Weigelt geht allein aufs Glatteis

„Überlingen on Ice“ ohne Zuschuss

soi weigelt IMG_4984(wak) Nicht aufs Glatteis mit dem privaten Eisbahn-Organisator Reinhard A. Weigelt begibt sich in diesem Jahr die Stadt Überlingen. Weigelt, Veranstaltungs-Manager & Kultur „Macher“ und eine der Gallionsfiguren der Überlinger FDP, will in diesem Jahr auf einen als Ausfallbürgschaft getarnten städtischen Zuschuss für die Eislaufbahn verzichten. Einen Antrag bei der Stadt stellte Weigelt in diesem Jahr nicht.

Keine Ausfallbürgschaft

Im vergangenen Jahr war das noch ganz anders. Die Stadt musste ihr Säckel nach dem Ende der Eislaufzeit auf der Überlinger Hofstatt öffnen. Veranstalter Weigelt, Local-Veranstaltungs-Heroe und seit fünf Jahren Stadtrat, hatte sich mit einer Ausfallbürgschaft abgesichert. Das unternehmerische Risiko trug er denn auch nicht alleine, sondern zusammen mit der Stadt. Eine Ausfallbürgschaft in Höhe von 15.000 Euro waren damals vereinbart worden. Stadtkämmerer Ludwig Sauter geht bislang davon aus, dass der städtische Haushalt nicht erneut mit der Finanzierung der Eislaufbahn belastet wird.

Rote Zahlen

„Die Stadt kann und muss nicht alle Angebote selbst machen: Deswegen unterstützen wir kreative Köpfe und private Initiativen“, heißt es auf der Homepage der Überlinger FDP. Weigelt – ein kreativer Kopf in Überlingen – schenkte den Überlingern eine Eislaufbahn. Die Stadt unterstützte ihn. Als er am Ende rote Zahlen schrieb, musste die Stadtkasse bezahlen. Bizarr fand das dann der eine oder andere Überlinger, da die FDP ansonsten ja eher für weniger Staat oder Stadt eintritt und auf privates Engagement setzt.

Auf Plausibilität geprüft

Reinhard A. Weigelt legte nach dem Ende der Eiszeit auf der Hofstatt – wie vereinbart – dem städtischen Kämmerer seine Rechnungen vor. „Wir haben auf Plausibilität geprüft“, sagte Ludwig Sauter. Verglichen wurden eingekaufte mit verkauften Mengen und ob es plausibel war, so Sauter. Was Weigelt vorlegte, hat die Stadt denn auch akzeptiert und bezahlt. In diesem Jahr nun muss sich der Veranstaltungs-Manager warm anziehen.

Unternehmerisches Restrisiko

soi wanke IMG_5649Das unternehmerische Risiko ist beträchtlich: Bei frühlingshaften Temperaturen in der Vorweihnachtszeit schmelzte in der Vergangenheit nicht nur den Eisprinzessinnen das Eis unter den Füßen weg – bei Regen blieben auch die Schlittschuhläufer lieber daheim. Diese bittere Erfahrung machten vor Weigelt auch schon die Eisbahnbetreiber Hardy Wanke und Marion Gommeringer. Sie hatten sich – anders als Weigelt im vergangenen Jahr – damals nicht mit einer Ausfallbürgschaft abgesichert.

Zwei Gastrozelte bei der Bahn

In diesem Jahr steht die Eislaufbahn – wie vor zwei Jahren – wieder auf dem Landungsplatz. Das Motto heißt „Überlingen on Ice“. Los geht’s am 4. Dezember. Zu Ende geht die Eislaufzeit am 10. Januar 2010. Organisatoren sind Reinhard A. Weigelt und Hardy Wanke. Letzter ist aber nur für ein Bewirtungszelt zuständig – das Eis ist allein die Sache Weigelts. Aufschlagen wollen die Eisbahn-Profis Hardy Wanke und Marion Gommeringer dieses Mal eines von zwei Bewirtungszelten. Als Events plant Weigelt  Eistanz, Stadtmeisterschaften im Eisstockschießen und eine Benefizveranstaltung. Der Überlinger Weihnachtsmarkt beginnt dann am 10. Dezember und dauert bis zum 24. Dezember. Die 19 Hütten stehen in diesem Jahr nicht auf der Hofstatt, sondern am Münster. Dies sei der Wunsch des Einzelhandels und der Gastronomie, heißt es in einer Mitteilung des Wirtschaftsverbunds Überlingen (WVÜ).

Ein Kommentar to “Weigelt geht allein aufs Glatteis”

  1. fun4mylife
    20. November 2009 at 17:13 #

    Stadtrat Weigelt sollte sich aus dieser Sache nächstes Jahr zurück ziehen. Damit würden eventuelle Unterstellungen von vornherein unterbunden. Außerdem ist der Überlinger Weihnachtsmarkt ein „Sauf- und Fressmarkt“ geworden. Wahrscheinlich sind die Häusle-Mieten so exorbitant, daß wie z.B. Schnitzer, Glasbläser oder andere traditionelle Handwerker kein Interesse an diesem unattraktiven Weihnachtsmarkt mehr haben! Mit Essen und Trinken verdient auch Herr Weigelt sein Geld. Hat er doch letztes Jahr gegenüber des Rathauses den größten Sauf- und Fressstand betrieben!Ein Tipp von mir: Sollten Sie Herr Weigelt wieder einen eigenen Stand betreiben in dem Sie Glühwein verkaufen, sollten Sie sich doch mal die Rezeptur für einen ordentlichen Glühwein bei Herrn Wanke holen – oder zu Ihrem Glühwein gleich die Kopfwehtablette gleich dazu legen! Fröhliche Weihnachten!

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