Wo sind Silvesterfeuerwerke verboten?

Wer Silversterrakete abschießt, riskiert Bußgeld

silvester Feuerteufel

Konstanz/Überlingen (wak) Wer an Silvester eine Rakete in den Neujahrshimmel schießt, riskiert erstmals ein Bußgeld. Das Verbot, in der Nähe von Fachwerkhäusern pyrotechnische Gegenstände abzubrennen, gilt bereits in diesem Jahr. Hunderte von Anwohnern sind erleichtert.

Brandschutz wichtiger als Feuerwerke

Seit der Änderung der ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz ist rechtlich alles klar. Aus Gründen des Brandschutzes ist es am 31. Dezember und am 1. Januar generell verboten, pyrotechnische Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Fachwerkhäusern abzubrennen. Darauf hat erst vor wenigen Tagen das Umweltministerium Baden-Württemberg nach Absprache mit dem Innenministerium die Regierungspräsidien im Land hingewiesen. In den kommenden Tagen geht es nur noch darum, klar einzugrenzen, was „unmittelbare Nähe“ bedeutet. Hans-Rudi Fischer, Leiter des Konstanzer Bürgeramts, kündigte an, dass er sich in der kommenden Woche mit der Polizei, der Feuerwehr und dem Denkmalschutz absprechen wolle. „Da gibt es nichts mehr zu diskutieren“, sagte Fischer. Die Verordnung sei eindeutig. Auch in Überlingen ist hat sich das Ordnungsamt bereits mit dem Thema befasst und sich mit der Feuerwehr beraten.

Keine Feuerwerke mehr vor Kneipen

Die Stadt Konstanz werde noch rechtzeitig vor Silvester eine Allgemeinverfügung erlassen. Sobald sie vorliegt, ist klar, wo das Verbot gilt. Einzelne Flurstücke zu benennen, wäre nach Einschätzung Fischers nicht hilfreich. Er geht deswegen davon aus, dass es an Silvester nicht mehr erlaubt sein wird, Feuerwerke in der Niederburg und in mehreren Straßen und Gassen der Altstadt abzubrennen. Das Verbot, an Silvester Raketen in den Himmel zu schießen, gilt in den betreffenden Teilen der Stadt dann auch für die Besucher von Lokalen und Kneipen. Auch die Stadt Überlingen muss in den kommenden Wochen noch darüber informieren, wo das Verbot gilt.

Wer knallt, riskiert Anzeige

Noch gut vier Wochen hat die Stadt Zeit, auf das Verbot der Silversterknallerei aufmerksam zu machen. Auch Wirte sollten die Besucher ihrer Lokale, wenn sie um Mitternacht nach draußen gehen, auf das Feuerwerksverbot hinweisen. Der Hotel- und Gaststättenverband könnte seine Mitglieder noch auf die Neuerung aufmerksam machen. Wer an Silvester dennoch in der Nähe eines Fachwerkhauses – oder vielleicht sogar in der Altstadt – ein Rakete zündet, muss mit einer Anzeige und auch einem Bußgeld rechnen. Und wer trotz des Verbots ein Silvesterfeuerwerk abschießt und einen Brand verursacht, muss mit ernsteren Konsequenzen als bisher rechnen. Wenn es brennt, ist das Feuer in Zukunft auf mehr als nur Fahrlässigkeit zurückzuführen.

Anwohner reagieren erleichtert

Dass die Brandgefahr auch in Städten wie Überlingen oder Konstanz real ist, haben vor zehn Jahren beim Jahreswechsel 1998/99 die Bewohner eines Hauses in der Konstanzer Altstadt erfahren. Der Dachstuhl des 1476 erbauten Hauses in der Hohenhausgasse brannte, nachdem eine wahrscheinlich von Kneipenbesuchern in der Gasse abgeschossene Feuerwerksrakete am Dach des Hauses hängen blieb und explodierte. Obwohl die Freiwillige Feuerwehr schnell eintraf, hatte sich das Feuer bereits ausgebreitet. Eine komplette Wohnung in dem erst ein halbes Jahr zuvor neu sanierten Haus war nach dem Brand über Wochen unbewohnbar. Auch andere Wohnungen im Haus wurden durch das Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Der Sachschaden betrug damals eine halbe Million Mark. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass das Feuer in der engen Gasse auf benachbarte Häuser übergriff. Für die Bewohner des Hauses war – obwohl damals niemand körperlich verletzt wurde – der durch eine Silvesterrakete ausgelöste Brand ein traumatisches Erlebnis. Vier Stunden lang mussten sie in der Neujahrsnacht auf der Straße stehen und zusehen wie die Feuerwehr versuchte, die aus dem Dach ihres Hauses schlagenden Flammen zu löschen.

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