Zehn Jahre Verlängerung für Konstanzer Verkehrslandeplatz

Fünf plus weitere fünf Jahre für die Graspiste – Fünf Stimmen für sofortige Schließung 2012

Konstanz. Eine große Mehrheit des Konstanz Gemeinderats hat am Donnerstagabend beschlossen, dass die Stadt den Pachtvertrag mit der Flughafen GmbH Konstanz um fünf Jahre plus weitere fünf Jahre verlängert, wenn es die Flughafen GmbH Konstanz möchte. Herbert Weber (SPD) stellte den Antrag, den Verkehrslandeplatz Ende 2012 zu schließen. Till Seiler (Freie Grüne Liste) wollte den neuen Pachtvertrag auf fünf Jahre Laufzeit begrenzen. Beide Anträge waren aber nicht mehrheitsfähig.

Grün-rote Stimmen für sofortige Schließung

Till Seiler fand die einseitige Option, die der Flughafen GmbH Konstanz zur Verlängerung des Pachtvertrags eingeräumt worden ist, nicht akzeptabel. Er sagte: „Das wollen wir nicht.“ Wenn fünf Jahre zu kurz seien, sei er dafür, den Verkehrslandeplatz sofort zu schließen. Sein Fraktionskollege Roland Wallisch sagte, der Flugplatz hätte nur eine Perspektive, wenn der Pachtvertrag auf 20 Jahre verlängert würde. Er stellte die Frage: „Wollen wir einen Flugplatz in Konstanz?“

CDU für Restlaufzeit von zehn Jahren

Wolfgang Müller-Fehrenbach (CDU) sieht ebenfalls keine Perspektive für den Flugplatz. Er sagte: „Das geht zur Ende.“ Er sei aber dafür, den Landesplatz so lange zu erhalten wie es gehe. Fünf Jahre plus eine Option auf weitere fünf Jahre sei ein guter Kompromiss. Andreas Ellegast sprach sich dagegen aus, die Hälfte des Platzes in ein Naturschutzgebiet zu verwandeln. Er sei auch gegen die Zerstückelung des Areals und gegen die teilweise Nutzung als Sportstätte. Alexander Fecker (CDU) stellte klar, bei der Entscheidung gehe es nur darum wie man mit dem Flugplatz verfahre. Die Ansiedlung eines Innovationszentrum sei bereits beschlossen.

Der Traum vom E-Flight

Jürgen Puchta (SPD) sagte, der Flughafen brauche eine mittelfristige Planungssicherheit. Die gebe es aber nur, wenn die Flughafen GmbH Konstanz eine Option auf zehn Jahre habe. Jürgen Ruff (SPD) sagte, dass mittlerweile auch zwölfsitzige Flugzeuge auf der Graspiste landen könnten. Er hält es nicht für ausgeschlossen, dass eines Tages auf dem Landesplatz Photovoltaikanlagen Strom erzeugen und E-Flight-Flugzeuge abheben. Neue Flugzeuge mit Elektro-, Brennstoffzellen- oder Hybridantrieb sind aktuell auch Thema auf der Aero in Friedrichshafen. „Der Lärm durch startende Flieger ist geringer als der durch den Straßenverkehr“, sagte Ruff. Sein Fraktionskollege Herbert Weber sprach von einem „Kaffeeflugplatz“. Er sagte: Der Flugplatz gehört geschlossen. Er sei unwirtschaftlich. Weber würde auf der Fläche gerne Sportstätten errichten. Diese Alternative wird aber selbst von Sportlern kritisch gesehen.

Zehn Jahre Graspiste beschlossen

Jürgen Faden (Freie Wähler) sagte, dass es in Konstanz keine Fläche mehr gebe, um einen Flugplatz anzulegen. Auch er schielte auf neue Technologien wie E-Flight. Heinrich Everke (FDP) warnte vor einer Zerstückelung des Geländes. Jürgen Wiedemann (Neue Linie) wiederholte seine Aussage, dass er keine Notwendigkeit sehe, den Flugplatz zu überplanen. Klaus Frank wollte dem Flugplatz am liebsten sofort einen Pachtvertrag über zehn Jahre geben. Dafür fand sich zwar keine Mehrheit, der Flugbetrieb dürfte aber erst einmal noch weitere zehn Jahre weitergehen, vorausgesetzt die Stadt macht nicht von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch und zahlt eine Ablöse. OB Horst Frank sprach von einer „Denkpause“.

Foto: wak

 

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