Zweiter Delfin im Schweizer „Connyland“ verendet

OceanCare nimmt Stellung zu den Todesfällen im „Connyland“ – Freizeitpark weist Kritik an Lebensbedingungen zurück

Kreuzlingen/Wädenswil/Lipperswil. Mit Trauer und Bestürzung habe OceanCare am Montag die tragischen Nachrichten aus dem Freizeit-Park „Connyland“ zur Kenntnis genommen. Innerhalb von wenigen Tagen sind zwei der fünf Delfine verendet – am Dienstag vergangener Woche, 8. November, starb Shadow im  jugendlichen Alter von acht Jahren. Am Sonntag, 13. November, kam der der 29-jährige Chelmers zu Tode. Die Todesursache stand am Montagabend noch nicht fest. Immer wieder stand Connyland wegen der Delfinhaltung in der Kritik. Auch die Linke Liste Konstanz hatte in diesem Sommer protestiert und die Stadtwerke aufgefordert, auf ihren Bussen keine Werbung mehr für den Freizeitpark zu machen. „Am Samstag hatte die Thurgauer Staatsanwaltschaft bekannt gegeben, dass eine Strafklage, welche vor eineinhalb Jahren von OceanCare zusammen mit der Stiftung für das Tier im Recht (TIR) gegen die Betreiber des ,Connyland‘ eingereicht worden war, abgewiesen und eingestellt wird“, heißt es in einer Medienmitteilung der Organisation vom Montag.

Staatsanwalt ermittelt

OceanCare akzeptiere diesen Entscheid mit Bedauern. Nur einen Tag nachdem die Kreuzlinger Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz am Samstag, 12. November, die Einstellungsverfügung bekannt gab, müsse derselbe Staatsanwalt nun wegen des Todes der beiden Delfine erneut ein Verfahren eröffnen, teilte OceanCare mit.

Obduktionsergebnis abwarten

Weiter heißt es: „Noch bevor das amtliche Ergebnis der Obduktion vorliegt, liess der Thurgauer Kantonstierarzt durchblicken, dass die Tiere möglicherweise vergiftet worden seien – und der Staatsanwalt liess sich mit den Worten zitieren, dass er eine solche Tat ,militanten Tierschützern‘ zutraue“, erklärte OceanCare.

OceanCare verurteilt Tötungen

Weiter stellte die Organisation klar: „Sollten sich derlei Mutmassungen und Spekulationen erhärten, würde OceanCare sich in aller Form von sogenannten ,Tierschützern‘ distanzieren, die auch vor kriminellen Aktionen nicht zurückschrecken, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen und sich zu profilieren.“ Die vorsätzliche und heimtückische Tötung gefangener Tiere sei verwerflich und höchst unethisch. Unter keinen Umständen – schon gar nicht mit dem Argument, die Tiere würden von ihrem Leiden erlöst – könne laut OceanCare  so etwas gerechtfertigt werden.

OceanCare kämpft für Importverbot

Es gebe nur eine Möglichkeit, um den Missbrauch von Show-Delphinen wirksam zu unterbinden: Ein neues Gesetz müsse den Import von Walen und Delfinen ohne jede Einschränkung verbieten. Genau dies fordere eine von 77.500 Tierfreunden unterzeichnete Petition, die OceanCare am Donnerstag, 17. November, in Bern überreichen werde. Sie unterstütze eine entsprechende Motion der Bündner Nationalrätin Brigitta Gadient, die von 50 Parlamentariern unterschrieben worden sei.

Paradies für die Delfine

Der Park selbst schreibt auf seiner Website. „Eine riesige blaue Wasserfläche, grüne Palmen, gelber Sandstrand. Ein tropisches Paradies – mitten in Europa in der kleinen Schweiz. Ein Paradies für die Delfine des Freizeitparks Connyland – in einer Umgebung, die den großen Tümmlern als authentischer Lebensraum zur Verfügung steht.“ 20 Minuten Online schreibt: Für den Chef des Connylands sei klar, dass die Delfine vergiftet worden seien. Erich Brandenberger, Geschäftsführer des Connylands, erzählte demnach gegenüber 20 Minuten Online über Chelmers: Der Delfin habe noch am Morgen keinerlei Anzeichen von Unwohlsein gezeigt und vergnügt im Pool gespielt.  Die Delphine im Connyland seien an das Leben im Delphinarium gewöhnt, nicht aber an das Leben in freier Wildbahn. Würde man diese Tiere ins Meer zurück bringen, käme das einer Aussetzung gleich, heißt es auf der Website des Freizeitparks Connyland.

Foto: Connyland  

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