Wenn der 81jährige Oldie den 84jährigen Oldtimer um den Bodensee lenkt

Elfte Bodensee Rallye:Automobile Zeitgeschichte, betagte Sieger und Trophäen

Friedrichshafen (sig) Am Samstag blieben die Dächer der Cabrios geschlossen, am Sonntag konnten sie geöffnet werden. Regen und Sonnenschein begleiteten die 11. Bodensee Oldtimer-Rallye des ADAC-Ortsclub Friedrichshafen und der „Renngemeinschaft Graf Zeppelin“. Begeistert waren alle Teilnehmer – von beiden Strecken.

Start im Regen

Schnürlregen am Zeppelin Museum, als am Samstag Punkt 9.01 Uhr Rallyeleiter „Gebe“ Zeller die Startflagge senkte und das erste Fahrzeug der einzelnen Klassen auf die Strecke schickte. Eine Route hatte Herbert Schneider über Taldorf, Bavendorf, Schmalegg, Zußdorf, Herdwangen zum Haldenhof in den westlichen Bodenseekreis ins Bordbuch geschrieben, zurück ging’s über Nesselwangen, Mühlhofen, Bermatingen (mit einer Sonderprüfung bei der Firma Linnig in Markdorf), Efrizweiler zum Zeppelin Museum. „Eine Super-Strecke“, schwärmt ein Teilnehmer, der sich zuvor am Anstieg zum Höchsten schon ins Aus manövriert sah, nachdem er wegen der dortigen Radveranstaltung fast ausgebremst wurde. Der Regen war längst kein Thema mehr.

Heimatkunde im betagten Automobil

Der sollte erst recht am Sonntag keines mehr sein. Die Sonne hatte sich durchgesetzt, als die 50 Teams im Ein-Minuten-Abstand vom Messegelände aus die Strecke durch Dörfer und Weiler in Richtung Bad Wurzach und Wangen in Angriff nahmen. Wieder Punkt 9.01 Uhr. Trotz der fröhlichen Feier am Abend zuvor. Wer konnte, ließ das Cabrio seinen Namen gerecht werden und schob das Verdeck nach hinten. Dann ging es los für die Renault Alpine A 110, den Porsche 911, den Mercedes 300 SEL oder den Leyland MG B GT, die überall wo sie hinkamen, begeisterte Blicke auf sich zogen. Über Kehlen und Ravensburg fuhren sie nach Schlier und Weingarten, nach Mompertshaus und Eintürnen, nach Metzisweiler und Neuhaus, und selbst die vermeintlich regional Verwurzelten sahen manchen Ort und manche Durchlaufstation zum ersten Mal. Nicht nur schön war’s, wie die Piloten anschließend berichteten, auch in Sachen Heimatkunde haben sie viel dazugelernt.

Mercedes vor MG-A und Fiat

Gesamtsieger der 11. Bodensee-Rallye „sportlich“ wurden das Team Ralf Stamm und Andrea Griesinger aus Ditzingen in ihrem Mercedes Benz 220 SEB, Baujahr 1965, vor Armin Labor und Nicolai Krörger aus Markdorf in einem MG-A, Baujahr 1958, und Tino Kirschner und Nicole Kasrpzak aus Friedrichshafen in einem Fiat X 19 Bertone, Baujahr 1981. Im Gesamtklassement „Touris“ siegten Gerhard Steinbinder und Thomas Benkenstein aus Meckenbeuren auf einem TVR-M 2500, Baujahr 1973, vor Fritz und Sabine Rommelspacher aus Tettnang auf einem Leyland MG B, Baujahr 1973 und Rolf Eberle und Carolin Schiemer-Eberle aus Stockach auf einem Panther Kallista 2,8, Baujahr 1985. Bei der Siegerehrung im Messerestaurant dankte Präsident Christian Kubon seinen vielen Mitstreitern im Team für ihr Engagement im Vorfeld dieser Rallye und bezeichnete Friedrichshafen dank „Klassikwelt“ das „Mekka für Oldtimer“.

Der Veteran

Ältester Teilnehmer war der 81jährige Karl Ibele aus Wilhelmsdorf, der mit seinem Sohn einen 84jährigen Rolls-Royce Twenty lenkte. Stilgerecht gekleidet, versteht sich. Für die weiteste Anreise durften Dr. Reinhard Kersting und Kathrin Seidler aus Bad Tölz in einem Daimler Benz 280 SL / 8, Baujahr 19070, ebenfalls einen Pokal mit nach Hause nehmen.

Fotos sig/Oldtimer-Start vor dem Zeppelin Museum in Friedrichshafen. Und: Mit dem ältesten Fahrzeug, einem Rolls-Royce Twenty, Baujahr 1926, fuhren Vater (81 Jahre) und Sohn Karl Ibele sen. und jun. aus Wilhelmsdorf bei der 11. Bodensee Oldtimer-Rallye mit. Dafür wurden sie von ADAC-Präsident Christian Kubon besonders ausgezeichnet.

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