ZF steigt in den Markt für Windkraftgetriebe ein

Von erneuerbarer Energien erhofft sich ZF besonders hohe Zuwachsraten

Friedrichshafen (red) Die ZF liefert Windkraftgetriebe an den Weltmarktführer Vestas. Ein neuer Produktionsstandort wird zurzeit in den USA aufgebaut. Das  Service-Geschäft zur Wartung von Anlagen will die ZF auch in Deutschland ausbauen. Das teilte das Unternehmen heute mit.

2000 Getriebe für Windkraftwerke

Der Produktionsstart in Gainesville/Georgia ist für Anfang 2012 geplant. Langfristig will ZF jährlich mehr als 2000 Getriebe für die wachsende Windenergiebranche produzieren. “Wir nutzen unsere Erfahrung in der Entwicklung und Produktion hochwertiger Antriebstechnik für den Markteinstieg ins Segment erneuerbarer Energien, das sich durch besonders hohe Zuwachsraten auszeichnet“, erläutert der ZF-Vorstandsvorsitzende Hans-Georg Härter. „Damit diversifizieren wir unser Kerngeschäft und ergänzen unser Produktportfolio.“

ZF investiert 90 Millionen US-Dollar

Vestas ist mit mehr als 40.000 installierten Windenergieanlagen in 63 Ländern Weltmarktführer. Seit 1979 ist das Unternehmen aus Dänemark im Markt für Windenergieanlagen aktiv. Um in die Produktion einzusteigen, investiert ZF rund 90 Millionen US-Dollar in den Aufbau eines Produktionsstandortes in Nordamerika. In Gainesville, Georgia entsteht derzeit in unmittelbarer Nähe eines bestehenden ZF-Standortes ein Werk zur Produktion von Windkraftgetrieben. Der Produktionsstart mit rund 200 Beschäftigten in dem Werk ist für Anfang 2012 geplant.

Kooperation mit Vestas Nacelles

Nach Hochlauf der Produktion für Windkraftgetriebe will ZF jährlich einen Umsatz von mehr als 200 Millionen US-Dollar erzielen. „Vor dem Hintergrund der allgemeinen Diskussion um Treibhauseffekt, CO2-Reduzierung und CO2-neutrale Energieproduktion ist nachhaltige und umweltfreundliche Energie klar im Aufwind“, erklärt der Leiter des ZF-Unternehmensbereichs Nutzfahrzeug- und Sonder-Antriebstechnik, Rolf Lutz. „Wir sind außerordentlich erfreut, dass sich ZF für den Einstieg in die Windenergiebranche entschieden hat und als Lieferant für Windkraftgetriebe mit Vestas zusammenarbeitet. Die weltweite Spitzenstellung von ZF als Anbieter von Antriebstechnik für die Automobilindustrie und die hohen Qualitäts- und Produktivitätsstandards des Unternehmens ergänzen unsere Produktions- und Beschaffungsstrategie ideal. Mit ZF stellen wir unsere Versorgung mit Getrieben auf eine noch breitere Basis“, sagt Søren Husted, Geschäftsführer von Vestas Nacelles.

ZF packt längts nicht mehr nur Getriebe in Autos

„Schon seit vielen Jahren ist unsere Antriebstechnik außer im Pkw und Nutzfahrzeugsegment auch beispielsweise in der Marine, in der Bahn sowie in der Luftfahrt im Einsatz – und nun auch in Windkraftanlagen. Das erschließt uns neue Märkte“, kommentiert Härter diese strategische Entscheidung.

Serviceanmbieter für die Wartung von Windkraftanlagen

Am Standort Dortmund/Holzwickede investierte die ZF im vergangenen Jahr neun Millionen Euro in die Errichtung eines Service- Kompetenzcenters für Windkraft. Von 2012 an sollen dort jährlich Windkraftgetriebe diverser Marken und Typen gewartet und instandgesetzt werden. Bis 2014 beabsichtigt ZF Services einen Umsatzanstieg im Bereich Windkraft auf weltweit 50 Millionen Euro. Derzeit wird ein Lastprüfstand mit vier Megawatt Leistung eingerichtet. Darauf werden die gewarteten Getriebe unter simulierter Last gefahren, um den Körper- und Luftschall zu messen. ZF Services ist der einzige freie Multi-Marken-Serviceanbieter mit einem solchen Prüfstand. Weitere Windkraft-Servicecenter von ZF entstehen momentan auch in Großbritannien, Spanien, Italien und Nordamerika. Im nächsten Schritt will ZF Services auch als Dienstleister in die wachsenden Windkraftmärkte China und Indien einsteigen.

Foto: Peter Kirchhoff PIXELIO

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