Wetzel ist sauer wegen Rettungsfliegern

FDP-Landtagsabgeordneter wartet seit über einem Jahr auf Erhebung zum Nachteinsatz von Hubschraubern

Bodenseekreis (red) Der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Wetzel verliert langsam die Geduld mit dem Sozialministerium, weil es ihm seit über einem Jahr die versprochene Bedarfserhebung über den nächtlichen Einsatz von Rettungshubschraubern schuldig bleibt. Immer noch dürfen in Baden-Württemberg Rettungshubschrauber nachts nicht starten – anders als etwa in der Schweiz und in Bayern.

Sozialministerium hatte lange genug Zeit

Zwar bekam Wetzel, der seit zwei Jahren für Nachtflüge kämpft und immer wieder nachhakt, nun die Antwort, dass es dazu eine „umfangreiche Stellungnahme“ der Deutschen Rettungsflugwacht gebe. Diese werde derzeit ausgewertet. Das Ministerium: „Bisher hat sich gezeigt, dass sie zwar eine Reihe wertvoller Informationen zum Thema Nachtflüge enthält, inwieweit diese aber genaue Angaben zum Bedarf ermöglicht, kann noch nicht abschließend beurteilt werden.“ Doch Wetzel findet, das Ministerium habe lange genug Zeit gehabt, um die ihm persönlich bereits im Februar 2009 versprochene Erhebung fertig zu stellen.

Abgeordneter behauptet: Nachtflüge dringend notwendig

Wetzel: „Es ist dringend notwendig, dass wir den Nachtflug von Rettungshubschraubern mindestens bei der Sekundärrettung möglich machen. Es geht mir um die Menschen in Baden-Württemberg, die bei Schlaganfällen, Herzinfarkten und ähnlichen Akuterkrankungen nach der Erstversorgung dringend in eine Fachklinik verlegt werden müssen.“ Wetzel weiter: „Das Problem löst sich nicht von selbst, wenn wir es künstlich auf die lange Bank schieben. Was in der Schweiz und Bayern möglich ist, sollte auch bei uns machbar sein. Schließlich sind wir doch stolz darauf, ein High-Tech-Land zu sein.“

Abhängigkeit vom Schweizer Rettungsflieger

Wetzel macht sich nach den „ständigen Beleidigungen der Schweiz durch deutsche Politiker“ wie der „Schurkenstaat“-Bezichtigung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Claus Schmiedel, auch Sorgen, dass diese mit einem Einfrieren grenzüberschreitender Kooperationen reagieren könnte. „Was machen wir, wenn die Schweiz Rettungshubschrauber nicht mehr nach Deutschland fliegen lässt?“

Wetzel sorgte vergangenes Jahr für Aufsehen deutschlandweit

Wetzel war im Februar 2009 ins Sozialministerium eingeladen worden, nachdem er mit seiner Forderung nach Nachteinsätzen von Rettungshubschrauber bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte. Bei diesem Gespräch hatte ihm Staatssekretär Dieter Hillebrand eine Bedarfserhebung für den Nachteinsatz der Hubschrauber bei der Sekundärrettung versprochen. Zuvor war man sich einig gewesen, dass sich in Baden-Württemberg im Regelfall bei der Primärrettung, also „der Notarztzulieferung an die Unfallstelle und dem raschen Transport des Notfallpatienten in das nächstgelegene geeignete Krankenhaus“, mit Hubschraubern in der Nacht keine relevanten Zeitvorteile für die Versorgung von Notfallpatienten gegenüber der bodengebundenen Notfallrettung erreichen ließen. Wetzel hatte jedoch damals bereits betont: „Allerdings ist der Einsatz von Rettungshubschraubern notwendig, wenn Patienten aus dringenden medizinischen Gründen zum Beispiel von einem Grund- und Regelversorgungskrankenhaus über eine größere Distanz in eine Fachklinik verlegt werden müssen.“

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