Von Handy-Nutzung und krebserregenden Stoffen in Kartoffel-Chips

Politikwissenschaftler Frank Janning über Verbraucherschutzpolitik

Konstanz (wak) Eine spannende und praxisnahe Antrittsvorlesung steht in der kommenden Woche bei den Politikwissenschaftlern an der Uni Konstanz im Vorlesungsverzeichnis. Es geht um Verbraucherschutzpolitik. Der Wissenschaftler fragt, ob es überhaupt eine einheitliche Verbraucherschutzpolitik gibt und ist damit sehr nahe an der Lebenswelt von Handynutzern und Kartoffel-Chips-Essern.

Fällt Verbraucherschutzpolitik auseinander?

Wie institutionalisieren sich Politikfelder und welche Rolle spielt dabei ihre Einheitlichkeit oder ihre Heterogenität? Politikfelder können deutlich in einzelne Einheiten auseinanderfallen, wie z. B. die Bildungspolitik in Schul- und Hochschulpolitik, oder aber spiegelbildlich fast alle Problembereiche der modernen Gesellschaft thematisieren und als komplexes, uneinheitliches Gebilde erscheinen. Letzteres gilt besonders stark für die Verbraucherschutzpolitik, deren Problempalette mit allen Praktiken des Konsums zusammenfällt.

Praxisnahes Politikfeld

Erfahrungen bei der Handy-Nutzung, krebserregende Stoffe in Kartoffel-Chips, verseuchtes Tierfutter-Mittel, Preisabsprachen zwischen Energie-Anbietern und Probleme des Mietrechts sind nur einige Aspekte, die im Politikfeld diskutiert und entschieden werden. Dr. Frank Janning geht in seiner Antrittsvorlesung „Die Heterogenität von Politikfeldern. Policy-Regime in der deutschen Verbraucherschutzpolitik“ am Mittwoch, 2. Juni, Fragen nach wie: Wie wirkt sich diese Heterogenität der Probleme aus? Gibt es eine einheitliche Verbraucherschutzpolitik, oder müssen ganz unterschiedliche Maßnahmen unterschiedlich analysiert werden? Frank Janning nimmt seine Analysen anhand von Beispielen aus der deutschen Verbraucherschutzpolitik vor. Die Veranstaltung findet in Hörsaal A 702 statt und beginnt um 16.15 Uhr.

Zur Person

Privatdozent Dr. Frank Janning studierte Politikwissenschaft und Soziologie in Duisburg, Düsseldorf, New York und Berlin. Er wurde 1997 an der FU Berlin promoviert, 2001 bis 2007 war er wissenschaftlicher Assistent am Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft der Universität Konstanz. Danach vertrat er zwei Professuren in Konstanz und Hamburg. Im Februar 2010 erfolgte die Habilitation an der Universität Konstanz.

Foto: Jochen Staudacher Universität Konstanz

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