Zehn Fragen an fünf Konstanzer OB-KandidatInnen: Sabine Reiser

Regierungsdirektorin will auf den OB-Sessel – Am liebsten mit dem Leih-E-Bike auf Dienstfahrt durch die Stadt

Name: Sabine Reiser 

Alter: 50 

aktuell ausgeübter Beruf: Regierungsdirektorin, Leiterin des Referats Städtebauförderung beim Regierungspräsidium Stuttgart 

Parteizugehörigkeit: CDU 

 Sabine Reiser antwortet

See-Online: Stellen Sie sich vor, Sie wären OB in Konstanz und Bildhauer Peter Lenk würde in einer dunklen Nacht heimlich mit seinem Flaschenzug die mächtige Papst-Figur wieder in die Mobilitätszentrale im Konstanzer Bahnhofsgebäude hieven. Was würden Sie tun? Dürfte der Gaukler sitzen bleiben oder bekäme das Päpstlein erneut Hausverbot?

Antwort: Solange wir kein Museum für modernen Kunst in Konstanz haben, müsste der Gaukler Zwischenasyl in der Mobilitätszentrale beim Bahnhof bekommen. Das heißt aber nicht, dass Peter Lenk in Zukunft Figuren wild in der ganzen Stadt verteilen dürfte.

See-Online: Stellen Sie sich vor, Sie gewinnen die Oberbürgermeisterwahl. Wie möchten Sie in Zukunft in Konstanz wohnen?

Antwort: Am liebsten in fußläufiger Entfernung zum Rathaus. Am liebsten wäre es mir, das Haus würde seinen Strom mit einer Solaranlage selbst produzieren. Wichtig wäre es mir, dass die Fahrräder im Haus ebenerdig abgestellt werden könnten und ich das Rad nicht jedes Mal eine Treppe hoch oder runter tragen müsste.

See-Online: Sie haben einen Termin im Juze in der Jägerkaserne, verlassen gerade Ihren Schreibtisch in der Kanzleistraße und haben noch eine viertel Stunde Zeit. Anschließend haben Sie einen Termin beim Konstanzer Yachtclub. Wie legen Sie die Strecken zurück?

Antwort: Da ich in fußläufiger Entfernung zum Rathaus wohnen würde, würde ich ein Leihfahrrad nehmen, das in der Stadt steht. Am liebsten wäre mir ein E-Bike.

See-Online: Sind Sie für einen echten Livestream aus Gemeinderatssitzungen? Halten Sie es für eine gute Idee, dass der Südkurier überträgt – oder wäre es besser, die Stadt würde den Livestream selbst ins Internet stellen? Wie mutig sind Sie? Würden Sie notfalls trotz datenschutzrechtlicher Bedenken Gemeinderatssitzungen ins Web übertragen und es auf eine gerichtliche Klärung ankommen lassen?

Antwort: Gemeinderatssitzungen sind öffentlich. Der Gemeinderat hat fünf oder sechs Probe-Livestreams 2012 beschlossen. Diesen Beschluss würde ich genauso umsetzen.

See-Online: Wie möchten Sie die Bürgerinnen und Bürger in Zukunft über die Stadtpolitik informieren und mit den Menschen kommunizieren? Mit Hilfe der gedruckten Tageszeitung? Über die Website der Stadt, über Facebook oder über ihr persönliches Blog?

Antwort: Ich möchte mit den Bürgern auf der Straße, bei Veranstaltungen und Festen Kontakt halten. Stadtteilgespräche und Bürgersprechstunden möchte ich weiterführen, wobei ich mir zusätzlich virtuelle Sprechstunden vorstellen kann. Ich sehe die Tageszeitung, Facebook und die Webseite der Stadt, die interaktive Elemente bekommen müsste. Ich möchte auch weiterhin, dass Bürger Fähnchen auf die Konstanz Karte setzten können. Das ist eine Form der Bürgerbeteiligung.

See-Online: Nennen sie ein Argument für und ein Argument gegen einen Bürgerhaushalt?

Antwort: Contra: Ich sehe das Problem, dass nicht alle gesellschaftlichen Gruppen gleichermaßen interessiert sind und sich einbringen.Pro: Ein Bürgerhaushalt ist ein Beteiligungsangebot. Der Gemeinderat müsste dann zur Kenntnis nehmen, wofür Bürger mehr oder weniger Geld ausgeben möchten. Die Bürger könnten Einfluss auf die Haushaltsaufstellung nehmen.

See-Online: Was darf in Wahlkampfzeiten in Ihrem Kühlschrank auf keinen Fall ausgehen?

Antwort: Das Frühstücksei.

See-Online: Haben Sie einen Lieblingsplatz im öffentlichen Raum in Konstanz?

Antwort: Der Pfalzgarten beim Münster.

See-Online: Erklären Sie kurz, was Sie unter Bürgerbeteiligung konkret verstehen? Sollen wir in Zukunft unsere Wochenenden in Foren verbringen?

Antwort: Bürgerbeteiligung ist kein Zwang. Bürgerbeteiligung heißt aber, dass die Konstanzer die Möglichkeit haben, sich bei wichtigen Themen von Anfang an zu beteiligen. Ergebnisse müssen dann von den Fachämtern bewertet und die Ergebnisse dem Gemeinderat mitgeteilt werden. Ich möchte den Bürgerbeteiligungsprozess in Echtzeit im Web abbilden. Über ihre Rechner oder Smartphones sollen die Interessierten den aktuellen Stand verfolgen und sichin jeder Phase des Prozesses einbringen können.

See-Online: Werden Sie die Kosten ihres Wahlkampfes transparent machen? Wenn ja, wann und wo?

Antwort: Ja, auf meinem Blog unter http://www.sabine-reiser-fuer-konstanz.de/1029/information-zur-finanzierung-meines-wahlkampfes/ und am Dienstag dieser Woche im Südkurier.

4 Kommentare to “Zehn Fragen an fünf Konstanzer OB-KandidatInnen: Sabine Reiser”

  1. sabine senne
    27. Juni 2012 at 22:28 #

    Sabine Reiser ist kompetent, engagiert und sympatisch. Wir brauchen endlich wieder eine Oberbürgermeisterin, die weiss, wovon sie spricht und die weiss, wie Verwaltung tickt.

  2. Andreas Eckle
    28. Juni 2012 at 10:06 #

    Als Konstanzer Geschäftsmann und Personalvermittler ist mir sonnenklar, dass nur ein Profi mit fachlicher UND menschlicher Kompetenz dieses Amt 8 Jahre (plus weitere 8? ) erfolgreich gestalten kann. Der Job beinhaltet die Führung von 3.000 MitarbeiterInnen, eine Budgetverantwortung für 350 Mio. EUR (Doppelhaushalt 2011/2012), die Moderation eines widerborstigen Gemeinderats sowie die Lösung diverser dringlicher Probleme (Verkehr, Wohnen, Arbeitsplätze, Gewerbesteuereinnahmen…). Logischischerweise ist daher Sabine Reiser meine (erste) Wahl.

  3. Christine Hähl
    28. Juni 2012 at 11:25 #

    Ein „grüner Faden“ ist mir zu dünn und nicht überall, wo grüne Ideen vorweg getragen werden, werden sie dann auch umgesetzt. Dass grüne Werte und Ideen inzwischen auch in CDU Kreisen mehrheitsfähig sind, beweist, wie bemüht Frau Reiser und Herr Burchardt grüne Inhalte propagieren. Dabei aber gerne ihre CDU-Heimat unter den Tisch fallen lassen… Gerade Frau Reiser fischt immer mehr im grünen Gewässer, je länger der Wahlkampf dauert.
    Die bisherige Verkehrspolitik ist das Problem und nicht die Lösung. Wir brauchen frische, neue Denkansätze für Verkehr und Wirtschaft, ich wähle aber lieber gleich grün und authentisch: Sabine Seeliger.

  4. W. Rihm
    4. Juli 2012 at 22:40 #

    Es würde mich schon interessieren was die wirklichen Gründe, ausser Karrieredenken, für die OB-Kandidatur in KN sind. Als Regierungsdirektorin beim RP Stgt hat sie wahrscheinlich mit der BesGrp A15 ihr Laufbahnziel erreicht. Nun, als Konstanzer OB würde sie in die Besoldungsgruppe „B“ aufsteigen. Dies alleine ist meines Erachtens ihr Ziel. Diese Aussage wird unterstrichen mit ihren bisher gescheiterten Versuchen einen OB-Stuhl zu erklimmen.
    Ansonsten ist es wie bei allen Wahlkämpfen………viel heisse Luft, viel Händeschütteln, nett lächeln und sich offen zeigen. Was danach kommt haben wir alle 1000-fach erlebt. Manchmal hat aber auch der Bürger die Macht: Geht wählen und wägt genau ab, nicht große Worte zählen, sondern Vorhaben die finanziert werden können und dem Bürger Nutzen bringen, auch und vor allem dem kleinen. Lobyisten haben wir genug in unserer Gesellschaft.

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