Videos vom Podium mit Konstanzer OB-Kandidaten frisch im Web

Regio TV Bodensee hat „Wer wird neuer Oberbürgermeister in Konstanz?“online gestellt – Meinungsbildung im Web

Konstanz. Wer die Podiumsdiskussion mit den Kandidatinnen und Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 1. Juli im Konzil verpasst hat, kann sich die Bewerberinnen und Bewerber jetzt auch im Web anschauen. Regio TV Bodensee hat das Podiumsgespräch ins Netz gestellt.

650 Gäste im Konzil

Rund 650 interessierte Konstanzerinnen und Konstanzer waren am Dienstagabend ins Konzil gekommen, um sich ein Bild von Uli Burchardt, Sylvia Grossmann, Thomas Linz, Martin Luithle, Mykola Neumann, Sabine Reiser, Sabine Seeliger, Klaus Springer, Henning Tartsch und Sven Zylla zu machen. Veranstalter des zweiten Podiumsgesprächs zur OB-Wahl waren der Treffpunkt Konstanz, der Konstanzer Wirtekreis, die Dehoga Konstanz, die Wirtschaftsjunioren Konstanz-Hegau, der Konstanzer Tourismusförderverein und der Einzelhandelsverband Südbaden.

Frisch im Web

Die Medienpartnern Magazin E1NS, akzent, Radio 7 und Regio TV hatten den Abend organisiert. Mit dem Format – mit kurzen Trailern, jeweils nur 60 Sekunden Redezeit und Bildschirmen im Konzilsaal – haben die Veranstalter die Latte hoch gelegt. Am Donnerstag war das Podiumsgespräch bei Regio TV Bodensee zu sehen. Ab sofort steht es auch im Web. Wer miterleben will, wer sich am Dienstagabend im Konzil wie präsentiert hat, kann einfach in die in drei Blöcke gesplittete Sendung hinein zappen. Eine Bezahlschranke gibt es nicht.

Hier geht’s zu der Aufzeichnung der Podiumsdiskussion zum Thema Wirtschaft, Handel, Verkehr und Tourismus

Teil 1 (24:38 min):

http://www.regio-tv.de/video/200313.html 

Teil 2 (26:29 min):

http://www.regio-tv.de/video/200314.html

Teil 3 (28:03 min):

http://www.regio-tv.de/video/200315.html

14 Kommentare to “Videos vom Podium mit Konstanzer OB-Kandidaten frisch im Web”

  1. Andreas Eckle
    9. Juni 2012 at 00:31 #

    In der freien Wirtschaft ist es üblich, dass Stellen im Abgleich von Anforderungsprofil und Kandidatenprofil besetzt werden. Als Personalberater weiss ich wovon ich rede. Sollte eine Oberbürgermeisterstelle nicht auch nach den bewährten Kriterien bzw. Kompetenzmodellen der freien Wirtschaft besetzt werden? Als da wären Fachkompetenz / Methodenkompetenz / Sozialkompetenz / Personalkompetenz. Diese Kompetenzen sollte der künftige Oberbürgermeister besitzen, ansonsten ist er eine Fehlbesetzung, und das 8 lange Jahre (im Gegensatz zur freien Wirtschaft, da lassen sich Nieten bereits in der Probezeit aussortieren).

    Zum Stellenprofil: Das baden-württembergische Kommunalrecht gibt dem direkt gewählten Oberbürgermeister eine starke Stellung gegenüber dem Gemeinderat. Er ist Vorsitzender des Gemeinderates und Leiter der Gemeindeverwaltung. Er vertritt die Gemeinde nach aussen. Er bereitet die Sitzungen des Gemeinderats und der Ausschüsse vor und vollzieht die Beschlüsse, er kann gesetzwidrigen Beschlüssen des Gemeinderats widersprechen. In dringenden Angelegenheiten des Gemeinderats entscheidet der Bürgermeister anstelle des Gemeinderats. Der Bürgermeister leitet die Gemeindeverwaltung. Er bestimmt die Organisation der Gemeindeverwaltung und legt im Einvernehmen mit dem Gemeinderat die Geschäftsverteilung der Beigeordneten fest. Der Bürgermeister ist Vorgesetzter, Dienstvorgesetzter und oberste Dienstbehörde der Gemeindemitarbeiter.

    Summa summarum: ein künftiger OB sollte Fach- und Führungserfahrung im vorgenannten Umfeld besitzen, oder würde man z.B. bei Siemens in Konstanz einen Vertriebsleiter einstellen, der zuvor a. noch nie im Vertrieb tätig war b. kein Ingenieur oder Betriebswirt ist und c. noch nie Personalverantwortung hatte? Bestimmt nicht. Unter diesen Gesichtspunkten lichtet sich das Kandidatenfeld (vorab bereinigt um Jux- und Totalungeeignet-Kandidaten) um den OB-Posten gründlich:

    – Uli Burchardt: Diplom-Forstingenieur, Managementberater, keine Politik- oder Kommunalerfahrung
    – Martin Luithle: selbstständiger Rechtsanwalt, keine Politik-, Kommunal- sowie Führungserfahrung
    – Mykola Neumann: selbstständiger Rechtsanwalt, keine Politik-, Kommunal- sowie Führungserfahrung
    – Henning Tartsch: keine Ausbildung bekannt, betreibt eine Werbeagentur und ein Architekturbüro, keine Politik- oder Kommunalerfahrung
    – Sabine Seeliger, promovierte Biologin, Patentreferentin bei der Sunways AG, 10 Jahre kommunalpolitische Erfahrung, keine Führungserfahrung
    – Sabine Reiser: Volljuristin, 10 Jahre Regierungsdirektorin/Dezernatsleiterin mit 140 Mitarbeitern, seit 2010 Referatsleiterin beim Regierungspräsidium Stuttgart
    – Sven Zylla: Dipl.-Verwaltungswissenschaftler, 9 Jahre Stabsfunktionen Staatskanzlei Schleswig-Holstein, seit 2010 Regierungsdirektor/Büroleiter der Sozialministerin Manuela Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern

    Fazit: in die engste Wahl kommen nur Reiser, Seeliger und Zylla. Fachkompetenz kraft Studium und bisheriger Berufserfahrung haben nur Reiser und Zylla. Langjährige Führungserfahrung nur Reiser. Mein Ergebnis aus der Sicht eines erfahrenen Personalberaters: Sabine Reiser ist die einzige Kandidatin mit nachweislicher Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Führungserfahrung, langjähriger Kommunalerfahrung in BaWü und offensichtlich auch hoher Sozialkompetenz (sagt man über Sie).

  2. Wo.Becker
    9. Juni 2012 at 06:45 #

    Herr Eckle: eine gute Analyse.

    Aber leider zählen diese in der Wirtschaft angesetzten Voraussetzungen nicht, nicht bei einer OB-Wahl.

    OB soll wohl nach dem Gesetz jeder können.

    Es gibt ja auch für alle Qualitätsstufen Beispiele, die ich hier aber nicht nenne.

    Hoffen wir dass der Gewählte, die Gewählte, wo nötig, am Amt wächst.

    Das AA in Berlin soll ja gesagt haben: „wir machen aus jedem Kandidaten einen guten Außenminister“.

  3. dk
    10. Juni 2012 at 20:16 #

    Wo.Becker … Hoffen wir dass der Gewählte, die Gewählte, wo nötig, am Amt wächst. ….

    Da haben die Neuen BL viel Glück mit den vielen Beamten gehabt, die in den Jahren nach der Wiedervereinigung in den Osten gezogen sind, um zwischen den Ruinen der Planwirtschaft ein neues Behörden-System aufzubauen. Umgekehrt mussten sog. Ossi-Führungsleute auch DDR-Grossbetriebe (VEBs, LPGs) an die Marktwirtschaft anpassen durch Reorganisation, Ausgliederung, Verkleinerung, Splitting in verschied. Unternehmen. Manche sollen sich auch in Dienste von „West-Heuschrecken“ begeben und sich schnellstens ein völlig neues Berufsbild angeeignet. haben, weil sog. Wessis sich in der „neuen Umgebung“ noch nicht zurechtfanden.
    Umgekehrt soll ein Student aus S-Anhalt für einen dt. Grosskonzern seine Diplomarbeit in China durchgeführt haben und dort noch einige Jahre geblieben sein, um diese Abteilung völlig neu aufzubauen. Danach kam er zurück und blieb aus familiären Gründen in der Region. Mit besten Noten soll er später Dozent an der FH geworden sein. Andere soll es eher mit Familie in Grosstädte der alten BL ziehen; im bekannten Fall war es Hamburg, Bremen, evtl. Hannover, Ruhrgebiet. Grosskonzerne haben Praktikumsplätze ohne Berührungsängste zahlreich angeboten; Praktikums wurden auch in der EU und Übersee (später auch Stipendien) durchgeführt.

    In diesen stürmischen Jahren dürfte sich viel eigenständige Kreativität, zwingende Anpassungsfähigkeit an neue Umweltbedingungen und viel Sozialkompetenz in einer „neuen Kultur“ entwickelt haben; vielleicht teilweise auch nur ein Weg, mit den neuen Problemen bestmöglichst zurecht zu kommen. Damit war sogar ein guter Einstieg von Beamten in Management-Fähigkeiten ungewollt gegeben.

    PS.
    Aus obigen Sätzen ergibt sich für Hr. Zylla viel Hochachtung und Respekt für seine bisherigen Aufgaben in Norddeutschland. Vermutlich wird er in kurzer Zeit sowohl fliessend Konstanzerisch als auch Schweizerdeutsch sprechen können.

  4. Mykola Neumann
    10. Juni 2012 at 22:34 #

    Herr Oberbürgermeister Horst Frank war vor seiner Wahl vor 16 Jahren Rechtsanwalt, meiner Erinnerung nach auch ohne kommunalpolitische Erfahrung. Von der Ausbildung her sind Frau Reiser, Herr Luitle und ich alle Volljuristen. Ich habe eine Zusatzausbildung als Mediator und im Personalmanagement. Und in den laufenden Betrieb der Konstanzer Verwaltung wird sich jeder der Kandidaten einarbeiten müssen, egal wer Oberbürgermeister wird.

  5. Marco Walter
    10. Juni 2012 at 23:00 #

    Sehr geehrter Herr Eckle,

    Ihre Analyse und die daraus abgeleitete Schlussfolgerung, dass letztendlich nur eine der Kandidatinnen als Oberbürgermeisterin geeignet ist, mag in sich schlüssig sein. Ihr Problem ist allerdings, dass sie von falschen Grundvoraussetzungen ausgeht.

    Denn zunächst hat es guten Grund, dass unsere Oberbürgermeister nicht nach den Regeln der sogenannten freien Wirtschaft ausgewählt werden, sondern von den Bürgerinnen und Bürgern direkt gewählt werden, denn wir leben bekanntlich in einer Demokratie. Entscheidend ist , ob die Kandidatinnen und Kandidaten die Wählerinnen und Wähler von sich überzeugen können. Würden wir Ihr Vorgehen bei der Auswahl von Oberbürgermeistern akzeptieren, bräuchten wir nicht mehr wählen und könnten die Demokratie abschaffen. Das ist hoffentlich nicht in Ihrem Sinne.

    Die zweite aus meiner Sicht fehlerhafte Grundannahme ist, dass die Personalauswahl in der freien Wirtschaft generell so abläuft wie Sie das beschreiben und dass auf dieser Grundlage die geeignetsten Personen herausgefiltert werden. Die freie Wirtschaft kennt noch viele weitere Verfahren der Personalauswahl, je nachdem wen man für welche Aufgabe sucht. Wenn Sie z.B. mit der Methode des Assessmentcenters an die Frage herangehen würden, welche Kandidaten die besten für das Amt des OBs wären, kämen Sie dem aktuellen Verfahren mit Podiumsdiskussionen und Wahlständen vielleicht schon näher und würden letztendlich zu ganz anderen Empfehlungen kommen. Die Methode bestimmt das Ergebnis und Ihre Methode ist meiner Ansicht nach dem demokratischen Wahlverfahren in vielerlei Hinsicht unterlegen und genauso ungeeignet, Empfehlungen zu geben wie die Online-Abstimmungen der Heimatzeitung zur OB-Wahl.

    Als Letztes sei mir noch erlaubt festzustellen, dass sehr viele erfolgreiche Unternehmer in der freien Wirtschaft ohne jegliche Führungserfahrung in ihre Aufgaben gestartet sind (z.B. Bill Gates, Mark Zuckerberg usw.) und andere wiederum mit langjähriger Führungserfahrung kläglich an ihren Aufgaben gescheitert sind und ihre Unternehmen ruiniert haben (jüngstes Beispiel: Schlecker).

    Erfahrung allein sagt also noch gar nichts, denn man kann auch 20 Jahre lang auf dem Holzweg gewesen sein. Sie kann einem sogar bei neuen Aufgaben im Weg stehen, weil sie oft den Versuch beinhaltet, neuen Probleme mit alten Lösungsansätzen zu begegnen.

    Letztendlich werden für die oder den neuen OB also weder Verwaltungs-, Führungs-noch Sonstwieerfahrung entscheidend sein, sondern ob sie oder er die Menschen mit seiner Persönlichkeit und seinen Vorstellungen überzeugen kann.

  6. Andreas Eckle
    11. Juni 2012 at 12:04 #

    @Mykola Neumann: wie auch immer geartete Zusatzausbildungen als Mediator und im Personalmanagement ersetzen keine Ihnen de facto fehlende Politik-, Kommunal- sowie Führungserfahrung. Ihr Verweis auf noch-OB Frank ist wenig hilfreich. Erstens weil das Ihr Bewerberprofil nicht aufhübscht und zweitens: die Performance von Herrn Frank als OB war sehr durchwachsen, gerade hinsichtlich Sozialkompetenz (u.a. aufgrund fehlender Führungserfahrung?!). Merke: Erfahrung sammeln quasi mit „training on the job“ bzw. „am Amt wachsen“ geht gar nicht – da hatten wir doch erst neulich einen Bundespräsi-Azubi mit diesem Versuch.
    @Marco Walter: ich halte die Konstanzer (m/w) für reif genug, nicht nach „Bauchgefühl“ ihr Kreuzchen zu machen, sondern eine Persönlichkeit mit Politik-, Kommunal- sowie Führungserfahrung zu wählen. Die dann gerne auch als Mensch und Person sympathisch und überzeugend sein darf. So wie beispielsweise Sabine Reiser.

  7. Marco Walter
    11. Juni 2012 at 14:04 #

    Hallo Herr Eckle, genau weil die Konstanzerinnen und Konstanzer reif genug sind, ihre/n OB selber zu wählen, brauchen sie kein Personalauswahlverfahren aus der Wirtschaft. Sicher sind die von Ihnen vorgetragenen Anforderungen an eine/n zukünftige/n OB ein zu beachtender Aspekt, viele weitere Punkte sind aber mindestens genauso wichtig. Und was Sie generell ausblenden sind die politischen Inhalte, für die die Bewerber/innen stehen, was sie für unsere Stadt umsetzen wollen usw. Das sind meiner Meinung nach die Fragen, die für eine politische Wahl entscheidend sind und da haben wesentlich mehr Bewerber als die von Ihnen Favorisierte interessante Inhalte und Konzepte zu bieten. Ich bleibe ein Fan des demokratischen Wahlverfahrens für Politiker.

  8. Winfried Kropp
    12. Juni 2012 at 11:17 #

    Gute Analyse, Herr Eckle. (Kommentar #1) Sie haben allerdings den Aspekt der politischen Führung unterbewertet. Der OB ist Vorsitzender des Gemeinderats. Als hauptamtlicher Politiker obliegt es ihm, für inhaltliche Konzepte, die er mit seiner Verwaltung entwickelt hat, auch politische Mehrheiten im ehrenamtlich tätigen Gemeinderat zu organisieren. Auch hierfür benötigt es Erfahrung.

    Ich stimme zu, dass Frau Reiser durch ihre Arbeit als Erste Landesbeamtin und im RP einen Vorsprung in Sachen Führungserfahrung hat, allerdings ist dies keine Erfahrung in der Kommunal-, sondern in der Landesverwaltung. Diesen Vorsprung auf diesem Gebiet macht jedoch Herr Zylla durch seine lange politiknahe Tätigkeit mit politischer Erfahrung wett.

    Daher sehe ich beide Kandidaten gleich auf. Wer einen Profi will, sollte sich zwischen diesen beiden entscheiden.

    Disclaimer: Ich bin Sozialdemokrat.

  9. Andreas Eckle
    12. Juni 2012 at 14:24 #

    @Winfried Kropp: Um für inhaltliche Konzepte Mehrheiten im Gemeinderat zu organisieren (dazu muss mann/frau mit Menschen „können“!) bedarf es neben Erfahrung in der Kommunalverwaltung auch einer hohen Sozialkompetenz (Frau Reiser hat diese zweifellos) und Führungserfahrung. Frau Reiser war 10 Jahre lang beim LRA in FN Leiterin des Dezernats für Recht und Ordnung (Führung von 140 Mitarbeitern), dieses umfasst Rechts- und Ordnungsamt, Veterinäramt, Baurechtsamt, Denkmalschutz, Verkehrs- und Schifffahrtsamt. Summa summarum ein für den OB-Posten valides Erfahrungsspektrum, über das unter den übrigen Kandidaten keiner verfügt. Auch nicht Herr Zylla. Er war die längste Berufszeit (2001 bis 2009) in Ministerien in Schleswig-Holstein, u.a. stellvertretender Büroleiter der SPD-MP Simonis, derzeit ist er Büroleiter in MacPomm bei Ministerin Schwesig (SPD). Von BaWü u. speziell Konstanzer Landes- bzw. Stadtpolitik weiss er (zu) wenig, er ist ein klassischer SPD-Apparatschik, der jetzt als OB endlich mal einen Schritt nach oben machen möchte. Gut für ihn – weniger gut für Konstanz.

  10. dk
    12. Juni 2012 at 19:35 #

    Dank an Hr. Eckle (Kommentar 1: Absatz 2 „Stellenprofil“ eines OBs) und Hr. Kropp (Kommentar 8 zum Verhältnis OB zum Gemeinderat) ist einiges viel klarer geworden: jedenfalls leitet ein OB nicht nur politische Workshops als Diskussionsleiter und ein Jura-Studium dürfte ein KO-Kriterium sein.

    Bei Amazon habe ich vor Wochen nach „Politik Beruf“ gesucht und 1 Buch gefunden: von Max Weber als Soziologen und international anerkannten Wissenschaftler, der 1920 gestorben ist !!!!!

  11. Winfried Kropp
    14. Juni 2012 at 08:53 #

    @Andreas Eckle:

    Warum verlassen Sie plötzlich das sachliche Niveau Ihrer Argumentation und arbeiten mit stark abwertetenden Begriffen? Das relativiert natürlich Ihre Aussagen zuvor.

    @dk: Max Webers Werk ist eine großer Klassiker, dessen Lektüre auch heute noch lohnt.

    Ihre Aussage mit dem Jura-Studium als KO-Kriterium verstehe ich so nicht. Meinen Sie, dass ein Oberbürgermeister auf jeden Fall Jurist sein muss? Das wäre ein Rückschritt. Aus gutem Grund gibt es in der gesamten öffentlichen Verwaltung kein Juristen-Monopol mehr. Die Verwaltungen haben sich vielmehr schon seit Jahrzehnten gegenüber anderen Berufsgruppen geöffnet und sind im Übrigen viel moderner, als die öffentliche Meinung wahrnimmt.

  12. dk
    14. Juni 2012 at 13:55 #

    @Hr. Kropp

    Den Namen Max Weber hatte ich im Gymnasium als „Muss für Interessierte und Maßstab für Wissenschafter“ für Sozialgeschichte seiner Zeit kurz kennengelernt (im Rahmen des Faches Geschichte). Wie erwähnt, hatte ich lediglich anlässlich der OB-Wahl ein Buch für „Politik als Beruf“ gesucht, das über Medien-Berichte hinausgeht und eher den damaligen Heftchen (1980) der „Landeszentrale für politische Bildung“ ähnelt. Beabsichtigt war nur ein Erkenntnis-Gewinn über Politik, ganz ohne Ambitionen zu einer Zeit, wo gefragt wurde „will denn keiner OB werden?“. Wissenschaftliche Nachfahren von Max Weber schien es seit 1920 nicht mehr zu geben.

    Das Jura-Studium als KO-Kriterium bezog sich nicht auf die Verwaltung, sondern auf das Politik-Management: aus Medien-Berichten (lokal, national, weltweit) ergab sich das Bild, dass Gesetze, Verträge usw. als politisches Mittel eine grosse Rolle spielen. Andererseits scheint dieses auch (international) bitter notwendig zu sein, um seine gegenseitigen Beziehungen genauestens zu fixieren: ein ehem.

    Ost-Professor hatte seine Erfahrungen aus der Planwirtschaft verallgemeinert: man solle sich zwingend genaue Aufgabenstellungen mit internen Ansprechpartnern geben, ein genaues Protokoll zur Selbstversicherung führen, Zwischenergebnisse mit dem Auftraggeber besprechen und dokumentieren und sich immer den weiteren Arbeitsplan bestätigen lassen. Was allgemein damals für Gross-Projekte sinnvoll gewesen war, muss ihm auch nach dem System-Wechsel noch wichtig erschienen sein (auch für Klein-Projekte).

    An diesen Rat erinnerte ich mich bei ihrer Beschreibung vom OB als „Konzept-Ersteller“, der das fertige Werk politischen Gruppen schmackhaft machen soll, die sich üblicherweise regelmässig sog. Lager-Wahlkämpfe liefern und dabei höchst kontroverse Schwerpunkte pflegen. Wenn man zusätzlich bedenkt, dass jeweils ein Thema behandelt wird, dass meistens auch Nebenwirkungen und Einfluss auf andere Themen hat, die getrennt politisch genehmigt werden müssen, dürfte die Zahl der Top-Manager (in Grosskonzernen) nicht alllzu gross sein, die dieser Aufgabenstellung gewachsen sind.

    Wenn man OBs und dem Gemeinderat mehr Geld gibt, dürfte es allgemein verständlich sein; die Regelung, dass Gemeinderäte ehrenamtlich tätig sind, ohne dass „Gemeindegrössen“, „Bilanz-/Investitionssummen“ oder „Gemeinde-Bedeutung“ berücksichtigt werden, verwundert. Die beiden sog. „Profi-Kandidaten“ werden sicher nicht unterfordert: mir erscheint das Ganze ein wenig wie „Mission Impossible“ (und das in Zeiten des Wandels mit einigen Krisenerscheinungen).

  13. Cosmo Konstanz
    16. Juni 2012 at 08:45 #

    Der Wähler verlässt sich bei der OB-Wahl auf sein Bauchgefühl. Beim Frau Reiser behagt mir nicht das großbürgerliche Gehabe (der viele Goldschmuck etc.) man hat das Gefühl, sie ist keine „von uns“, sondern jemand von oben, der nur die MACHT vertritt. Über ihren Zugang zur Macht, und damit zu Fördergeldern hat sie auch geprahlt. Hier fehlt mir die Menschlichkeit. Frau Seeliger als grüne Ideologin ist mir auch unangenehm. Letztlich gilt in der Demokratie nicht den passendsten Kandidaten zu finden, sondern den schlimmsten zu verhindern . . .

  14. Ralph J. Schiel
    20. Juni 2012 at 09:34 #

    Die wirklich guten und innovativen Leute meist diejenigen, die Quereinsteiger und Fachfremde sind. Visionäre und Idealisten mit einem fundiertem Grundwissen in der materie und einem seriösem Hintergrund. Keine Schaumschläger, Jasager, Wendehälse und Verwaltungsesel(Innen). Ganz einfach weil sie nicht eingefahren und somit unvoreingenommen, kreativer und meist such erfolgreicher an eine Sache herangehen können. Sonst würden ja alle Studierten auch nur in einem Akademikerberuf erfolgreich sein und kein Realschulabsolvent eine Spitzenführungskraft in einem Großkonzern werden können. Die Realität lehrt uns da anderes. Und darüber bin ich sehr froh.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.