Wo das Besondere Tradition hat: Ehrenpreis für die Hagnauer Winzer

Von Alexander Kopp

Erfolg für Hagnauer WinzerBodenseekreis. 2009 war kein besonderes Jahr. Zumindest was das Wetter angeht. Wetterkapriolen mit zerstörerischem Charakter machten das Leben nicht nur den Sonnenanbetern, sondern auch den Obst- und Weinbauern schwer am Bodensee.

Erfolg für Winzerverein Hagnau

Am ganzen Bodensee? Nein, nicht am ganzen Bodensee. Zumindest nicht in Hagnau. Dem Winzerverein Hagnau gelang etwas Besonderes. Zum achten Mal in Folge konnten sie den Ehrenpreis 2009 des Badischen Weinbauverbandes souverän einheimsen.In der Summe: 41 goldene Medaillen davon sechs für das eigentlich kleine Segment Sekt. “Das funktioniert nur, wenn die Winzer in den Reben und die Kellermannschaft ein eingeschworenes Team sind und vertrauensvoll Hand in Hand arbeiten“, betont Vorstand Karl Megerle unermüdlich und voller Stolz. Das önologische Zepter schwang dabei stets Kellermeister Herbert Senft. In seinem Berufsleben hat der erst kürzlich in Rente und damit bestimmt nicht in den Ruhestand gegangene Kellermeister bereits 29 Ehrenpreise abgefüllt. Dass der Medaillenregen sich auch zukünftig einstellt; dafür habe er gesorgt. Mit seinem Nachfolger, Jochen Sahler, scheinen die Weichen bereits gestellt. Zeitgleich mit der Überreichung des Ehrenpreises an Senft letzte Woche in Offenburg, wurde Jochen Sahler mit dem Preis als „Bester Kellermeister“, der seiner letztenWirkungsstätte (WG Durbach) zugeordnet ist, ausgezeichnet. Interessant, so Geschäftsführer Franz Gutemann, dass nicht nur die Hauptprodukte so gut da stehen, sondern die Auszeichnungen auch in den weniger vertretenen Rebsorten wie Auxellerois oder Bacchus einen guten Platz haben.

Auch der Jahrgang 2010 verspricht Erfolg: „Gute Öxle und hohe Qualität bei im Vergleich nur wenig Verlusten.“

In den letzten, „durchaus goldenen Herbsttage“, waren nicht nur die Wimmler in den Reben unterwegs. „Wir hatten ein Filmteam zu Gast“, berichtet Geschäftsführer Franz Gutemann. „Ein riesengroßer Aufwand. Drei, vier Drehtage für knapp vier Minuten Film. Und das in einer Jahreszeit, in der unsere Winzer eigentlich keinen Kopf fürs Posieren haben.“ Doch das Erbegnis kann sich sehen lassen. Der Kurzfilm, „mit „echten“ Winzern“, zeigt neben typischen Arbeitsweisen natürlich auch die Reize der umgebenden Landschaft. Kein Wunder, dass Bürgermeister Simon Blümcke Wein und Tourismus als ineinander greifende Getriebe- und Motorteile der Gemeinde ansieht. „Bilder wirken stärker als Worte und sprechen einfach viel überzeugender“, so Vorstand Megerle. Die Szenen sind im Winzershop erhältlich und werden zukünftig auch auf Messen, zum Beispiel der ProWein in Düsseldorf, und im Internet für die hagnauer Tropfen und damit auch für das kombinierte Winzer-/Fischer- und Künstlerdorf selbst werben.

Für Bürgermeister Simon Blümcke steht bereits jetzt fest, dass die Verleihung des Ehrenpreises eine feste Konstante ist. „Seit ich im Amt bin können wir diesen Preis jährlich feiern. Ich kenne es nicht anders, 2011 ist daher schon im Terminkalender reserviert. Welche Gemeinde am Bodensee kann schon von sich behaupten, dass das Besondere bei ihr längst zur Tradition gehört.“ Kontinuität sei für ihn eben auch ein Zeichen von ständigem Wachstum an den gestellten Aufgaben und das schließe adäquate Reaktionen auf die (politische)Wetterlage ebenso mit ein, wie die konsequente Besinnung auf Qualität, Zeitgeist und Zukunftsorientierung.

Foto: v.l.n.r.: Franz Gutemann, Geschäftsführer des Winzervereins Hagnau mit der Urkunde des Ehrenpreises, Jochen Sahler, der neue Kellermeister mit Ambitionen und „Ehrenpreis-Abbonent“ Herbert Senft.

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