Zehn Fragen an fünf Konstanzer OB-KandidatInnen: Sabine Seeliger

Patentreferentin will auf den OB-Sessel – Bei Regen steigt sie in einen Carsharing Elektro-Smart im Augustinerparkhaus

Name: Sabine Seeliger 

Alter: 43 Jahre 

aktuell ausgeübter Beruf: Patentreferentin 

Parteizugehörigkeit: Bündnis90/DIE GRÜNEN

 Sabine Seeliger antwortet

See-Online: Stellen Sie sich vor, Sie wären OB in Konstanz und Bildhauer Peter Lenk würde in einer dunklen Nacht heimlich mit seinem Flaschenzug die mächtige Papst-Figur wieder in die Mobilitätszentrale im Konstanzer Bahnhofsgebäude hieven. Was würden Sie tun? Dürfte der Gaukler sitzen bleiben oder bekäme das Päpstlein erneut Hausverbot?

Antwort: Ohne der illegalen Migration das Wort reden zu wollen, gilt meine Sympathie den Opfern politischer und religiöser Verfolgung. Sollte dem Papst wiederum Abschiebung drohen, würde ich Asyl im OBBüro anbieten.

See-Online: Stellen Sie sich vor, Sie gewinnen die Oberbürgermeisterwahl. Wie möchten Sie in Zukunft in Konstanz wohnen?

Antwort: Da ich zu den Kandidatinnen und Kandidaten gehöre, die bereits in Konstanz wohnen, würde ich nicht durch Herzug den Druck auf den Wohnungsmarkt verschärfen, sondern plane, in meiner Bleibe zu bleiben (< 5 min Gehzeit zum Rathaus, nur zu verkürzen durch fußgängerfreundlichere Ampelschaltung über die Laube).

See-Online: Sie haben einen Termin im Juze in der Jägerkaserne, verlassen gerade Ihren Schreibtisch in der Kanzleistraße und haben noch eine viertel Stunde Zeit. Anschließend haben Sie einen Termin beim Konstanzer Yachtclub. Wie legen Sie die Strecken zurück?

Antwort: Gutes Wetter: Zeit reicht locker für gemütliche Fahrradfahrt, die den Kopf für das jeweils bevorstehende Gespräch lüftet. Schlechtes Wetter: Auf dem Weg die Treppe runter prüfe ich per Smartphone, welche Autos an den vier nahegelegenen Car-Sharing-Stationen stehen, entscheide mich für einen Elektro-Smart im Augustinerparkhaus und lenke deshalb meine Schritte zum Hinterausgang des Rathauses. Ich habe deshalb eine so große Auswahl an Car-Sharing-Stationen und -Autos, weil die Stadtverwaltung sowie die städtischen Betriebe und viele weitere Firmen in Konstanz ihre eigenen Pkw-Fuhrparks zugunsten einer Beteiligung am Car-Sharing reduziert haben.

See-Online: Sind Sie für einen echten Livestream aus Gemeinderatssitzungen? Halten Sie es für eine gute Idee, dass der Südkurier überträgt – oder wäre es besser, die Stadt würde den Livestream selbst ins Internet stellen? Wie mutig sind Sie? Würden Sie notfalls trotz datenschutzrechtlicher Bedenken Gemeinderatssitzungen ins Web übertragen und es auf eine gerichtliche Klärung ankommen lassen?

Antwort: Ich bin gegen einen Livestream. Die Stadt sollte die Aufzeichnung der Sitzungen im Anschluss auf die eigene Homepage setzen. Bearbeitung nur insofern, dass Cuts zwischen den einzelnen Tagesordnungspunkten eingefügt werden, damit der Nutzer springen kann.

See-Online: Wie möchten Sie die Bürgerinnen und Bürger in Zukunft über die Stadtpolitik informieren und mit den Menschen kommunizieren? Mit Hilfe der gedruckten Tageszeitung? Über die Website der Stadt, über Facebook oder über ihr persönliches Blog?

Antwort: Website der Stadt ergänzt durch themenbezogene Newsletter, sowie über alle weiteren Medien außer dem persönlichen Blog.

See-Online: Nennen sie ein Argument für und ein Argument gegen einen Bürgerhaushalt?

Antwort: Pro: Die Verwaltung muss auf jede Eingabe eine qualifizierte Aussage treffen. Contra 1: Die Form der Beteiligung setzt zu spät im Planungsprozess an. Wenn die Vorhaben im Haushaltsplan veranschlagt sind, kann Bürgerbeteiligung nur noch gegen geschaffene Fakten arbeiten und nicht mehr mitgestalten. Contra 2: Ein Blick in die Bürgerhaushalte von Köln und Freiburg zeigt, dass die ganz überwiegende Zahl der Eingaben von der Verwaltung mit guter Begründung abgelehnt wurde.

See-Online: Was darf in Wahlkampfzeiten in Ihrem Kühlschrank auf keinen Fall ausgehen?

Antwort: Es geht immer irgendwas aus, Hauptsache nicht alles gleichzeitig.

See-Online: Haben Sie einen Lieblingsplatz im öffentlichen Raum in Konstanz?

Antwort: Gütle-Spielplatz

See-Online: Erklären Sie kurz, was Sie unter Bürgerbeteiligung konkret verstehen? Sollen wir in Zukunft unsere Wochenenden in Foren verbringen?

Antwort:

1. Die Verwaltung stellt frühzeitig und vollständig alle zu einem Vorhaben gehörenden Unterlagen auf ihre Homepage. Die Unterlagen sind den Vorhaben/Themen zugeordnet und über Suchfunktion auffindbar.

2. Planungsworkshops vor größeren Vorhaben, in denen Bauherren, Architekten, Anwohner, Verbände und Verwaltung die Grundlagen für die erste Beschlussvorlage für den Gemeinderat entwickeln.

3. Bürgeranträge, die jede Konstanzerin und jeder Konstanzer (auch nicht wahlberechtigte Jugendliche oder Menschen mit anderer Staatsbürgerschaft) stellen können. Gelingt es dem Antragsteller oder der Antragstellerin 300 Unterstützer und Unterstützerinnen für den Antrag zu gewinnen, sucht die Stadtverwaltung das Gespräch um gemeinsam eine Beschlussvorlage zu erstellen. Diese wird als Verwaltungsvorlage in den Fachausschuss und in den Gemeinderat gebracht.

See-Online: Werden Sie die Kosten ihres Wahlkampfes transparent machen? Wenn ja, wann und wo?

Antwort: Ist bereits geschehen mit Pressemitteilung vom 14.06.2012. Aktualisierung der Spendensumme und Anzahl Spenderinnen und Spender laufend auf meiner Homepage www.sabine-seeliger.de, Menüpunkt „Spenden“.

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