Weniger Skiunfälle trotz überfüllter Pisten

Krankenhäuser in Vorarlberg mit Skiunfällen ausgelastet

Konstanz/Bregenz (wak) Für Wintersportler aus der Region Bodensee sind die Skigebiete Vorarlbergs so etwas wie der „Hausberg“. Die Strecke Konstanz-Feldkirch ist in etwa eineinhalb Stunden und die Strecke Friedrichshafen-Feldkirch mit dem Auto sogar in nur knapp einer Stunde zu schaffen. Wer spätestens am Fasnachtsdienstag keine Lust mehr auf fasnächtlichen Trubel und Mäschgerle hat, zieht gern einen Skitag vor. Dass alle Wintersportler wieder gut nach Hause kommen, ist aber alles andere als sicher: In den Vorarlberger Krankenhäusern herrscht Hochbetrieb. Am Samstag hat der österreichische Ex-Weltcup-Fahrer Rainer Salzgeber vor überfüllten Skipisten und Platzmangel auf Abfahrten in Vorarlberg gewarnt. Doch trotz vieler schlechter Nachrichten über verunglückte Skifahrer auch in Vorarlberg, scheint der Trend ein anderer zu sein: Die Zahl der Skiunfälle geht offenbar zurück.

Heli holt Schwerverletzte von der Piste

Das subjektive Gefühl ist ein anderes. Wenn viel los ist, wird es auf den Pisten richtig eng und rücksichtslose Snowboarder und Skifahrer nehmen kaum Rücksicht auf andere, die nach unten schwingen. Dass ins LKH Feldkirch derzeit an einem Tag bis zu sieben Schwerverletzte mit dem Hubschrauber eingeflogen werden, wie der ORF berichtet, erstaunt da kaum. Auch am LKH Bregenz werden laut ORF im Schnitt täglich 40 verletzte Wintersportler behandelt. Allein in Vorarlberg starben in diesem Winter einem Bericht von Vorarlberg Online zu Folge bereits elf Wintersportler. Das Risiko, auf einer überfüllten Piste tödlich zu verunglücken, dürfte trotzdem geringer sein als das, abseits der Piste zu sterben.

Risiko im freien Gelände größer

Drei Tote gab es in Vorarlberg zuletzt wieder abseits der Piste bei Lawinenabgängen. Erst am Donnerstag vergangener Woche starb ein 22- jähriger Snowboarder aus Deutschland nach seiner Bergung aus den Schneemassen im Kleinwalsertal. Einen Tag zuvor hatten zwei 17 und 18 Jahre alte Deutsche im Bregenzerwald ein Schneebrett ausgelöst. Auch ihre Abfahrt abseits der Piste endete für beide tödlich.

Warnung des Ex-Weltcup-Fahrers Rainer Salzgeber

Doch die Wintersportler, die auf der Piste bleiben, teilen mit hoher Wahrscheinlichkeit die Kritik des Ex-Weltcup-Fahrers Rainer Salzgeber. Der warnte im Samstaginterview von Radio Vorarlberg vor überfüllten Skipisten in Vorarlberg. Die Kapazität der Lifte habe in den letzten Jahren ständig zugenommen, die Pistenfläche sei hingegen konstant geblieben, so der ehemalige Weltcup-Fahrer. Als Hauptursache für die vielen Unfälle mit Wintersportlern sieht Salzgeber die überfüllten Skipisten an.

Laut Statistik ist Skifahren sicherer geworden

Überraschender Weise ist die Zahl der Skiunfälle – auch wenn „gefühlt“ das Risiko mitfährt – in diesem Winter sogar leicht rückläufig sein. Das berichtet Vorarlberg Online. Der Trend dürfte klar sein und wird durch viele Zahlen nicht nur aus Vorarlberg bestätigt: Die Stiftung „Sicherheit im Skisport“ wertet jedes Jahr gemeinsam mit der Arag-Versicherung Unfälle und Verletzungen im alpinen Skisport aus. Das Ergebnis: Die Verletzungen pro 1000 Skifahrern sind in den vergangenen 20 Jahren deutlich zurückgegangen. Die Behauptung, dass die Zahl der schweren Unfälle zugenommen habe, weil die Pisten voller werden und die Fahrer rücksichtsloser und schneller fahren, belegen die Zahlen offenbar nicht. Im Gegenteil: Die Statistik der Auswertungsstelle für Skiunfälle in Düsseldorf (ASU Ski) zeigt, dass offenbar im letzten Wintern sowohl die Verletztenquote als auch die der Krankenhausaufenthalte eher niedrig war. Seit Mitte der 90er-Jahre sinkt laut dieser Statistik die Zahl der Verletzten Skifahrer. Auch die Zahl der Kollisionsunfälle ging demnach zurück.

Foto: Rainer Sturm PIXELIO

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  1. See-online - 10. Januar 2011

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