetz, der mit Abstand der Beste für die VHS war, abzusägen.Die Damschaften jetzt wollen Ja sager um sich keine Kritiker.

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