Zeller: Im nächsten Jahr gewaltige Einbrüche im Bodenseekreis

Desaströse Aussichten für den Kreishaushalt im Boom-Kreis im kommenden Jahr

Friedrichshafen (sig) Von einem der schwierigsten Haushaltsjahre in der Geschichte des Bodenseekreises sprach gestern im Kreistag Kämmerin Heidi Schwartz. Von einem glimpflichen Ausgang im laufenden Jahr, aber „gewaltigen Einbrüchen“ im nächsten, sprach Kreisrat Norbert Zeller. Dem Landrat fehlen voraussichtlich 71 Millionen Euro. Anlass der Aussprache war die Vorlage eines Finanzzwischenberichts für 2010. Zeller will die Auswirkungen des Sparpakets der Bundesregierung aufgezeigt wissen und forderte Verwaltung und Kreistag auf, sich im Hinblick auf die Prognosen für 2011 „etwas einfallen“ zu lassen.

Mit einem blauen Auge 2010

Im laufenden Jahr haben die Einnahmen aus der Grunderwerbssteuer im ersten Quartal etwa ein Viertel des Jahresansatzes von 9,2 Millionen Euro erreicht. Bedingt durch den Verkauf einiger Baugrundstücke in neu ausgewiesenen Baugebieten in Überlingen und Friedrichshafen ist davon auszugehen, dass dieser Ansatz zum Jahresende auch erreicht werden kann.

Beim Sorgenkind Sozialhaushalt liegt nach dem derzeitigen Stand das Budget im Rahmen der Planungen für 2010. Der voraussichtlich auftretende Mehrbedarf von rund 600 000 Euro im Bereich der Eingliederungs- und Sozialhilfe nach SGB XII (Sozialgesetzbuch 12) im Sozialamt wird durch Minderausgaben in etwa gleicher Höhe aus dem Bereich der Jugendhilfe wieder ausgeglichen.

Mit Ablauf des ersten Quartals 2010 können die Vorgaben der Planung für 2010 im Verwaltungshaushalt derzeit eingehalten werden. Abzuwarten bleibt jedoch, wie sich die Fallzahlen im Sozialbereich entwickeln und ob sich die Steuereinnahmen entsprechend den Ergebnissen der Mai-Steuereschätzung auch tatsächlich so entwickeln.

Landrat fehlen voraussichtlich 71 Millionen Euro

Insgesamt liegt das Haushaltsjahr 2010 noch im Rahmen der Planung. Mittlerweile liegen vom Statistischen Landesamt die Steuerkraftsummen der Städte und Gemeinden aus dem Jahr 2009 vor, die als Grundlage für die Bemessung der Kreisumlage im Jahr 2011 herangezogen werden. Diese Steuerkraftsumme aller Städte und Gemeinden im Bodenseekreis beträgt für das Jahr 2011 rund 179 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2009 lag sie bei 250 Millionen Euro.

Finanz-Schock kommt 2011

Das bedeutet, dass dem Kreis im Vergleich zu 2010 bei einem gleichbleibenden Hebesatz von 31 Prozentpunkten rund 22 Millionen Euro an Einnahmen aus der Kreisumlage im Jahr 2011 fehlen. Allein aus Friedrichshafen fließen 13,7 Millionen Euro weniger.

Foto: wak/Landratsamt Bodenseekreis

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.