Wie viel Lärm hält Konstanz an Fasnacht aus?

Konstanz. Die Konstanzer Altstadt stellt sich auf sieben schlaflose Nächte ein. Viele, die am Münsterplatz oder in der Altstadt wohnen, werden die Flucht antreten, bevor sich Tausende in der kommenden Woche auf den Weg in die Altstadt machen. Vielleicht wird es aber an Fasnacht 2013 auch nicht ganz so verheerend wie in den vergangenen Jahren. Die Stadt erlässt nicht nur ein Glasverbot, das für weite Teile der Altstadt gilt. Sie macht auch eine klare Ansage Lautsprecherwagen betreffend.

Weniger Scherben in der Altstadt

In den vergangenen Jahren hatte sich die Stadt an Fasnacht immer mehr zum rechtsfreien Raum entwickelt. 15 Tonnen Fasnachtsmüll mussten die Entsorgungsbetriebe nach Fasnacht einsammeln. Gassen und Plätze waren mit Scherben übersät. Damit sich diese Szenen 2013 nicht wiederholen, gibt es ein Glasverbot, das laut Stadt von der Ordnungspolizei überwacht werde.

Keine laute Musik nach 21 Uhr

Zwei weitere Neuerungen könnten zudem dazu beitragen, dass Bewohner der Altstadt möglicherweise zwischen Schmotzigem Dunschtig und der Nacht zu Aschermittwoch doch zu ein paar Stunden Schlaf kommen könnten. Die Beschallung ist am Schmotzigen Dunschtig zwar bis 23 Uhr erlaubt, an allen anderen Tagen aber nur bis 21 Uhr. Das heißt, das es dieses Mal keine nächtelange Dauerbeschallung durch Musik aus der Konserve geben dürfte.

Eine Stunde Musik, eine Stunde Ruhe

Lautsprecherwagen dürfen zudem jeweils nur eine Stunde die Musik aufdrehen. Eine Stunde Lärm und eine Stunde Ruhe wechseln sich ab. Jeweils zur vollen geraden Stunde dürfen die Lautsprecher auf der Marktstätte und in den Gassen Feiernde und Anwohner beschallen. Jeweils zu ungeraden Stunde müssen die Gruppen ihre Musik abschalten. Überwachen wird auch diese Regelung die Ortspolizei, kündigte das städtische Presseamt an.

5 dB weniger als im vergangenen Jahr

Die Schallobergrenze ist von 90 dB auf 85 dB verringert worden. Damit dürfen Lautsprecherwagen nicht mehr Lärm machen als der Verkehr an einer Hauptstraße oder ein laufender Dieselmotor. Guggenmusiken werden sie damit nicht mehr übertönen können.

Bewohner am Münsterplatz erleichtert

Erleichtert können in diesem Jahr auch die Anwohner rund um den Münsterplatz sein. Aus Sicherheitsgründen wird es dort kein Fasnachtszelt mehr geben. Andere Standorte seien nicht gefunden worden, heißt es seitens des Pressebüros der Stadt. Plätze wie der Benediktinerplatz, der Augustinerplatz, der Bodanplatz oder Klein Venedig sind entweder vom Bürgeramt oder vom Veranstalter als ungeeignet betrachtet worden. Klein Venedig war dem Veranstalter offenbar zu weit vom Schuss.

26 Kommentare to “Wie viel Lärm hält Konstanz an Fasnacht aus?”

  1. Bodenseepeter
    1. Februar 2013 at 17:47 #

    85 dB – dass ich nicht lache…

    • wak
      1. Februar 2013 at 18:45 #

      @Bodenseepeter Schön, dass er eine oder andere noch lachen kann.

  2. Narr123
    1. Februar 2013 at 18:57 #

    OH MEIN GOTT

    Flaschenverbot: kein Problem, an jedem Festival gibt es ein Flaschenverbot.

    Aber der Rest ist einfach nur Lächerlich und zeigt, dass Konstanz keine Eier in der Hose hat.

    Es gäbe genug Regelungen die für die Anwohner UND Narren akzeptabel währe.

    Aber das alles währe so, als ob man bei der Formel 1 ein 30er Temoplimit einführen würde!!!!

    • Yoar
      1. Februar 2013 at 19:57 #

      Ich unterstütze alles was den Fasnachts-Spacken den Spaß verdirbt.

  3. Thomas
    1. Februar 2013 at 19:34 #

    Hallo, ich kann das mit der Stunde Musik und eine Stunde Ruhe nicht nachvollziehen. Bedeutet das, dass man nach einer Stunde Ruhe bereit ist, eine Stunde Lärm zu ertragen?

  4. mememe
    1. Februar 2013 at 20:00 #

    Lasst uns den Winter aus der Stadt flüstern…

  5. Bernd
    1. Februar 2013 at 20:11 #

    Da versucht man die Fasnacht wieder auf die Strasse, raus aus den Kneipen, zu bringen, und dann so etwas!!
    Das Glasverbot macht meiner Meinung nach wirklich Sinn, das Scherbenmeer war im letzten Jahr riesig, aber die Musik, von welcher die Fasnacht mit lebt, so einzuschränken ist ein einziger Witz!

    Ich bin mal gespannt wie die Fasnacht dieses Jahr so wird, und auch, ob man es schafft diesen ganzen Schwachsinn zu überwachen..

    • Narr123
      2. Februar 2013 at 03:43 #

      Das Problem beim Überwachen ist nicht wie man es macht, sonder was es kostet!!!

      Und die ganzen „Zugezogenen“ die nichts mit Fasnacht am Hut haben dürfen sich Foh schätzen nicht in Köln oder Mainz zu wohnen wo das ganze noch lauter, länger, großer ist!

      Nebenbei ist so ein stück Tradition doch was schönes.

      P.s. bei Oktoberfest ist aber sonst jeder auch dabei….

  6. Gaby
    2. Februar 2013 at 08:37 #

    Jeder weiß doch, daß in Konstanz an Fasnacht Ausnahmezustand ist und das war schon in meiner Kindheit so.
    Genau das macht doch die Konstanzer Fasnacht aus.
    Straßenfasnacht und nicht nur Kneipen und Hallenfasnacht.

    Allerdings die Sache mit dem Glasverbot unterstütze ich!

  7. Robin
    2. Februar 2013 at 10:45 #

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    Was soll den des bald geht jeder an fasnacht in eine andere stadt weil es alles hier geändert wird.
    Die anwohner beschweren sich wegen fasnacht das es zu laut ist des gibt es doch nicht fasnacht ist einfach laut und des gehört halt dazu wegen denen paar tagen stressen die rumm das finde ich nicht in ortnung.

  8. bimsi
    2. Februar 2013 at 11:57 #

    lächerlich!

    • wak
      2. Februar 2013 at 12:00 #

      Die Freiheit eines Menschen endet dort, wo die eines anderen beginnt. Die anderen wären dann die Anwohner oder auch Guggenmusiken, die ohne Dröhnung aus der Konserve unterwegs sind.

      • h123
        4. Februar 2013 at 19:59 #

        sehr lächerlich sogar
        und ich will jetzt wissen wer das bestimmt und mehr Fakten denn das ist wirkt unseriös

  9. Moritz
    2. Februar 2013 at 14:10 #

    Hallo wak,
    könntest du vielleicht veröffentlichen, von welchen Leuten das im Gemeinderat beschlossen wurde?
    Wäre sehr interessant.
    Danke schonmal

  10. mario
    2. Februar 2013 at 18:46 #

    Also das mit dem Glasverbot kann ich vollkommen verstehen.
    Aber das jetzt jede Stunde die Musik ausgemacht wird ist echt etwas übertrieben, fasnacht ist nur einmal im Jahr, die sollen sich nicht so anstellen.

  11. Moritz
    3. Februar 2013 at 15:12 #

    Konstanz geht vor die Hunde!
    Noch eins der letzten nicht kommerziellen Feste wird sowas von eingeschränkt, dass Glasverbot ist meiner Meinung nach vollkommen okay, aber das mit der Lautstärke ist Ihrsinn.
    Es gibt das Seenachtsfest und die Sommernächte und das Oktoberfest und das wird alles toleriert aber wenn darum geht ein paar Tage mal eine nicht kommerzielle Party zumachen geht das natürlich nicht!!

  12. tom
    3. Februar 2013 at 15:38 #

    Tut mir leid aber da sind sie wieder die ewigen Wutbürger.
    Die teuren Wohnungen in der Stadt nehmen und sich dann über Stadtlärm aufregen. Wer in die Innenstadt zieht sollte sowas akzeptieren können oder ist fehl am Platz.
    Kritik am Oktoberfest kann ich ja noch verstehen aber Fasnet ist gelebte Tradition und das ist in einer sich immer schneller wechselnden Welt ein hohes Gut und sollte nicht für ein paar Wutbürger geopfert werden!

  13. Merlin
    4. Februar 2013 at 07:51 #

    Also mal ganz ehrlich, Konservenmusik wie das Piratenschiff oder der Bauwagen auf der Markstätte hat doch mit Fasnacht absolut nicht gemeinsam.Die wo sowas hören wollen können sowas das ganze Jahr im Dance usw. tun. Nein, Fasnacht bedeutet Fanfarenzugmusik. Leider sieht man die eben immer seltener auf den Strassen, sonder die halten sich lieber in Kneippen auf. Selbst die Blätzlebuebe von denen immer wieder mal zu Hören ist das die Strassenfasnacht wieder mehr belebt werden soll, sucht man in den Strassen fast nie. Glasverbot sind wir uns wohl alle Einig, dass ist ok. Aber die Konservenmusik würde ich ganz verbieten.

    • Hexe 47
      4. Februar 2013 at 20:35 #

      Wie kann man so was ablassen,einfach aus Konstanz wegziehen gehen aber schnell noch zwei Tage Zeit….

      • Bernd Löffler
        5. Februar 2013 at 14:19 #

        Danke Merlin…..einer der wenigen sinnvollen Kommentare hier… spiele selber in einer Musik und wir sindauchschon vor den Musikwagen „geflüchtet“. Wo ist da bitte die Tradition..?

  14. Hexe 47
    4. Februar 2013 at 18:44 #

    Was hier in Konstanz abgeht geht gar nicht,Verbote Vorschriften Hallo nur mal eins die die ganz Scheisse anzetteln sind die ersten auf den Festen die sich dann die Lampe füllen,die sollen doch einfach ne Woche verschwinden.!Wo ist die Demokratie,Konservative Pappnasen entscheiden was das Volk zu tun hat gute Nacht Konstanz

  15. Piedro2908
    4. Februar 2013 at 19:31 #

    Das Ganze ist eine reine Schikane. Was soll denn damit erreicht werden? Das Thema mit dem Glasverbot finde ich sehr gut. Aber das Musikverbot ist eine Lachnummer… Was wäre denn die Fasnacht ohne die Musik der vielen Wagen, die in der Stadt unterwegs sind und das ganze beleben? Außerdem geht kein Fanfarenzug unter, da dann die Musik der Umzugswagen ausgeschaltet wird… Und wieso wird denn immer wieder auf den Piraten rumgehackt? Es liegt keine einzige Beschwerde oder Anzeige gegen die Musik der Umzugswagen vor… Und wer an einem Marktplatz wohnt oder in einer Innenstadt, der muss auch damit klar kommen, dass es dort auch das Eine oder Andere Fest gibt…

  16. h123
    4. Februar 2013 at 19:56 #

    hey sorry aber ich glaub des nicht und umsetzen kann man das nicht
    um 21 Uhr geht’s normaler weise erst richtig los
    und nur um paar Anwohner glücklich zu machen, machen sie halb Konstanz unglücklich?
    ein einziger Witz das alles
    aber das mit dem glas find ich gut:)

  17. tom123
    5. Februar 2013 at 13:15 #

    1. ich gebe piedro2908 recht, warum wird hier nur über die piraten geschumpfen. diese haben in den letzten jahren die strassenfasnet wieder belebt.
    2. liegt gegen die piraten garnichst vor, keine anzeige wegen ruhestörung oder anderweitigen belästigungen. die musik wurde vor der fasnet genau eingestellt, was man hat laufen lassen dürfen. genau nach vorschrift. (da gibt es keinen grund auf diese zu schimpfen, dass war alles korrekt und geprüft)
    3. ich habe bei den piraten zb. in den letzten jahren nie glasflaschen etc. bekommen, immer alles schön sauber in bechern. da waren auch die piraten die vorreiter, dass dies sauber abläuft. solche dinge hört man nie als positives, man will immer nur das negative sehen.
    das mit dem glas ist völlig korrekt, dass es massnahmen gibt, auf der marktstätte hätte ich auch nie hinfallen wollen.
    4. stelle mal eine guggenmusik neben das piratenschiff oder egal auch neben die wüschten sirchen, dann möchte ich mal wissen, was lauter ist, die guggenmusik bekommen mehr drauf wie die 85 db.
    5. es liegt nicht nur an den anwohnern, ich glaube, die haben sich schon damit abgefunden, dass geht von ein paar neidern aus, die eigentlich zur fasnet gehören, aber durch ein paar anderen vereinen in den hintergrund gerückt sind. einfach nur schade, dass man dann so einen weg sucht und nicht direkt zu den vereinen geht, wo anscheinend dafür verantwortlich sind. und noch trauriger ist es, dass diese personen nicht mal soviel eier in den hosen haben und dazu stehen.

    ich könnte noch mehr schreiben, da fehlt mir leider die zeit jetzt dazu.

    ich möchte nur eines dazu sagen, lassen wir uns durch die pappnasen nicht die fasnet verderben und machen einfach das beste daraus.

    ich wünsche euch allen eine scheeeeeeeene fasnet. honarro ;-)

  18. tom123
    5. Februar 2013 at 13:43 #

    ups, eines habe ich noch vergessen, was wesentlich wichtig sein könnte. dadurch, dass es kein fasnetzelt mehr gibt und die leute bei der musikpause bestimmt auch irgendwo eine kneipe aufsuchen werden, würde mich mal interessieren, wie unsere innenstadt so ca. 1.500 – 2000 leute mehr in den kneipen auffangen soll. darüber hat sich mal noch keiner gedanken gemacht. *grübel*

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  1. Meine Bodensee Gazette | See-Online.info - 3. Februar 2013

    […] stellen wir fest: In Konstanz gibt es in diesem Jahr eine hohe Akzeptanz für das Glasverbot. Einschränkungen für Dauerbeschallung durch Musik aus der Konserve (!) und eine Begrenzung des Lärms auf 85 dB stösst dagegen auf […]

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