Vor der Eurobike am Bodensee: Das Fahrrad auf dem Weg in eine neue Ära

Fach- und Publikumsmesse beginnt am 29. August – Fahrrad Teil der urbanen Mobilität

Friedrichshafen. Die Eurobike 2012 hat eine Botschaft. Die Überschriften in den Medien und auf der Leitmessen könnten lauten: „Die Zukunft der urbanen Mobilität gehört dem Fahrrad“ oder „Das Fahrrad wird zum Kernstück einer neuen Verkehrspolitik“. Das Fahrrad ist in Deutschland auf dem Weg in eine neue Ära. Viele neue Trends auf dem Fahrradmarkt spiegeln sich auch auf der Eurobike, der Leitmesse der Fahrradszene, von 29. August. bis 1.September 2012 am Bodensee wider.

Trend geht zum E-Bike

Allein rund 400.000 E-Bikes werden in diesem Jahr in Deutschland verkauft, schätzt der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Der jährliche E-Bike-Absatz hat sich hierzulande in den vergangenen fünf Jahren nahezu verachtfacht. Das E-Bike eröffnet Radfahrern ganz neue Möglichkeiten: längere Tagesetappen und mehr Höhenmeter für Radwanderer, im Familieneinsatz verlieren der Transport großer Einkäufe und/oder das Ziehen vollbesetzter Kinderanhänger den Schrecken. Der E-Bike-Boom ruft auch immer mehr neue Marktteilnehmer auf den Plan. Die Liste der führenden Anbieter von Antriebssystemen liest sich wie das Who’s who der Elektronik- und Mobilitätsbranche: Neben Bosch und Panasonic steht etwa auch Yamaha als E-Bike-Ausrüster wieder am Start und konnte den weltgrößten Fahrradhersteller Giant als Abnehmer gewinnen. Der Verband schätzt den längerfristigen Marktanteil von E-Bikes auf mehr als fünfzehn Prozent: „In den Niederlanden hat sich der E-Bike-Markt bereits auf diesem hohen Niveau eingependelt. Mit dieser Entwicklung wird in den nächsten Jahren auch auf dem deutschen Markt zu rechnen sein“, berichtet ZIV-Geschäftsführer Siegfried Neuberger.

Zeig mir dein Rad und ich sage dir, wer du bist

Der Fahrradmarkt hat noch einige andere heiße Eisen im Feuer. Der Trend geht zu mehr Lifestyle auf dem Fahrrad als ein Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Nonkonformisten und Individualisten lassen sich etwa von der urbanen Fixie-Subkultur inspirieren, deren optischer Einfluss immer häufiger bei stylishen und dennoch verkehrssicheren City-Flitzern zu finden ist. Metronauten setzen auf clevere Falträder, während Technokraten ihr Glück bei den rasanten Speed-Pedelecs finden. Zeitgeistige Familien wiederum nutzen flotte Lastenräder, um Nachwuchs und Einkauf in der Stadt von A nach B zu bringen.

Mensch und Maschine

Wie überall, wo Mensch und Maschine beim Sport eine Einheit bilden, kommt der technischen Entwicklung auch beim Radsport eine besondere Bedeutung zu. In der Mountainbike-Szene ist eine kontroverse Diskussion um den idealen Raddurchmesser ausgebrochen. Galten viele Jahre ein Laufmaß von 26 Zoll, dann 29 Zoll als ideal, wollen führende Anbieter im Mountainbike-Segment das Zwischenmaß 27,5 Zoll in den Vordergrund rücken. Auch Rennräder und Mountainbikes werden mehr und mehr zu E-Bikes: Immer mehr Radsportler wechseln bereits die Gänge an ihrem Rennrad mit elektronisch gesteuerten Schaltwerken. Für die Saison 2013 hat der japanische Fahrradausrüster Shimano nun auch elektronische Getriebenaben für sportliche Freizeit-Räder angekündigt. Eine weitere digitale Premiere gibt es auf der Eurobike am Stand von Federungsanbieter Fox Racing Shox zu sehen: Dessen Federgabeln und Hinterraddämpfer kommunizieren ab der nächsten Modellgeneration mit elektronischen Signalen.

Eurobike: das Trend-Barometer der Branche

Wenn sich in wenigen Wochen in Friedrichshafen die internationale Fahrradbranche trifft, werden wieder viele Premieren und Trends zu sehen sein. Die ersten drei Messetage sind den Fachbesuchern und Medien vorbehalten. Am vierten Messetag (Samstag, 1. September 2012) können sich auch Verbraucher über die Neuheiten im Fahrradmarkt informieren. Der Eurobike Demo Day für Fachbesucher und Journalisten findet am Dienstag, 28. August von 10 bis 17 Uhr im Allgäu statt.

Weitere Informationen unter www.eurobike-show.com.

Foto: Eurobike

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