Vorarlberger Architekt kommt zum Zug

Entscheidung fürs Konstanzer Kongress- und Konzerthaus fiel nicht-öffentlich

Konstanz (gro) Ein Architekt aus Vorarlberg hat den besten Entwurf für das Jahrhundertprojekt auf Klein Venedig vorgelegt. Er verwies seinen Landsmann aus Wien, der bis zuletzt mit einem spektakulären, Ei-förmigen Entwurf mitmischte, auf den zweiten Platz. Die Entscheidung fiel einstimmig. Eine entscheidende Rolle spielte bei der Endausscheidung, dass der Vorarlberger Baumeister eine Lösung gefunden hat, wonach das Kongress- und Konzerthaus als so genanntes Passivhaus verwirklicht würde. Die Einzelheiten der siegreichen Projektstudie werden jetzt für den Gemeinderat aufgearbeitet und zur entscheidenden Sitzung am 27. Januar zu Papier gebracht. Der Vorarlberger Architekt wirkte in der Vergangenheit unter anderem mit bei der Konzeption des erfolgreichen Bregenzer Kongresszentrums.

Die Bauinvestoren kommen aus Süddeutschland

Von kommunalpolitischer Bedeutung ist, dass die Entscheidung für das Konzept aus Vorarlberg einstimmig fiel. In der so gennannten Beurteilungfskommission, die ihre Arbeit nun abgeschlosssen hat, sind alle Fraktionen und Gruppierungen des Stadtparlaments vertreten. Hinzu kommen sachkundige Bürger, Architekten, Landschafts- und Stadtplaner aus Nah und Fern sowie – last but not least – Oberbürgermeister Horst Frank und natürlich auch Baubürgermeister Kurt Werner. Die bis zuletzt im Wettbewerb verbliebenen zwei Entwürfe und Konzepte stammen zwar von österreichischen Baumeistern, aber in beiden Fällen stehen hinter ihnen Investoren (Bauträger/Generalunternehmer) aus dem Süden Deutschlands, die dafür garantieren, dass die vorgegebene Investitionssumme von 48 Millionen Euro eingehalten wird.

Geheimhaltung klappt bis zum Ende des Wettbewerbs

Der so genannte Investorenwettbewerb, der für das Projekt auf Klein Venedig gewählt wurde, spart viel Zeit (und damit Geld), ist aber recht strengen gesetzlichen Vorgaben unterworfen. Entscheidungen bis zur Beschlussreife für den Gemeinderat trifft die oben erwähnte Beurteilungskommission, und zwar grundsätzlich hinter verschlossenen Türen. Durch diese Praxis soll es einerseits möglich bleiben, dass die Beteiligten ihre Entwürfe laufend verbessern; zweitens soll dadurch verhindert werden, dass die Konkurrenten von einander abkupfern. Dass die Geheimhaltung einigermassen geklappt hat, geht unter anderem daraus hervor, dass bis vor kurzem noch öffentlich über ein Stuttgarter und österreichisches Planungsbüro spekuliert wurde. Tatsächlich sind beide am Ende noch im Rennen liegenden Architekten in Österreich zu Hause.

Der tiefere Sinn der der „Schuhschachtel“

Trotz aller Einstimmigkeit – der abschliessende Entschluss der Beurteilungskommission wird bis jetzt vor allem negativ kommentiert, und zwar von den Gegnern des Projekts, in deren Reihen die Nachricht von der Entscheidung der Beurteilungskommission durchgesickert ist. In diesen Kreisen wird darauf hingewiesen, dass sich die Kommission „leider“ für die „Schuhschachtel“ entschieden habe, und nicht für den spektakuläreren, Ei-förmigen Entwurf. Dazu ist im Moment zu sagen, dass beide Entwürfe im Inneren die so genannte Schuhschachtelform vorsehen. Denn diese Saal-Form mache nun einmal die geforderte akustische Qualität möglich. Mit dem Verzicht auf eine spektakuläre Aussenform, so hört man aus den Kreisen der Beurteilungskommission, werde aber die Konzeption eines „sensationell“ Energie sparenden „Passivhauses“ möglich, was sich ganz entscheidend auf die Unterhaltskosten auswirke.

Angetan von der feingliedrigen Innengestaltung

Am Ende waren die Mitglieder der Kommission im Hinblick auf den Sieger-Entwurf auch sehr angetan von der feingliedrigen Innengestaltung des Raumkörpers. Letzte kleinere Einwände wegen der Zufahrt von Lasttrucks zum Hauptgebäude des künftigen Konzert- und Kongresszentrums auf Klein Venedig können ohne grossen Aufwand anders angeordnet werden als zuletzt gesehen. Die Einstimmigkeit, so hiess aus den Kreisen der Kommission weiter, sei ein gutes Omen dafür, dass auch der für März geplante Bürgerentscheid positiv ausgehe. Zuvor wird der Gesamtgemeinderat Ende Januar über das Wettbewerbsergebnis befinden.

Foto: pixelio.de, Matthias Lohse

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