Wegen Brandgefahr Schluss mit der Knallerei

Silvester-Feuerwerke in Altstädten verboten

feuerwerkKonstanz/Überlingen (wak) Silversterfeuerwerke in historischen Altstädten sind von diesem Jahr an verboten. Verheerende Brände haben in den vergangenen Jahren Altstadtbewohner aufgeschreckt. Anwohner in historischen Altstädten reagierten zunehmend beunruhigt, wenn direkt vor ihren Häusern Feuerwerkskörper abgefeuert wurden. Die Gefahr, die von Silvesterfeuerwerken ausgeht, ist offenbar so groß, dass die Knallerei ab sofort verboten ist. Darauf hat der Städtetag Baden-Württemberg die Oberbürgermeister und Oberbürgermeisterinnen im Land und die Ordnungsämter hingewiesen.

Horror-Szenario Altstadtbrand

Die Szenarien an Silvester haben sich geglichen. Raketen schossen in den Nachthimmel. Abgefeuert worden sind sie selbst mitten in Altstädten mit ihren schmalen Gassen und direkt an die Straßen angrenzenden historischen Gebäude. Die Flugbahnen der Raketen lassen sich nicht immer präzise berechnen. Regelmäßig kam es an Silvester deswegen – wie 2008 zum Beispiel in Tübingen oder vor mittlerweile etwas mehr als zehn Jahren auch in der Konstanzer Altstadt – zu schweren Bränden.

Noch 30 Tage bis Silvester

In diesem Jahr aber hat sich die Rechtslage geändert. Das Abschießen und Abbrennen von Silvesterfeuerwerken in Altstädten mit Fachwerkhäusern ist verboten. Eine Verordnung zum Sprengstoffgesetz ist im Sommer entsprechend geändert worden. Darauf hat der der Städtetag Baden-Württemberg 30 Tage vor Silvester Bürgermeister und Oberbürgermeister sowie die Ordnungsämter hingewiesen.

Keine Feuerwerke vor Fachwerkhäusern abbrennen

Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Wegen der erhöhten Brandgefahr ist es künftig verboten, in unmittelbarer Nähe von Fachwerkhäusern Feuerwerkskörper zu zünden. Die neue Sprengstoffverordnung sieht vor, dass das Abbrennen von Feuerwerkskörpern auch in unmittelbarer Nähe von Fachwerkhäusern verboten ist.“

Bundesweites Verbot gilt

Dies bedeute, dass die Städte mehr keine Polizeiverordnung mehr erlassen müssen, die das Abbrennen zu verbieten. Ausnahmen sind nicht vorgesehen. Wörtlich heißt es im Schreiben des Städtetags: „Dieses Verbot gilt als bundesrechtliche Verordnung unmittelbar in allen Städten. Das Innenministerium werde noch vor Silvester einen Erlass veröffentlichen.

Städtetag will keine großzügige Auslegung des Verbots

Der Städtetag Baden-Württemberg weist bereits darauf hin, dass das Verbot aus Sicht des Städtetags generell in Altstadtbereichen gilt, zumindest dann, wenn dort ein nennenswerter Bestand an Fachwerkhäusern steht. Wörtlich heißt es: „Da sowohl die Flugbahn als auch die mögliche Brennwirkung von Feuerwerkskörpern sehr unterschiedlich ist, wäre eine sehr eingrenzende Auslegung der ,unmittelbaren Nähe‘ sicherlich nicht zielführend.“ Denkmalgeschützte Häuser in Altstädten dürften wohl auch darunter fallen – selbst wenn das Fachwerk nicht freigelegt ist.

Städte müssen auf Verbot auch mit Schildern hinweisen

Damit die Bevölkerung weiß, wo die Knallerei verboten ist, sollten die Städte die Öffentlichkeit unbedingt noch vor Silvester entsprechend informieren. Es sei sicherlich auch sinnvoll – so wie es die Stadt Esslingen am Neckar mache – die Anwohner konkret anzuschreiben und zu informieren. Weiter geht der Städtetag davon aus, dass es wichtig wäre in Altstädten an Silvester spezielle Hinweisschilder in den Straßen aufzustellen, so dass auch Feiernde, die nicht an den entsprechenden Straßen und Plätzen wohnen wissen, dass es aufgrund der Brandgefahr verboten ist, in dem betreffenden Teil der Stadt Feuerwerkskörper und Raketen abzuschießen.


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