Von wegen „Luxus für'n Arsch“ in Konstanz!

Toi, Toi Toi – ein Dixi Klo wäre am Badeplatz am Seerhein erst Recht verkehrt

Konstanz (wak) Grafitti, Schmierereien, Zerstörungswut und jetzt auch noch „Luxus für’n Arsch“. Regelmäßig ist das Örtchen auf dem Herosé Gelände Ziel von Anschlägen und Anfeindungen. Die Toilette sei ein Luxus-Klo, lautet der Vorwurf, den sich bei der Stadtverwaltung aber keiner mehr anhören möchte. Das selbstreinigende WC sei eine Toilette von der Stange, stellt Johannes Kumm, Chef des Hochbau- und Liegendschaftsamtes, klar. Von wegen „Luxus für’n Arsch“. Ein ähnliches, wenn auch nicht so umstrittenes WC, steht übrigens beim Sealife.

Auslaufmodell im Herosé Park

Der Sprayer, der im Juni mehrdeutig „Luxus für’n Arsch“ auf die Außenwände sprühte, irrt. 90.000 Euro – und nicht etwa 200.000 Euro wie gern kolportiert – hat die Toilette bei der Fahrradbrücke gekostet. „Nur“ 90.000 Euro möchte der Experte fast sagen. Die Toilette war ein Schnäppchen. „Ein Auslaufmodell“, sagt Johannes Kumm. Insgesamt – samt aller Anschlüsse – kostete das selbstreinigende WC in der Grünanlage schlappe 110.000 Euro. Eine High-End-Toilette mit Funktionen wie Warmluftgebläse oder Massage ist es nicht. Auch die Ausgaben entsprechen ganz und gar nicht denen für ein echtes Luxus WC. Das South Birmingham College in Großbritannien beispielsweise steckte satte 1,47 Millionen Euro in die Renovierung von Toiletten. Statt Computerarbeitsplätze oder eine gemütliche Mensa wollten die Studenten lieber ein echtes Luxus-Klo.

Toi. toi, toi Toilette

Die Konstanzer, die sich auf dem Herosé Areal vergnügen, scheinen aber andere Prioritäten zu setzen und einem halbwegs hygienischen Anforderungen genügenden Örtchen nichts abgewinnen zu können. Sie malträtierten das Örtchen in der Vergangenheit sehr. Glasscheiben wurden eingeschlagen und Kies vor den Eingang geschüttet. Die Anfeindungen versteht die Stadtverwaltung nicht. Ein Dixi Klo an der Stelle möchte sich in Konstanz niemand vorstellen, und dass sich ein ganzer Badeplatz im Falle eines Falles in die Büsche schlägt, wäre wohl auch keine Alternative. „Man kann nichts Recht machen“, sagte ein Grünplaner. Johannes Kumm erzählt, es sei schon vor gekommen, dass Badeplatzbesucher bei Anwohnern geklingelt hätten, als sie ein dringendes Bedürfnis verspürten. Seit etwa zwei Wochen gibt es nun aber übrigens eine Neuerung: Seither ist das vermeintliche Luxus-Klo ein Kostenlos-Klo. Vielleicht stösst es so doch noch auf Akzeptanz in Konstanz. Toi, toi, toi Toilette…

Ein Kommentar to “Von wegen „Luxus für'n Arsch“ in Konstanz!”

  1. Wassermann
    6. Juli 2010 at 21:54 #

    „Man kann nichts Recht machen“. Ja, man fragt sich schon was die Jugendlichen auf dem Herosé-Badeplatz eigentlich wollen. Hat sie eigentlich schon mal jemand gefragt? Und wer würde das denn eigentlich machen? Für das Klo ist Herr Kumm zuständig. Für die Beschwerden die Polizei. Aber wer redet mit den Leuten?

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