Vorhang auf fürs Überlinger Krimi-Sommertheater

Stadttheater bringt Krimistück von John Boynton Priestley auf die Sommertheater-Bühne

Konstanz/Überlingen (wak) Das Geheimnis ist gelüftet. „Der Inspektor kommt“ heißt in diesem Sommer das Hauptstück beim Überlinger Sommertheater in der Kapuzinerkirche. Wie alle Jahre wieder hat das Stadttheater Konstanz am vergangenen Sonntagabend vorab und exklusiv den Förderverein Sommertheater über den neuen sommerlichen Spielplan informiert. Nur eine einzige schlechte Nachricht hatte es beim Treffen für die Theaterfreunde gegeben: Eine Wiederaufnahme des Erfolgsstücks „Don Camillo und Peppone“ ist aufgrund anderer Verpflichtungen der Schauspieler leider nicht möglich. Das hatte Intendant Christoph Nix aber bereits vor einigen Wochen bei der Vorstellung des Theaterspielplans für die neue Saison in Konstanz angekündigt.

Soziales Drama als Kriminalstück

Auf die Bühne kommt also ein ganz neues Stück. Das Motto in der Kapuzinerkirche heißt in diesem Sommer „Krimi und Kultur“. Inszenieren wird das Konstanzer Stadttheater John Boynton Priestleys Stück „Der Inspektor kommt. Der 1984 in Stratford-upon-Avon verstobene englische Schriftsteller, Journalist undLiteraturkritiker schrieb mit „An Inspector Calls“ ein Soziales Drama. Es ist eines seiner bekanntesten Werke des Engländers. Er hatte es 1944/45 innerhalb von nur einer einzigen Woche geschrieben. Seine Londoner Premiere feierte das Stück am 1. Oktober 1946. Seine Premiere in Überlingen feiert es nun mehr ein halbes Jahrhundert später.

Schuld und Lüge

Es handelt von der Familie Birling, die standesgemäß die Verlobung von Sheila und Gerald gefeiert. Mitten in Arthur Birlings Rede darüber, dass jeder seines Glückes Schmied sei und alles Gerede von sozialer Verantwortung nichts gelte, meldet sich Polizeiinspektor Goole an der Tür: Er ziehe Erkundigungen bezüglich des Suizids einer aus der unteren sozialen Schicht stammenden Frau namens Eva Smith ein. Nacheinander nimmt Goole die Anwesenden ins Verhör, wobei sich herausstellt, dass jeder von ihnen seinen Anteil daran hatte, Eva Smith immer tiefer in das soziale Elend zu stoßen. Goole verabschiedet sich und lässt die Gesellschaft mit ihren Fragen und ihrem schlechten Gewissen zurück. Nach vielen Schuldzuweisungen erfährt das Publikum schließlich, dass es keinen Polizeiinspektor Goole gibt und auch keine Frau sich das Leben genommen hat.

Paul Amrod und Kaperle dabei

Freuen darf sich das Publikum des Sommertheater außerdem wieder auf den Pianisten Paul Amrod. Dieses Mal stehen Blues und Jazz auf dem Programm des Musikers. Außerdem gibt es „Kitsch“, Liebeslieder ganz unterschiedlicher Couleur, die an den Erfolg von „Shoot the Moon“ anknüpfen wollen und ein bisschen Charles Bukowski. Auf dem Programm stehen nicht nur für Wilhelm-Busch-Freunde Wilhelm Buschs Bildergeschichten. Geplant ist außerdem ein Stück für Jugendliche ab 14 Jahre, das im Badgarten aufgeführt wird. Das Figurentheater zeigt „Kapartout“. In dem Stück geht es um die Figur des Kaspers und die Tradition der Kasperfigur. Außer „Kitsch“ im Kursaal findet das gesamte Sommertheater dieses Mal ansonsten in der ehemaligen Kapuzinerkirche statt.

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