Wort zum Blog: Bundesstraße hat keine Priorität

Von Marco Walter für „Das Bessere Verkehrskonzept“

Die Konstanzer Aktionsgemeinschaft „Das Bessere Verkehrskonzept“ stellt sich hinter grünen Bundestagsabgeordneten und spricht sich gegen B33 Ausbau aus. Dem Konstanzer OB wirft die Aktionsgemeinschaft vor, in Sachen B 33 keine grüne Position zu vertreten.

Marco Walters Wort zum Blog

Die Konstanzer Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“ begrüßt die durch den Konstanzer Oberbürgermeister angestoßene Diskussion über die Sinnhaftigkeit des weiteren autobahnähnlichen Ausbaus der B33. Die Aktionsgemeinschaft stellt sich dabei hinter den grünen Bundestagsabgeordneten Till Seiler, der den Ausbau in der geplanten Dimension als überzogen ablehnt und stattdessen fordert, die (ohnehin schon vierfach überzeichneten) Mittel des Bundesverkehrswegeplans in den Ausbau und die Modernisierung der Bahn in der Region zu stecken.

Der Ausbau der Straße, so sieht es auch die Aktionsgemeinschaft, führt zu einer Zunahme des Autoverkehrs und dadurch zu mehr Belastungen für Mensch und Umwelt, selbst wenn einige Orte vom Neubau entlastet werden. So passt der Ausbau weder zur aktuellen Diskussion um den global

notwendigen Klimaschutz noch zu den veränderten politischen Rahmenbedingungen im Land, die statt einer autozentrierten Verkehrspolitik die Förderung umweltverträglicher Mobilität erfordern. Zudem sind die Neuplanungen massiv überdimensioniert.

Als kostengünstigere und kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Reduzierung der Staus sind die Einrichtung eines Kreisverkehrs an der Kindlebildkreuzung und eine Entschärfung der Ampelkreuzung an der Waldsiedlung die einzig vertretbaren Maßnahmen.

Kritik übt die Aktionsgemeinschaft an den verkehrspolitischen Positionen des „grünen“ Konstanzer Oberbürgermeisters, der im Widerspruch zu Seiler an dem geplanten Ausbau der B33 festhält. Statt für Parkhäuser, Straßenbau und immer mehr Autoverkehr zu kämpfen, sollte sich das Stadtoberhaupt daran erinnern, dass dies noch nie die verkehrspolitischen Ziele der Grünen waren und er mit seinen Positionen konträr zur Beschlusslage vor Ort steht. Er fällt damit seiner Partei und den Wählern, die ihn zur Durchsetzung grüner verkehrspolitischer Positionen ins Amt gewählt haben, in den Rücken.

Die Aktionsgemeinschaft „Das Bessere Verkehrskonzept“ hat sich vor sechs Jahren gegründet und wird getragen vom VCD Konstanz, BUND Konstanz, ADFC Konstanz, der VCS, Sektion Thurgau und der Bürgergemeinschaft Paradies.

Der Blogbeitrag ist ein Meinungsbeitrag und gibt nicht die Meinung der Redaktion wieder. Kommunlapolitiker, Initiativen und auch Parteie sind eingeladen, sich in der Rubrik „Wort zum Blog“ zu Wort zu melden.

 

2 Kommentare to “Wort zum Blog: Bundesstraße hat keine Priorität”

  1. Bübi
    19. Juli 2011 at 10:34 #

    Der OB sollte sich nicht bei einer erneuten Wahlaufstellung zum OB blamieren, da er dann sein Verhalten zur antigrünen Politik präsentiert bekommt. Sein Stammhaus und seine ehemaligen Wähler sind ihm bereits seit langem abhanden gekommen. Am Besten tritt er gar nicht erst an. Orientiert am umgekehrten Bibelzitat: Vom Paulus zum Saulus in der Grünen Politik.

    Bei einer Reklamation zu seinem geänderten Entscheidungsverhalten gegen Grüne Ziele, gab er zur Antwort, er sei auch für die die ihn nicht gewählt haben OB. Na dann Herr Frank, bauen Sie weiter auf die Grünen-Nichtwähler! Meine Grüne-Stimme bekommen Sie auch nicht mehr.

  2. Mohrrübenkiller
    19. Juli 2011 at 14:57 #

    Es müsste doch jedem vernünftigen Bürger einleuchten, daß durch ein
    dickes Rohr mehr und schneller Wasser transportiert werden kann.
    Genauso verhält es sich doch dann auch mit Straßen. Denn Staus sind
    „grünpolitisch“ ja umweltschädigend.
    Lasst doch den Verkehr schnell laufen. Denn aufhalten könnt ihr Träumer
    den Verkehr ja nicht.

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